Henner Huhle

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Henner Huhle (2010)

Henner Huhle (* 30. Januar 1937 in Halle (Saale)) ist ein ehemaliger Sportlehrer, Studienrat und Fechtmeister. Huhle schrieb mehrere Bücher über sportliche und korporationsstudentische Themen.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Huhle machte 1955 Abitur an der Lucas-Cranach-Oberschule in Wittenberg-Piesteritz. Er übersiedelte 1955 aus der DDR nach Mülheim an der Ruhr. Dort absolvierte er eine Lehre als Elektroinstallateur, die er 1958 mit der Gesellenprüfung abschloss.

Er studierte Sportwissenschaften und Mathematik an der Universität Köln. Während seiner Studienzeit trat er in die akademische Landsmannschaft Macaria ein. Nach dem Studienabschluß arbeitete Huhle ab 1962 als Sportlehrer am Hansagymnasium Köln und weiteren Gymnasien in Essen und Köln. Seit 1979 ist er Beamter auf Lebenszeit.

1965 bestand er an der Deutschen Sporthochschule in Köln auch die Prüfung als staatlich geprüfter Schwimmmeister. 1966 folgte ein Studium in Geographie, das er 1976 abschloss.

Huhle ist Oberleutnant der Reserve und Mitglied der Re-Union der Luftwaffe e. V. und der Re-Union der Marine.

Engagement im Sport[Bearbeiten]

1955 errang Huhle den zweiten Platz bei den Jugendmeisterschaften der DDR im Gerätturnen. Neben seiner späteren beruflichen Tätigkeit war Huhle als Sportfunktionär und ehrenamtlich sportlich tätig, insbesondere bei der Westdeutschen Volleyballjugend. 1969 wurde er Betreuer der Auswahlmannschaft der Deutschen Volleyballjugend und Jugend–Bundestrainer. Zudem schrieb er ein Lehrbuch für den Volleyball.

Akademisches Fechten[Bearbeiten]

Huhle wurde im Sommersemester 1959 bei der Landsmannschaft Macaria Köln im Coburger Convent (CC) aktiv. Neben dem Volleyball war er daher auch im Bereich Fechten aktiv. Seine Hauptwerke als Autor im Bereich des akademischen Fechtens sind das mehrfach neu aufgelegte Buch Die Entwicklung des Fechtens an Deutschen Hochschulen und 500 Jahre Fechtmeister in Deutschland. 10 Jahre lang leitete Huhle in Zusammenarbeit mit dem BGS-Coburg die Seminare „Denken an die deutsche Einheit“

1976 legte er die Diplom-Fechtmeisterprüfung ab und wurde 1981 Präsident des VdF und 1985 Vorsitzender der AGA. Alle offiziellen Piktogramme (Schlägerfechten mit Korb und Glocke: Paukant, Paukant und Sekundant, zwei Paukanten und zwei Sekundanten) wurden von Huhle entwickelt und eingeführt. Von August bis November 1987 organisierte er im Historischen Museum in Frankfurt am Main im Rahmen der Ausstellung „500 Jahre Fechtmeister in Deutschland“ eine Ausstellung aller Fechtwaffen, insbesondere der akademischen Fechtwaffen.

Im Juli 1989 war Huhle der erste Fechtmeister, der auf Einladung der damals neu entstehenden DDR-Studentenverbindungen in die DDR reiste, um in seiner Geburtsstadt Halle Unterricht im akademischen Fechten zu erteilen. Zu diesem Zweck schmuggelte er Klingen und weitere Waffenteile inklusive Schutzausrüstung teilweise im Kofferraum des eigenen Kraftwagens über die innerdeutsche Grenze. Er gründete am 23. Juli 1989 illegal die „Akademische Fechtgemeinschaft Halle/Leipzig der DDR“ in Halle.Am 7.12. 2001 wurde ihm das Ehrenband der Landsmannschaft Macaria verliehen.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1970 Ehrenurkunde des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen für besondere Leistungen im Schulsport.
  • 1989 Auszeichnung „Die Stadt Coburg dankt“ durch den Coburger Oberbürgermeister Karl-Heinz Höhn.
  • 1994 Ehrenpräsident des Verbandes der Fechtmeister.
  • 1994 Ehrenfechtamtsleiter des CC.
  • 1995 Fabricius-Medaille vom Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) für seine Verdienste um das Korporationsstudententum.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Sportpädagogik[Bearbeiten]

