Hasegau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die mittelalterlichen Gaue um das Jahr 1000

Der Hasegau war ein mittelalterlicher Gau in Nordwestdeutschland im Bereich der Hase, einem Nebenfluss der Ems. Nachbargaue waren der Lerigau, der Dersagau und der Venkigau.

Abt Gerbert Castus leitete um 800 n. Chr. von Visbek aus die Christianisierung der Sachsen u. a. im Hasegau ein. Die Pfarrkirche in Löningen ist eine Gründung Visbeker Missionare. Zuvor waren ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden, von denen die "cellula fiscbechi" (Visbek) laut Urkunde Ludwigs des Frommen vom 1. September 819 einen bildete. Diese Urkunde wird jedoch inzwischen als Totalfälschung aus dem späten 10. Jahrhundert angesehen. [1] Spätestens ab dem Jahre 855 unterstand durch eine Schenkung Ludwigs des Deutschen der Missionsbezirk Hasegau dem Kloster Corvey.[2]

Zum Hasegau gehörten Essen, Lastrup, Lindern, Löningen, Menslage und Borg (heute Ortsteil von Menslage). Hauptort war Löningen. Missionarskirche und Hauptkirche für den Hasegau war die Pfarrkirche St. Vitus in Löningen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölzer, Theo: Die Urkunden Ludwigs des Frommen für Halberstadt (BM2 535) und Visbek (BM2 702) – ein folgenschweres Mißverständnis, in: Archiv für Diplomatik 58 (2012) S. 103–123 (hier: S. 119–121).
  2. Offizialatsbezirk Oldenburg. Abgerufen am 15. Oktober 2013.