Haus des Menander

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Casa del Menandro, Wandmalerei: Menander
Casa del Menandro, Wandmalerei: Kassandra klammert sich an das Kultbild der Athene

Das Haus des Menander (Casa del Menandro, I 10, 4) ist mit fast 1800 m² ein großes Stadthaus in Pompeji. Es wurde 1926–1932 ausgegraben und ist ein gutes Beispiel für das Haus einer wohlhabenden Familie in Pompeji. Es führt seinen Namen nicht nach dem Besitzer des Hauses, sondern nach dem Bild des griechischen Dichters Menander, das dort gefunden wurde.

Der älteste Teil des Hauses stellt das um 250 v. Chr. erbaute Atrium mit den darum liegenden Räumen dar und ist relativ bescheiden. Ungefähr 100 Jahre später wurde das Haus modernisiert. An der Eingangstür und am Tablinum wurden Tuff-Kapitelle angebracht. In augusteischer Zeit wurde das Haus grundlegend verändert, vor allem wurde ein Peristyl angebaut, wobei angrenzende Wohnbauten niedergerissen worden sind. An der Westseite wurde ein Bad errichtet. Im Ostteil findet sich der Wirtschaftstrakt des Hauses. Kurz vor dem Untergang wurden an verschiedenen Stellen des Hauses weitere Renovierungsarbeiten durchgeführt. Es fanden sich mit Stuck gefüllte Amphoren und ein provisorischer Ofen.

Der Name des letzten Besitzers des Hauses lautete wohl Quintus Poppaeus. Sein Name fand sich auf einem Bronzesiegel im Dienstbotentrakt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus ist reich mit Malereien des 4. Stiles dekoriert. Die Rückwand des Peristyls zeigt eine Abfolge von Nischen in deren mittlerer sich ein Bild des Menander befindet, das dem Haus den Namen gab.

Im Caldarium befindet sich ein großes Mosaik mit einem zentralen Akanthus sowie diese umgebende Fischer, Delphine und andere Meerestiere.

Goldschatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Korridor unter dem kleinen Atrium des Hauses fand sich ein Schatz von 118 Silbergefäßen, die in einer Holztruhe hier während der Renovierungsarbeiten im Haus gelagert worden waren. In derselben Kiste fanden sich auch Goldschmuck und Münzen im Wert von 1432 Sesterzen.

Casa del Menandro, Atrium, Wandmalerei: Laokoon

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amedeo Maiuri: La Casa del Menandro e il suo tesoro di argenteria, Rom 1933
  • Eugenio La Rocca, M. de Vos Raaijmakers, A. des Vos: Pompeji. Lübbes archäologischer Führer. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1979, ISBN 3-7857-0228-0, S. 175–86

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus des Menander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 40° 44′ 59″ N, 14° 29′ 24″ O