Heinrich Schneider (Juwelier)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Direktor Heinrich Schneider (r. mit Hut in der Hand) im Jahre 1906 auf dem Leipziger Sportplatz mit Thaddäus Robl (l.)
Das Alte Leipziger Rathaus (um 1890), in dem sich bis heute der Familienbetrieb befindet

Heinrich Schneider (* 21. März 1859 in Büdingen; † 6. Mai 1926 in Leipzig) war ein Geschäftsmann, Hofjuwelier des Großherzogtums Hessen und Ordenshersteller im Königreich Sachsen.

Kurzvita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1888 kam Heinrich Schneider nach Leipzig und erwarb dort im Alten Rathaus ein schon bestehendes Juweliergeschäft. Am 18. Mai 1888 eröffnete er dieses unter dem Namen Juwelierfirma Heinrich Schneider. Während seiner Tätigkeit als Juwelier gehörte Schneider zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Leipziger Wirtschaft.

Überdies engagierte sich Schneider in der Entwicklung des Sports sowie der Luftfahrt; so war er 13 Jahre lang Erster Vorsitzender des Vereins „Sportplatz“, der den Sportplatz Leipzig für Bahnradrennen betrieb.[1][2]

1919 übergab Schneider sein Juweliergeschäft seinem Sohn Heinrich. Schneider selbst blieb bis zu seinem Tod Fabrik- und Gutsbesitzer.

Das Juweliergeschäft Heinrich Schneider befindet sich heute (2012) immer noch im Alten Rathaus 1 und ist nach wie vor in Familienbesitz. Die Firma kann damit auf eine über 120-jährige Geschäftstätigkeit zurückblicken.

Ordenslieferant im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Februar 1915 bewarb sich Schneider bei der Königlich Sächsischen Ordenskanzlei um die Lieferung für Kriegsorden. Die Ordenskanzlei gab seiner Bewerbung statt. Der erste Auftrag beinhaltete die Lieferung von 300 Ritterkreuzen zum Albrechts-Orden I. und II. Klasse mit Schwertern, die Schneider noch im selben Monat lieferte.

In der Folgezeit produzierte Schneider weitere Ritterkreuze des Albrechts-Orden, dessen Lieferungen bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 dokumentiert sind. Ferner fertigte er auch Sächsische Kriegsverdienstkreuze mit der Stempelung S. Weitere 10.000 Friedrich-August-Medaillen wurden ebenfalls an die Ordenskanzlei geliefert.

Museumsstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige seiner Werke sind im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ausgestellt.

  • Pailletten, um 1900[3]
  • Silberne Platte, 1909[4]
  • Silberner Prunkteller, 1909[5]
  • Werbezettel mit einer Abbildung eines Jubiläumstellers, 1913[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Weber, Paul Arnold, Peter Keil: Die Orden des Königreiches Sachsen, Graf Klenau Verlags GmbH Offenbach 1997, ISBN 978-3936529807, S. 255.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sport-Album der Rad-Welt 1904, Berlin 1905, S. 14/15
  2. Sport-Album der Rad-Welt 1924–1927, Berlin 1928, S. 122
  3. http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=Z0064627
  4. http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=ME000146
  5. http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=me000384
  6. http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=Z0023585