Heinrich Martin Eccard

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Heinrich Martin Eccard (auch Eckard, Eckhardus; * 1615 in Gorsleben; † 14. April 1669 in Alfeld (Leine)) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Martin war der Sohn des Pfarrers Nikolaus Eccard (1586–1662) und seiner Ehefrau Anna geb. Reuse. Er immatrikulierte sich im Sommersemester 1638 an der Universität Jena, wechselte am 10. Februar 1643 als Magister an die Universität Helmstedt und wurde Schüler von Calixt. Möglicherweise ist der im Wintersemester 1638 in Jena und der am 25. Mai 1643 in Helmstedt ebenfalls immatrikulierte Jacobus Eckhardus (Eckahrdi, Eccardi) sein Bruder. 1645 wurde er Professor der Mathematik und Metaphysik an der Universität Rinteln. 1649 zog er abermals nach Helmstedt, wo er zum Lizentiaten der Theologie avancierte und 1750 zum Doktor der Theologie promovierte. Im selben Jahr wurde er Professor der Theologie in Rinteln. In den Auseinandersetzungen um das Kasseler Religionsgespräch 1661, auf dem zwischen Rintelner lutherischen und Marburger reformierten Theologen über die Möglichkeit einer Annäherung verhandelt wurde, verteidigte er als einer der Wortführer auf lutherischer Seite die Idee des konfessionellen Friedens. 1665 wurde er selbst ein Opfer der Calvinisierung der Universität und musste diese verlassen. In den letzten Lebensjahren wirkte er ab 1665 als Generalsuperintendent in der Generaldiözese von Alfeld (Leine).

Er war seit dem 24. Juni 1646 verheiratet mit Elisabeth Boyling (1628–1666), der Tochter des Pfarrers an der Braunschweiger Michaeliskirche Autor Boyling und dessen Frau Elisabeth geb. Duve. Ein Sohn Jakob Theodor Eccard (* 1662 in Rinteln; † 1713) war 1692 Konrektor in Braunschweig und 1710 Pastor in Bartolfelde und heiratete Emerentia Hedwig Stisser, Tochter des Martin Chilian Stisser. Die Tochter Elisabeth Eccard verheiratete sich 1674 mit dem Pfarrer an der Braunschweiger St. Peterskirche Jordan Boden († 1708).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Disp. de causa per se et per accidens. Helmstedt 1644
  • Metaphysices communis pars, Rinteln 1646
  • Compendium philosophiae naturalis, ebd. 1647
  • Disp. ethica de principiis actonum humanarum. Rinteln 1648
  • Disp. methaph. de potentia rationali. Rinteln 1649 (Resp. Henrich Busch)
  • Disputatio de sacra scriptura, Helmstedt 1649 (Präside: Georg Calixt)
  • Disp. de cavendis gravissimis erroribus, quibus studium pietatis cum vera fide indussolubili nexu conjuctum. Rinteln 1650
  • Disp. theol. de natura Theologiae. Rinteln 1651 (Resp. Bartholomäus Schomburg (Lübeck))
  • Disp. de S. Scripura, posterior. Rinteln 1652 (Resp. Wilhelm Stratemann (Dissena-Osnabrück))
  • Theses theologicae mysterium incarnationis concermemtes. Rinteln 1652 (Resp. Anton Maninck)
  • Gründliche Widerlegung der nichtigen Einwürfe und falschen Auflagen, so Petrus Wittfeld, der Soc. Jesu Priester und der heil. Schrift Dr. in seiner Also genannten catholischen Behauptung der Reckischen 9 Motiven, dem neulich ausgegangenen Rinthelschen theologischen Tractat entgegen gesetzt, auch weitere Erklärung der im Tractat begriffenen Meynung, daß nämlich keiner, der in der Evangelischen Kirche erzogen, mit gutem Gewissen zur Papistischen Kirche treten könne, herfürgegeben. Rinteln 1653
  • Disp. de Trinitate. Rinteln 1654
  • Disp. de praedestinatione, Rinteln 1655
  • Disp. tres, quibus Theologia, i. e. doctrina de Deo ejusque attributis, de personis et operibus divinis explicantur. Rinteln 1655
  • Disputationes tres de natura et principio Theologiae. Rinteln 1656
  • Disp. de conversione hominis ad Deum. Rinteln 1656
  • Disp. de incarnatione filii Dei et generis humani repatione. Rinteln 1657
  • Disputationes theologicae tres de sacramentis in genere, et in specie de baptismo et eucharistia. Rinteln 1658–1660
  • Disp. de peccato originis. Rinteln 1661 (Resp. Johann Arendts)
  • Leichenpredigt bey Beerdigung Chr. Bockelmanns, Predig. zu Gr. Endorf. Rinteln 1661
  • Weniges, kurtzes u. wohlmeindliches Bedencken üb. d. theol. Gespräch, welches… zu Cassel gehalten worden, darneben auch v. d. Trennungen d. christl. Kirchen u. wie etwa solchen fürzukommen u. abzuhelfen, gehandelt wird. Rinteln 1662
  • Disputatio Inauguralis De Spiritu Sancto. Rinteln 1662 (Resp. Lic. M. Just. Henr. Barnstorf (Pastor Hannover))
  • Abgenötigte Verthädigung seines Bedenkens vom Kirchenfrieden. Rinteln 1663
  • Disputatio de ecclesia. Rinteln 1664 (Resp. Lic. M. Joh. Geo. Henckel)
  • Disp. de divinitate Christi, contra Photinianos. Rinteln 1664 (Resp. Arnold Eccard)
  • Disputationes theolologicae quinque, quibus natura et principium Theologiae, doctrina de Deo, creatione, conservatione et peccato explicantur. Rinteln 1665
  • Disp. de vera et reali coporis et sanguinis Christi in Eucharista praesentia. Rinteln 1669

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eccard bei der deutschen digitalen Bibliothek