Emil Nolde

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Emil Nolde, Porträtfoto von Minya Diez-Dührkoop, 1929.

Emil Nolde (* 7. August 1867 als Hans Emil Hansen in Nolde bei Buhrkall, Provinz Schleswig-Holstein; † 13. April 1956 in Seebüll) war einer der führenden Maler des Expressionismus. Er ist einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nolde ist bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendjahre und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Nolde wurde einige Kilometer östlich von Tondern im Ortsteil Nolde von Buhrkall (heute Burkal) als viertes von fünf Kindern einer Bauernfamilie geboren. Sein Geburtsort Buhrkall im nördlichen Teil des Herzogtums Schleswig gehörte von 1867 bis 1920 zu Preußen und damit zum Deutschen Reich. Sein Vater war Nordfriese und stammte aus der Gegend um Niebüll; er sprach nordfriesisch, seine Mutter sprach südjütisch. Emil Nolde besuchte deutsche Schulen. Seine Jugendjahre auf dem elterlichen Hof in Nolde waren geprägt von harter Arbeit und einem relativ kargen Leben. Er hatte drei ältere Brüder und eine jüngere Schwester.

Von 1884 bis 1888 ließ er sich auf Drängen des Vaters als Schnitzer und Zeichner an der Kunstgewerbeschule in Flensburg (heute Museumsberg Flensburg) ausbilden. Er war dort an der Restaurierung des Brüggemann-Altars beteiligt. Einen Lehrabschluss erwarb er nicht.[1] Danach arbeitete er für verschiedene Möbelfabriken, unter anderem in München, Karlsruhe und Berlin. 1892 trat er am Gewerbemuseum in St. Gallen eine Stellung als Lehrer für gewerbliches und ornamentales Entwurfszeichnen an, die ihm 1898 gekündigt wurde. In dieser Zeit lernte er Hans Fehr kennen, mit dem er lange verbunden blieb. Anschließend arbeitete er zunächst an einer Reihe von Landschaftsaquarellen und Zeichnungen der Bergbauern. Nolde wurde schließlich durch kleine farbige Zeichnungen der Schweizer Berge bekannt. Er ließ Postkarten dieser Arbeiten drucken, die ihm ein Leben als freier Künstler erlaubten.[2]

Er ging nach München, wurde allerdings von der Akademie abgelehnt und begann zunächst ein Studium an der privaten Malschule Adolf Hölzels in Dachau, bevor er im Herbst 1899 mit der Malerin Emmi Walther über Amsterdam nach Paris reiste und sich an der Académie Julian anmeldete. 1900 mietete er ein Atelier in Kopenhagen. 1902 heiratete er dort die 23 Jahre alte dänische Schauspielerin Ada Vilstrup (1879–1946).[3] Mit ihr zog er auf die Insel Alsen.[4] Dort wohnten sie zwischen 1903 und 1916 sommers in einem Fischerhaus in Sjellerupskov bei Guderup.[5] Als Atelier diente eine Bretterbude direkt am Strand. Ab 1905 lebte er im Winter meist in Berlin, zunächst in der Tauentzienstraße, dann in der Bayernallee 11 in Berlin-Westend.[6]

