Hausente

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Weiße Indische Laufenten (Anas platyrhynchos f. domestica)
Warzenente (Cairina moschata momelanotus)
Pommernenten im Schlossgarten Schwerin
Verwilderte Hausenten

Die Hausente ist ein Haustier und wird als Heim- und Nutztier gehalten. Die Stammform der Hausente ist die Stockente (Anas platyrhynchos).[1] Die verbreitetste Hausente ist die Pekingente.

Arten, Typen, Rassen und Hybride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein, auf einer These von Bruno Dürigen beruhend, wird davon ausgegangen, dass durch die in verschiedenen Gebieten zu unterschiedlichen Zeiten erfolgte Domestikation der Stockente zwei voneinander abweichende Typen der Hausente entstanden.

Im europäischen Raum, und vermutlich auch China, bildeten sich sogenannte „Landenten“ heraus. Landenten sind schwerer als Stockenten. Ihre äußere Erscheinung ähnelt aber noch der Stockenente.

In Südostasien entwickelten sich hingegen Enten mit steiler Körperhaltung, die als Pinguin-Enten oder Bali-Enten bezeichnet werden. Sie wurden nach Watanabe noch in den 1970er Jahren in verschiedenen Ländern Südostasiens zur Eierproduktion gehalten und gelten als Ausgangsrasse für alle anderen „Pinguinenten“.[2]

Daneben wird auch die aus Südamerika stammende Warzenente, eine Zuchtform der Moschusente (Cairina moschata), als Nutztier gehalten. Warzenenten werden als Flugenten gehandelt. Aus Frankreich stammt die Bezeichnung Barbarie-Enten. Ihr Fleisch wird wegen des geringeren Fettanteils geschätzt.

Die sogenannten Mulardenten sind Hybriden der beiden Zuchtformen Pekingente und Warzenente.

Verbreitung und Nutzung der Hausenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hausente ist weltweit verbreitet. Während in Europa die Entenhaltung im Vergleich zur Hühner- und Gänsehaltung von drittrangiger Bedeutung ist, stellt die Hausente vor allem in Ost- und Südostasien, aber auch in Lateinamerika und in einigen afrikanischen Ländern ein ernährungswirtschaftlich wichtiges Hausgeflügel dar. Allein in China werden etwa 500 Millionen Hausenten gehalten.

Hausenten werden vor allem wegen ihres Fleisches als Masttiere gehalten. Enteneier galten in Europa als Delikatesse, werden heute aber wegen erhöhter Gefahr des Befalles mit Salmonellen nur noch selten angeboten. Entenfedern und -daunen werden zur Füllung von Kissen, Decken oder Kleidung[3] aber auch zur Herstellung von Federbällen genutzt und fanden auch als Verstärkung der Sehne der Repetierarmbrust Verwendung. Privathalter nutzen Enten darüber hinaus als Weidetiere und Vertilger von Schnecken und Schadinsekten.

In Mastbetrieben (Schnellmast) werden Entenküken 21 Tage in Aufzuchtställen gehalten (Aufzuchtsphase) und anschließend 25–29 Tage gemästet (Mastperiode). Mit ca. 12 Wochen werden die Enten vor der ersten Mauser mit einem Gewicht von 2.000 bis 3.000 Gramm geschlachtet. Junge Enten, bzw. junge Pekingenten, werden nach zwei bis drei Monaten geschlachtet und wiegen etwa 1.500 Gramm bis 2.000 Gramm.[4] Nach sechs Monaten sind sie geschlechtsreif und wiegen bis zu 3.000 Gramm.

Enten können wie Gänse zur Herstellung von Stopfleber (franz.: foie gras) verwendet werden. Dies geschieht durch eine bestimmte Mastform, das Nudeln bzw. Stopfen, bei der den Tieren in den letzten Wochen vor dem Schlachten mittels eines Rohres täglich mehrere Kilogramm Futterbrei verabreicht werden. Obwohl die Gänsestopfleber viel bekannter ist, sind 96 % der Stopflebern eigentlich Entenlebern: 98 % der Verarbeitung finden in Frankreich statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Hausente – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hausente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Nickel, August Schummer, Eugen Seiferle: Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Hrsg.: Bernd Vollmerhaus. 3. Auflage. Band V Anatomie der Vögel. Parey, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-4153-3, Abstammung der Hausente und der Haus-Moschusente, S. 8 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. Wolfgang Rudolph: Die Hausenten (= Die Neue Brehm-Bücherei. Nr. 492). 2. erweiterte Auflage. A. Ziemsen Verlag, Wittenberg Lutherstadt 1978, DNB 790002426, S. 11, 14, 15, 19.
  3. Über Daunen und Federn. In: daunen-federn.de. Promax Internet Shops und Marketing GmbH, abgerufen am 24. Januar 2015.
  4. Gesa Maschkowski, Heike Krull, bearbeitet von Christina Rempe: Geflügel. In: www.was-wir-essen.de. aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V., abgerufen am 24. Januar 2015 (Der Text stammt aus der CD-ROM "Kennwort Lebensmittel – Basiswissen kompakt".).