Heizkraftwerk Marzahn

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Heizkraftwerk Marzahn
Ansicht aus östlicher Richtung
Ansicht aus östlicher Richtung
Lage
Heizkraftwerk Marzahn (Berlin)
Heizkraftwerk Marzahn
Koordinaten 52° 31′ 24″ N, 13° 31′ 19″ OKoordinaten: 52° 31′ 24″ N, 13° 31′ 19″ O
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Daten
Typ Heizkraftwerk
Primärenergie Erdgas
Brennstoff Erdgas Früher auch Öl, Müll
Eigentümer Vattenfall Europe
Betreiber Vattenfall Europe
Schornsteinhöhe 169 m
f2
f2

Das Heizkraftwerk Marzahn (ehemals Heizkraftwerk Berlin-Lichtenberg) im Ostteil Berlins ist ein Heizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Es befindet sich nahe der Kreuzung Rhinstraße/Allee der Kosmonauten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf an der Grenze zum Bezirk Lichtenberg.

Eigentümer und Betreiber ist die zum Vattenfall-Konzern gehörende Vattenfall Europe Wärme AG.

Das Kraftwerk zwischen 1970 und 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heizkraftwerk (HKW) wurde ab 1970 in mehreren Baustufen vom damaligen Energiekombinat Berlin errichtet. Damit wurde die Bebauung eines 405 Hektar großen Gebietes mit Industriestandorten begonnen, zu deren Versorgung das Kraftwerk diente. Außerdem wurde in dieser Zeit auch mit der Errichtung der neuen Wohngebiete rund um das Dorf Marzahn begonnen, die mit Fernwärme aus dem Kraftwerk beheizt wurden. Da das Gebiet zu dieser Zeit bis zur Bezirksreform 2001 noch zum Stadtbezirk Lichtenberg gehörte, wurde das Kraftwerk nach ihm benannt. Diese Benennung führte gelegentlich zu Verwechslungen mit dem im Lichtenberger Ortsteil Rummelsburg gelegenen Kraftwerk Klingenberg. Auch, als 1979 der eigenständige Stadtbezirk Marzahn gegründet worden war, zu dem dieser Abschnitt der Rhinstraße gehörte, blieb der Name erhalten. Erst am 21. November 2013 wurde das Kraftwerk offiziell von HKW Lichtenberg in HKW Marzahn umbenannt[1], nachdem der Eigentümer das bereits im Jahr 2011 beantragt hatte[2].

In der ersten Bauphase errichtete man einen mit Öl befeuerten Kessel und einen Turbosatz mit einer Entnahme-Kondensationsturbine und einer elektrischen Leistung von 32 MW. 1975 begann der Bau einer Müllverbrennungsanlage (MVA) mit einer Kapazität von 80.000 Tonnen Hausmüll jährlich. Sie war die erste der DDR und blieb bis zu deren Ende auch die einzige. Von der MVA führte eine Dampfleitung zum bestehenden Kraftwerk. Ein zweiter Turbosatz, ebenfalls mit 32 MW, wurde im gleichen Zeitraum im HKW installiert. Daneben gibt es noch weitere Heißwassererzeuger, so dass sich die gesamte thermische Leistung des Kraftwerks nach Abschluss des Ausbaus auf 1.255 MW belief und darauf bezogen das leistungsstärkste Kraftwerk in Berlin war.

Da die DDR beim Bau des Kraftwerks bzw. der Müllverbrennungsanlage nicht über leistungsfähige Filtertechnik verfügte, wurden die praktisch ungefilterten Verbrennungsgase über einen 169 Meter hohen Schornstein abgeleitet, um sie so weiträumig zu verteilen. Ein zweiter gleich hoher Schornstein leitete die Rauchgase von sechs Heißwassererzeugern ab.

