Heinrich August Ottokar Reichard

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Heinrich August Ottokar Reichard

Heinrich August Ottokar Reichard (* 7. März 1751 in Gotha; † 17. Oktober 1828 ebenda) war ein deutscher Bibliothekar und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war das einzige Kind aus der Ehe des Gothaer Oberkonsistorial- und Oberpolizeisekretärs Friedrich August Reichard und dessen Ehefrau Marie Charlotte geborene Bube. Als Heinrich August Ottokar vier Jahre alt war, starb sein leiblicher Vater, und durch die zweite Ehe seiner Mutter wurde der Geheime Regierungsrat Rudloff sein Stiefvater, der seine Ausbildung förderte und finanzierte. Ab dem Jahre 1767 besuchte Reichard nacheinander die Universitäten in Göttingen, Leipzig und Jena, um Rechtswissenschaften zu studieren. In Leipzig trat er dem Amicistenorden bei und gründete an der Universität Jena einen Zweigverein desselben.

1771 kehrte Reichard nach Gotha zurück, wo er mit der Veröffentlichung seiner ersten literarischen Versuche seinen Lebensunterhalt verdiente. Der Faktor der Dieterich’schen Buchhandlung in Gotha übernahm den Verlag seiner Werke, die ab 1772 zunächst anonym erschienen. Dazu zählten u. a. „Amor vor Gerichte, eine Nouvelle aus den Götter-Annalen“, „Nonnen-Lieder mit Melodien“, „Geschichte meiner Reise nach Pirmont“, „Launen an meinen Arzt, als er mir die Diaet empfahl“, „Kleinere Poesien von mir“, „Der Hügel bei Kindleben“, „Launen und Einfälle“, „Pot-Pourri“ und zwei Übersetzungen aus dem Französischen.

Reichard bemühte sich in den folgenden Zeit um Kontakt zu auswärtigen Schriftstellern, so im Harz zu L. A. Unzer in Wernigerode und von Göckingk in der Stadt Ellrich. Zeitweilig arbeitete er auch als Bibliothekar.

Überregionale Bekanntheit erlangte Reichard ab 1775 durch die Herausgabe des für die Geschichte der Schaubühne im deutschsprachigen Raum bedeutsamen „Theater-Kalenders“, der bis zum Jahre 1800 regelmäßig erschien. Parallel dazu erschienen von 1777 bis 1784 22 Hefte des „Theater-Journal für Deutschland“. Weite Verbreitung fand auch sein Handbuch für Reisende aus allen Ständen, Leipzig, Weygand, 1784.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Schumann: Reichard, Heinrich August Ottokar. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 625–628.
  • Hermann Uhde: Heinrich August Ottokar Reichard (1751–1828). Seine Selbstbiographie. Stuttgart 1877.
  • Kathrin Paasch: „Unter die Preße und ins Publikum“. Der Schriftsteller, Publizist, Theaterintendant und Bibliothekar Heinrich August Ottocar Reichard (Veröffentlichungen der Forschungsbibliothek Gotha, 44) Gotha 2008. ISBN 978-3-940998-03-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinrich August Ottokar Reichard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]