Harburg-Freudenberger

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Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1855
Sitz Hamburg-Harburg, Deutschland
Leitung
  • Jens Beutelspacher
  • Dr. Holger Rudzio
  • Jörn Seevers
  • Ian Wilson
  • Joachim Brenk (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Mitarbeiterzahl 2000 (2015)
Umsatz 385 Mio. Euro (2015)
Branche Maschinenbau
Website [1]
Der Firmensitz in Hamburg-Harburg

Die Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH (Eigenschreibweise HF GROUP) ist ein deutscher Hersteller von Spezialmaschinen zur industriellen Herstellung von Gummimisch-, Kautschuk- und Speiseöl-Produkten. Das Unternehmen gehört zur Possehl-Gruppe (Lübeck).

Zu den Produkten zählen Reifenaufbaumaschinen und -heizpressen, Speiseölveredelungssysteme, Schneckenpressen für die Ölsaatenverarbeitung, Ölsaatenpressung, Rohölraffination sowie spezielle Pressen für tierische Abfälle oder Sonderanwendungen im Entwässerungsbereich. Im Bereich der Reifenproduktionsanlagen ist Harburg-Freudenberger Weltmarktführer. Mit 2000 Mitarbeitern lag der Umsatz im Jahr 2015 bei rund 385 Millionen Euro. Neben dem Hauptsitz in Hamburg-Harburg gibt es Standorte in Freudenberg (Siegerland), in Italien, Kroatien (Belisce), Slowakei (Dubnica), Großbritannien, Spanien und den USA (Topeka).

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie über 100 Reichsmark der Harburger Eisen- und Bronzewerke AG vom Juni 1936
älteste erhaltene Montagehallen von 1906 und 1910
Schrägluftbild der Anlagen in Hamburg-Harburg

Der aus Heilbronn stammende German Julius Koeber (1820–1882) gründete 1856 die offene Handelsgesellschaft G. und R. Koeber’s Eisen und Bronzewerke,[1] die später auf einer Pariser Weltausstellung einen 1. Preis für eine Öldrehpresse bekam. Dieses Unternehmen wurde 1910 mit der 1858 gegründeten Maschinenfabrik H. Eddelbüttel zur Harburger Eisen- und Bronzewerke AG (HEB) mit 3,5 Millionen Mark Aktienkapital fusioniert. Ab 1929 gab es eine enge Zusammenarbeit mit der zum Teil im selben Marktsegment tätigen Fried. Krupp Grusonwerk AG in Magdeburg-Buckau, die 1943 auch als Großaktionärin der HEB bezeichnet wurde.[1]

Im Jahre 1948 wurde im Harburger Werk die erste Schneckenpresse hergestellt. Die Friedrich Krupp AG übernahm das Unternehmen 1959. Die erste Hydraulik-Heizpresse weltweit wurde 1972 entwickelt. In Kroatien wurde 1972 ein Produktionswerk in Belišće erworben. Das Unternehmen wurde 2002 in ThyssenKrupp Elastomertechnik umbenannt. Die Possehl-Gruppe übernahm das Unternehmen im März 2005 und benannte es in Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH um. 2006 verkaufte man die 2000. Schneckenpresse. 2010 wurden die Geschäftsaktivitäten durch die Bildung der drei Geschäftseinheiten organisatorisch neu geordnet: Aus der Gummimischtechnik wurde die HF Mixing Group, die vormalige Speiseöltechnik wurde zu HF Press+LipidTech, die Kautschuktechnik in HF TireTech Group umbenannt. Die drei Geschäftseinheiten sind unter dem Dach der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH vereint, die der Possehl-Gruppe angehört.

HF Press+LipidTech[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HF Schneckenpresse

HF Press+LipidTech ist ein Geschäftsbereich der Harburg-Freudenberger Maschinenbau und ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die industrielle Ölsaatenaufbereitung, Ölsaatenpressung und Rohölraffination, sowie Pressen für Sonderanwendungen wie z. B. zur Verwertung tierischer Nebenprodukte oder für die Entwässerung von verschiedenen organischen Rohmaterialien. Im Bereich der Schneckenpressen ist die HF Press+LipidTech Weltmarktführer.[2] Standort des Unternehmens ist in Hamburg-Harburg.

HF TireTech Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HF TireTech Group ist Hersteller von Maschinen und Anlagen für die gummiverarbeitende Reifenindustrie. HF entwickelt Reifenaufbaumaschinen und Heizpressen für Reifenhersteller weltweit.

HF Mixing Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HF Mixing Group ist für die Sparte Mischen der HF Group verantwortlich. Dazu gehören Mischer- und Mischsaalsysteme, eigene Automatisierung sowie Austragsanlagen für die Gummi- und Kunststoffverarbeitende Industrie.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Harburg-Freudenberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 48. Ausgabe 1943, Band 5, S. 4833.
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.

Koordinaten: 53° 27′ 37,3″ N, 9° 59′ 21″ O