Herbert Beck (Künstler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Herbert Beck (* 29. Januar 1920 in Leipzig; † 28. Dezember 2010 in Tegernsee)[1] war ein deutscher Künstler und Aquarellmaler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Beck, Harlekin mit Maske, Aquarell auf Papier, 71 × 50 × 50 cm
Herbert Beck: Der Kartenspieler (Variation eines Selbstporträts), Aquarell auf Papier, 74 × 54 cm
Herbert Beck: Brennende Stadt, Aquarell auf Papier, 1995, 69 × 89 cm

Herbert Beck absolvierte in Leipzig zunächst eine Lehre als Goldschmied und nahm Zeichenunterricht bei Professor Max Schwimmer an der Kunstgewerbeschule für Graphik und Design. 1948, nach der Flucht aus der sowjetischen Zone an den Tegernsee, begann er als Autodidakt zu malen. In den 1950er Jahren stellte die Galerie Commeter in Hamburg seine Ölgemälde mehrmals aus. Auch Hanna Bekker vom Rath förderte Beck schon früh und richtete ihm in den 1960er Jahren mehrere Ausstellungen aus.

Die Bekanntschaft mit Emil Nolde beeinflusste Becks künstlerisches Schaffen. Fasziniert von der leuchtenden Farbkraft in Noldes Aquarellen begann Beck seine eigene, farbstarke Aquarell-Technik zu entwickeln. Auch in der Ölmalerei erzielte er durch extreme Verdünnung mit Terpentin einen aquarellhaften Charakter.

Becks Arbeiten stehen in einer deutschen Tradition des Expressionismus und weisen Tendenzen ins Mythische und Magische auf. Thematisch umfasst das Œuvre Landschaften, Stillleben und figürliche Kompositionen. Religiöse Themen nehmen durch die Jahrzehnte hinweg immer wieder eine wichtige Rolle ein; die Auseinandersetzung mit seinen Kriegserlebnissen spiegeln sich in zahlreichen Werken wider. Auch Becks Vorliebe für Jazz und klassische Musik durchziehen als formale Inspiration das gesamte Werk.

In den späten 1970er Jahren entwickelte Beck eine spezielle Technik, die auf Zufallsprinzip beruhte. Daraus entstanden die “Miniaturen”, kleinformatige Aquarelle mit poetischem und narrativem Charakter.

1984 wurde Beck durch die vielen Jahre des Einatmens von Terpentindünsten während der Arbeit an seinen Ölgemälden ernsthaft krank. Nach seiner Genesung konzentrierte er sich nur noch auf die Aquarellmalerei. In den letzten Schaffensjahren entstand ein Zyklus von Aquarellen, die er „Gesichter der Welt“ nannte. Mit den oft schockierenden, entlarvenden Darstellungen von Tätern und Opfern formulierte er seine Idee vom Menschen im 20. Jahrhundert. Auch seine Landschaftsdarstellungen entwickelte er weiter zu den abstrakten, aus räumlichen Farbstufen bestehenden “Meditativen Landschaften”.

2010 verstarb der Künstler mit 90 Jahren in Tegernsee nach kurzer Krankheit.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Beck: Meditative Landschaft, Aquarell auf Papier, 2000, 72 × 86,5 cm
  • 1952 Galerie Commeter, Hamburg
  • 1954 Kunstmuseum, Norrköping
  • 1956 Galerie Marcel Bernheim, Paris
  • 1961 Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt
  • 1961 Galerie Utermann, Dortmund und Kunsthaus Bühler, Stuttgart
  • 1984 Archeus Fine Art, London
  • 1989 Galerie Leonard Hutton, New York
  • 1996 Kunstmuseum, Ahlen
  • 1997 Lesly Sacks Fine Art, Los Angeles
  • 2000 Galerie Dobe, New York
  • 2002 Beck & Eggeling, Düsseldorf
  • 2009 MIA Art Foundation, Peking
  • 2012 Connaught Brown, London
  • 2013 Kloster Schussenried
  • 2014 Connaught Brown, London
  • 2015 Beck & Eggeling International Fine Art, Düsseldorf
  • 2018 Herbert Beck trifft Emil Nolde. Inspiration und Umsetzung, Olaf Gulbransson Museum, Tegernseer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Kiessling: Begegnungen mit Malern. Münchner Kunstszene 1955-1980. Eine Dokumentation von 128 Malern mit 384 Farbtafeln und Kurzbiographien, St. Ottilien 1980, S. 144–147. ISBN 3-88096-081-X.
  • Hans Kiessling: Maler der Münchner Kunstszene 1955-1982. Eine Dokumentation von 88 Malern mit 440 Bildtafeln und Kurzbiographien, St Ottilien 1982, S. 32–37. ISBN 3-88096-175-1.
  • Verena Schmidt-Bauer: Herbert Beck. Retrospektive, Leipzig 1996. ISBN 3-930919-08-7.
  • Herbert Beck. Von der Landschaft zum offenen Raum. Mit Texten von Werner Becker und Ralph Dosch, Düsseldorf 2000. ISBN 3-930919-28-1.
  • Herbert Beck. Faces of the World. Mit einem Vorwort von Mia Jin und einem Text von Gertrud Peters, Düsseldorf 2009. ISBN 3-930919-56-7.
  • Andrea Knop (Hrsg.): Herbert Beck. Magie der Farbe. Katalog zur Ausstellung im Kloster Schussenried, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Düsseldorf 2013. ISBN 3-930919-84-2.
  • Nachlass Herbert Beck (Hrsg.): Herbert Beck. Miniaturen. Mit Beiträgen von Ina Ewers-Schultz, Andrea Knop und Regina Landherr, München [Hirmer-Verlag] 2014. ISBN 978-3-7774-2352-4.
  • Herbert Beck trifft Emil Nolde. Inspiration und Umsetzung, hg. von Ute Eggeling und Michael Beck (Ausst.-Kat. Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee), Bönen 2018. ISBN 978-3-946063-17-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Beck ist tot. merkur-online.de, 30. Dezember 2010, abgerufen am 29. April 2013.