Hauptplatz (Linz)

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Hauptplatz von Linz mit Dreifaltigkeitssäule
Der Hauptplatz im Jahr 1913. Links der Alte Dom, in der Mitte die Pestsäule, Blick Richtung Süden zur Schmidtorstraße und weiter zur Landstraße.
Ansicht von 1821. Rechts der Pestsäule ist noch der 1828 abgetragene Schmidtorturm zu sehen

Der Linzer Hauptplatz ist das Stadtzentrum von Linz und mit 13.140 m² einer der größten umbauten Plätze Österreichs. Er wird nur durch eine Straße und die Gebäude am Brückenkopf von der Donau getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Gründungsvermessung der Stadterweiterung im Jahre 1207 wurden die Stadteinfassung mit neuen Stadtmauern und der Hauptplatz und die Stadtpfarrkirche abgesteckt. Die Achsen betragen 145 und 255 Klafter, in Linz 1 Klafter = 1,83m. Der Hauptplatz im Achspunkt der Stadt hat ein Verhältnis von 1:3 und die Längen der Diagonalen betragen 100 Klafter.[1]

Der Hauptplatz wurde um 1230 angelegt und ist heute 219 m lang und 60 Meter breit (insgesamt 13.140 m² Fläche). Im Laufe seiner Geschichte trug der heutige Hauptplatz eine Vielzahl verschiedener Namen. Ursprünglich trug er den Namen An dem Markt, dies ist für 1338 belegt. Die Nordseite des Platzes an der Donau hieß Heubühel (1439). Im 15. Jahrhundert ist der Name Am Platz belegt, später der Name Großer Platz. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte die Umbenennung in Hauptplatz. 1873 wurde er zu Ehren Kaiser Franz Joseph I. Franz-Josephs-Platz benannt. Nach der Ausrufung der Ersten Republik am 12. November 1918 wurde der Platz in Erinnerung an dieses Datum Platz des 12. Novembers genannt. Im Austrofaschismus erfolgte die Rückbenennung auf Franz-Joseph-Platz (1934). Nach dem Anschluss wurde der Platz Adolf-Hitler-Platz genannt. 1945 erfolgte schließlich die bislang letzte Umbenennung in Hauptplatz.[2]

Seit der Anlage wurden am Hauptplatz Jahrmärkte abgehalten, was dazu führte, dass die Grundstückspreise um den Platz relativ hoch waren. Daher wurden die Gebäude rund um den Platz mit schmalen Fassaden errichtet, die sich lange nach hinten erstreckten. Der Platz diente auch immer schon anderen Veranstaltungen mit regem Publikumsandrang. So soll hier am 26. Mai 1521, anlässlich der Hochzeit von Erzherzog Ferdinand mit Anna von Ungarn, das legendenhafte "Losensteiner Turnier" ausgetragen worden sein. Bis 1716 stand auch der Pranger am Hauptplatz, daneben wurden auch Hinrichtungen vollzogen.

Ehemalige Gebäude und Bauwerke[Bearbeiten]

Im Jahr 1828 wurde der Schmidtorturm am südlichen Eingang des Platzes abgetragen. Die alte Wasserapotheke stand 1872 einer Verbreiterung der Ausfahrt zu einer neuen Donaubrücke im Wege. Einer ihrer Besitzer war Nikolaus Johann van Beethoven, der jüngere Bruder Ludwig van Beethovens.[3] Die heutige Wasserapotheke befindet sich in einem der 1947 fertiggestellten Brückenkopfgebäude.

Dreifaltigkeitssäule[Bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitssäule ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde in den Jahren 1717–1723 vom Salzburger Steinmetz Sebastian Stumpfegger an der Stelle des damaligen Prangers errichtet. Anlass für die Errichtung war die abgewehrte Kriegsgefahr (1704), eine überstandene Feuersbrunst (1712) und das Ende einer Pestepidemie (1713).

Heutige Gebäude und Bauwerke[Bearbeiten]

Am Hauptplatz oder in unmittelbarer Nähe befinden sich einige wichtige Gebäude der Linzer Geschichte. Nach den diversen Stadtbränden veränderten fast alle Häuser ihre Fassadengestaltung, so dass manche Häuser jünger wirken, als sie eigentlich sind.

Altes Rathaus am Hauptplatz.
  • Das Alte Rathaus ist bis heute Sitz des Linzer Bürgermeisters. Es wurde in den Jahren 1513-1514 errichtet und ersetzte eventuell einen Vorgängerbau, der beim Stadtbrand 1509 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Stadtmuseum LinzGenesis befindet sich im Gebäude. Das Rathaus gibt dem östlich des Hauptplatzes liegenden Rathausviertel seinen Namen.
  • Ein weiteres interessantes Haus ist das Feichtinger-Haus mit seinem berühmten Glockenspiel.
  • Das Schmidtberger-Haus beziehungsweise Bankhaus Spängler erhielt für den gelungenen Umbau 2011 den Österreichischen Bauherrenpreis.
  • Das Kirchmayr-Haus mit neobarocker Fassade wurde vom Baumeister Gustav Steinberger erbaut, welcher zahlreiche Bauten in Linz errichtet hat.
  • Die beiden jüngsten Gebäude am Hauptplatz sind die Brückenkopfgebäude, die im Zuge des Baus der Nibelungenbrücke nach 1938 begonnen aber erst 1947 fertiggestellt wurden. Im rechten Brückenkopfgebäude war bis 2009 das Finanzamt Linz untergebracht, welches in ein Bürohochhaus am Bahnhof übersiedelte. Im linken Gebäude ist ein Teil der Linzer Kunstuniversität sowie eine Apotheke untergebracht.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

  • Die Linzer Straßenbahn hat ihre Trasse in der Mitte des Hauptplatzes. Aufgrund der Enge der Landstraße wurde erwogen, den bereits errichteten Tunnel beim Linzer Hauptbahnhof bis auf den Hauptplatz zu verlängern. Dem stehen - neben der ungesicherten Finanzierung - der Bunker und die Tiefgarage im Weg.
  • Die Pöstlingbergbahn wurde 2009, rechtzeitig zum Kulturhauptstadtjahr, bis auf den Hauptplatz verlängert. Dies wurde durch eine Änderung der Spurweite ermöglicht, so dass die Bahn die Gleise der Straßenbahn mitbenutzen kann. Am Hauptplatz musste darüber hinaus eine Rangiermöglichkeit errichtet werden. Durch diese Maßnahmen erhofften sich die Betreiber eine Steigerung der Fahrgastzahlen um 50–100 %.[4]

Bunker und Tiefgarage[Bearbeiten]

Unter dem Hauptplatz liegen umfangreiche Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Neben diesen wurde 1988 eine Tiefgarage eröffnet, die 377 Stellplätze bietet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erwin Reidinger: Mittelalterliche Stadtplanung am Beispiel Linz. Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 2001.
  2. Geschichte Linzer Straßennamen
  3. Rudolf Lehr – Landeschronik Oberösterreich, Wien: Verlag Christian Brandstätter 2004 S. 200 ISBN 3-85498-331-X
  4. http://www.linz.at/Aktuell/2006/print/aktuell_40490.asp

48.30583333333314.286388888889Koordinaten: 48° 18′ 21″ N, 14° 17′ 11″ O