  • Volleyball, Technik – Taktik – Regeln. Falkenverlag 1975, Niederhausen Taunus ISBN 3-8068-0351-X
  • Die Entwicklung des Volleyballspiels im Bereich der Schule am Beispiel NRW. 1976
  • Neue methodische Aspekte bei der Vermittlung des frontalen Schmetterschlages. In: Lehre + Praxis des Volleyballspiels, 3. Jahrgang, Nr. 4/Juli 1979

Studentengeschichte und Mensur[Bearbeiten]

  • Sport und DLRG, Leistungsscheinarbeit für der Leistungsschein Nr. 181 der DLRG Mülheim / Ruhr , 4. Juli 1959
  • Die Entwicklung des Fechtens an Deutschen Hochschulen. Auszug und gleichzeitig Ergänzung aus der Diplomarbeit der DSHS Köln. In: Historia Academica Nr. 5; Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des CC 1964, Druck: Heinrich Fink GmbH+Co Stuttgart
  • Die moderne Schlägermensur. 1965
  • Das Fechten nach 1945 und die Reformversuche. In: Deutsche Sängerschaft, Weimarer CC 70 vom 5. September 1965
  • Fechten – Ja aber wie? 1972
  • Gedanken zur Entwicklung des Schlägerfechtens. In: CC-Blätter 87 (1972), Sondernummer Pfingsten 72
  • Piktogramme für das akademische Fechten (Mensur) in verschiedenen Variationen (seit 1972)
  • Akademische Fechtgemeinschaften. In: CC-Mitteilungen, Nr. 35, April 1975
  • Ein einheitlicher Schlägercomment? In: CC-Mitteilungen, Nr. 39, April 1976
  • Die Geschichte des studentischen Fechtens. In: CC-Blätter März und April 1978
  • Unser Fechten – Entwicklung und Zweck. In: Mensur – was solls, Stuttgart 1984, 17–19
  • Geschichte des Verbandes der Fechtmeister (VdF). In: Liederheft – 100 Jahre VdF, 1984 Großheirat
  • Fechten im CC. In: Klaus Wöhner (Hrsg.): Coburg und sein Convent, Coburg 1986
  • Allgemeiner Mensur–Comment. VdF und AGA, Köln 1986, Neudruck 1997
  • 500 Jahre Fechtmeister in Deutschland. Ältester privilegierter Berufsverband. Historisches Museum in Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-923420-08-0
  • Sekundieren. 1986 Selbstverlag Köln, für alle CC-Korporationen
  • Fechtschule des Schlägerfechtens, mit Günter Rupp, Köln 1987
  • Nichts verändert das Fechten so wie der Komment. In: Einst und Jetzt 34 (1989)
  • Zu dieser Zeit – kaum zu glauben. Die illegale Gründung einer schlagenden Verbindung in der DDR. In: Einst und Jetzt 36 (1991)
  • CODEX. Grundsätze für freiwillig vereinbarte Fechtfolgen. Köln 1993
  • Auf der Suche nach einem Ziegenhainer. Waffenstudentisches Ehrenwort in der DDR. In: SK Studenten Kurier 2/2005
  • Die präwendalen Couleuriker und die Rudelsburger Allianz. Eine Geschichte der Studentenbewegung in Mitteldeutschland vor der Öffnung der Mauer bis zur Gründung der Rudelsburger Allianz. Edwin Ferger Verlag 2006,

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henner Huhle – Sammlung von Bildern