Entwicklung nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vattenfall-Schild vor dem Kraftwerk, dahinter das nördliche Maschinenhaus

Umweltgruppen und die in der Umgebung wohnende Bevölkerung kritisierten diesen Zustand vor allem seit der Wende. Insbesondere wurde der nicht widerlegte Verdacht geäußert, dass hier größere Mengen Dioxine freigesetzt werden. Dies führte 1990 zum Entschluss, die Müllverbrennungsanlage stillzulegen.

Mit dem Zusammenschluss der aus dem Energiekombinat Berlin hervorgegangenen EBAG und der Bewag (seit 1998 Vattenfall Europe Berlin) im Jahr 1993 wurde das Kraftwerk in das nunmehrige Gesamtberliner Strom- und Wärmenetz integriert. Es bildet einen Teil des Geschäftsbereichs Kraftwerke Ost.

Im Jahr 2004 wurde der im HKW angeschlossene Turbosatz 1 demontiert und nach Indien verkauft, wo er im dortigen Bundesstaat Chhattisgarh wieder zum Einsatz kam. Nachdem 2011 auch der zweite Turbosatz nach Indien verkauft wurde, sind nur noch die mit Gas befeuerten Heißwassererzeuger der 3. und 4. Baustufe in Betrieb.

Neubaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudebestand 2012
Gleiche Ansicht 2014

Im März 2012 wurde mit dem stückweisen Abtragen des nördlichen Schornsteins begonnen. Der schwedische Konzern plant nach einem Abriss der meisten mehr als 40 Jahre alten Kraftwerksgebäude die Errichtung eines hocheffizienten Erdgas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerks (GuD), das einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent besitzen wird.[3] Nur sechs der neun großen Heißwassererzeuger bleiben stehen und werden in das neue Kraftwerk integriert. Für die neue Kraftwerksanlage gingen die Architekten Gessert und Randecker und Glück Landschaftsplaner aus einem europaweiten Ausschreibungswettbewerb als Sieger hervor.[4] Die Entwürfe für die 500 Millionen Euro teure Investition auf dem Gelände werden im Jahr 2013 noch einmal überarbeitet. Um Platz für den Neubau zu schaffen, wurden die Öltanks und einige Nebengebäude ebenfalls schon beseitigt. Vattenfall eröffnete aus Anlass der Projektvorstellung im November 2013 im Haus Rhinstraße 70 ein Besucherzentrum. Anwohner und Interessierte sind eingeladen, sich die Kraftwerksplanungen anzuschauen und können sich auch später dort über den Baufortschritt informieren. Das Bauprojekt sollte 2014 öffentlich ausgeschrieben werden, mit dem Ziel des Baubeginns 2015 und der Inbetriebnahme im Jahr 2018, dieser Zeitplan wurde jedoch nicht eingehalten.[1][5] Im Dezember 2015 erhielt Siemens den Zuschlag zum Bau,[6] laut Vattenfall soll es bis 2020 errichtet werden. Die Kosten für den Neubau die und neue Technik belaufen sich auf 325 Millionen Euro. Der Deutschland-Chef des Unternehmens führte vor Pressevertretern dazu aus: „Mit dem Bau des Heizkraftwerks erfüllen wir einen weiteren Punkt unserer Klimaschutzvereinbarung mit dem Senat. Wir sind mit der Halbierung unserer Emissionen im Vergleich zu 1990 voll im Plan.“ Als Baubeginn wurde der April 2017 genannt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heizkraftwerk Marzahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Birgitt Eltzel: Kraftwerk-Gucken in Marzahn. In: Berliner Zeitung vom 22. November 2013
  2. Das HKW Marzahn – Ein Überblick. Webseite von Vattenfall. Aufgerufen am 29. März 2012
  3. a b Vattenfall baut neues Kraftwerk in Marzahn. In: Berliner Zeitung, 8. Februar 2017, S. 13.
  4. Wettbewerbe auf der Architektenhomepage h4a (Memento des Originals vom 22. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.h4a-architekten.de, abgerufen am 22. November 2013
  5. Nasiha Ahyoud: Hightech-Kraftwerk für Marzahn auf www.abendblatt-berlin.de,
  6. Homepage Vattenfall: Bauprojekte Marzahn