Heinrich Harries

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Gedenkstein an der St. Johannis Kirche in Brügge (Holstein)

Heinrich Harries (* 9. September 1762 in Flensburg; † 28. September 1802 in Brügge) war ein Pfarrer im damals zum dänischen Gesamtstaat gehörenden Herzogtum Schleswig. Von ihm stammt der Text zur „preußischen Nationalhymne“ Heil dir im Siegerkranz sowie sein deutschsprachiges Bekenntnis zum Dänentum Oh Dania.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harries stammte aus einer Flensburger Kaufmannsfamilie. Sein Vater war von Martfeld nach Flensburg gekommen und hatte dort Christina Rasch, die Tochter eines Schiffseigners und Kapitäns geheiratet. Sein Vater erwarb zunächst das Haus Angelburger Straße 28 und später das große Anwesen Große Straße 69. Sein Vater betrieb in der Stadt eine Zuckerraffinerie. Im Alter von 9 bis 14 Jahren war Heinrich Harries Schüler der Flensburger Lateinschule. Für weitere drei Jahre besuchte er die Pensionatsschule eines Pastors in Boren, wo er auch die Tochter des besagten Pastors kennenlernte, seine spätere Frau. Nach Studium der Theologie in Kiel und Göttingen und anschließenden Examen lebte er von 1786 bis 1790 in Flensburg und arbeitete dort als Redakteur des Flensburger Wochenblatts für Jedermann.[1]

Anlässlich des 41. Geburtstags des dänischen Königs Christian VII. veröffentlichte Harries am 27. Januar 1790 in seinem Flensburger Wochenblatt ein „Lied für den dänischen Unterthan, an seines Königs Geburtstag zu singen in der Melodie des englischen Volksliedes: God save great George the King“. Es begann mit den Worten „Heil dir, dem liebenden Herrscher des Vaterlands! Heil, Christian, dir!“. Das Lied wurde von Balthasar Gerhard Schumacher umgearbeitet und auf fünf Strophen verkürzt, erschien in dieser Fassung unter dem Titel „Berliner Volksgesang“ in der Haude und Spenerschen Zeitung vom 17. Dezember 1793 und wurde danach zunehmend populär. Andere Gedichte erschienen in August HenningsGenius der Zeit.[2] Die meisten seiner Gedichte wurden jedoch erst nach seinem Tod gedruckt.[3] Er übertrug auch die Dichtung Jahreszeiten von James Thomson in Jamben.

Offenbar heiratete Heinrich Harries irgendwann um 1790 Ida Christina Margaretha, die Tochter des Borener Pastors Christian August Valentiner. Noch im Jahr 1790 wurde Harries als Pastor nach Sieverstedt berufen. Während seiner ersten Jahre als Pastor verfasste er ein Weihnachtsbüchlein für die Jugend, das viel in den Schulen gebraucht worden ist, und das Erbauungsbuch Der fromme Seefahrer. Ab 1794 war er Pastor in Brügge im Amt Bordesholm. In Der holsteinische Apostel Joachim Heeschen zog er 1798 polemisch über diejenigen Gemeindeglieder her, die den kirchlichen Rationalismus der neuen Schleswig-Holsteinischen Kirchen-Agende des Generalsuperintendenten Jacob Georg Christian Adler ablehnten.

Harries Sohn Diederich (1791–1857) wurde ebenfalls Pastor und machte sich besonders als Archäologe und Denkmalschützer in Angeln einen Namen.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedichte (Altona 1804, 2 Bände), enthält auch seine Urfassung von Heil dir im Siegerkranz
  • Weihnachtsbüchlein für die Jugend, 1791
  • Der fromme Seefahrer, 1792
  • Thomsons Jahreszeiten / In dt. Jamben v. [Heinrich] Harries, Altona 1796
  • Der holsteinische Apostel Joachim Heeschen. Nebst Allerlei über Christusverherrlichung etc., 1798

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Heinrich Harries – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grenzfriedenshefte: Freiheitsfreund und dänischer Staatspatriot. Zum 250. Geburtstag des Flensburger Dichters Heinrich Harries, Seite 219 ff.
  2. Das gelehrte Teutschland, oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller Band 3 (1797) S. 88
  3. Rezension in der Allgemeinen Literatur-Zeitung am 5. November 1804 (Digitalisat)
  4. 150. Todestag Diederich Harries