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1902 nannte sich Nolde nach seinem nordschleswigschen Heimatdorf. Um 1903 malte er noch „lyrische“ Landschaften. Er wurde Mitglied der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft und nahm zwischen 1903 und 1912 an fünf Ausstellungen teil. 1904 war er auf der Jahresausstellung im Flensburger Museum mit den Gemälden „In der Räuberstube“ und „Sommernacht“ vertreten. Seine zunehmend auf Farbe setzenden Blumen- und Gartenbilder von Alsen machten die Künstlergruppe Brücke auf ihn aufmerksam. Der Einladung, ihr beizutreten, folgte Nolde 1906 nach anfänglichem Zögern. Dadurch kam er in Kontakt zu wesentlich jüngeren Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. In Berlin begegnete er auch Edvard Munch. Seine aktive Mitgliedschaft in der Brücke beendete Nolde 1907, dabei war ein Streit mit Schmidt-Rottluff maßgeblich. Trotz dieser kurzen Zeit brachte Nolde die Radierung als weitere Darstellungstechnik in die Gemeinschaft, vermittelte Kontakte zu dem Hamburger Sammler und Kunstmäzen Gustav Schiefler und sorgte durch das Einführen kostenpflichtiger „passiver Mitgliedschaften“ mit dem Versand von Originalgrafiken als „Jahresgaben“ für die Bekanntheit und den wirtschaftlichen Erfolg der Gruppe. Nolde selbst nahm während seiner nur 21-monatigen Mitgliedschaft an acht Ausstellungen der Gruppe in 25 Orten teil.[7]

1909 wurde Nolde Mitglied der Berliner Secession. Als deren Jury unter Mitwirkung von Max Liebermann im Jahr darauf Werke Georg Tapperts und vieler meist expressionistischer Künstler zurückwies, kam es zum Bruch der Berliner Secession. Auf Initiative Tapperts, gefolgt von Max Pechstein und weiteren Künstlern, so auch Nolde, bildete sich die Neue Secession. Sie eröffnete am 15. Mai ihre erste Ausstellung unter dem Titel „Zurückgewiesene der Secession Berlin 1910“.[8]

Nun entstanden erste religiöse Bilder Noldes: Abendmahl, Pfingsten und Verspottung. Zwischen 1910 und 1912 hatte er erste Erfolge mit eigenen Ausstellungen in Hamburg, Essen und Hagen. Bilder vom Nachtleben in Berlin, wo er gemeinsam mit seiner Frau Ada regelmäßig die Wintermonate verbrachte, Theaterzeichnungen, Maskenstillleben, 20 Herbstmeere, das neunteilige Das Leben Christi entstanden. Von Herbst 1913 bis Ende August 1914 unternahm er als Mitglied der Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition des Reichskolonialamtes eine Reise in die Südsee. Während der Rückreise begann der Erste Weltkrieg. Nolde zog 1916 in das kleine Bauernhaus Utenwarf () an der Westküste nahe Tondern und der Vidå (dt. Wiedau). Die heftigen Auseinandersetzungen um die deutsch-dänische Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg waren ihm zuwider, und obwohl er sich als Deutscher fühlte, machte Nolde von seinem Recht Gebrauch, die dänische Staatsbürgerschaft anzunehmen, als sein Geburtsort nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 an Dänemark fiel. Bis an sein Lebensende behielt er wie auch seine Frau die dänische Staatsbürgerschaft, verstand sich aber zeitlebens als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit in Nordschleswig.

Seebüll[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Seebüll und Garten

Erst als das Land um Utenwarf zunehmend erschlossen und entwässert wurde, zog er mit seiner Frau auf die deutsche Seite der Grenze, da ihn dort die Landschaft an seine Heimat bei Nolde erinnerte. Das Ehepaar erwarb 1926 eine leerstehende Warft, die sie Seebüll nannten und auf der bis 1930 das gleichnamige Wohn- und Atelierhaus des Malers erbaut wurde, gelegen nahe Neukirchen im Amt Wiedingharde des damaligen Kreises Südtondern. Sie wohnten zunächst in dem benachbarten Bauernhaus „Seebüllhof“, das sie gemeinsam mit der Warft und den umliegenden Weideflächen erworben hatten. Der Umzug in das neu erbaute Haus „Seebüll“ erfolgte im Jahr 1930. Das Wohngebäude ist ein zweigeschossiger Kubus mit Flachdach, an den eingeschossige Anbauten über dreieckigem Grundriss angefügt sind. 1937 wurde dem Wohnhaus ein Atelierhaus mit Bildersaal angefügt. Der Bau wurde nach Entwürfen Emil Noldes unter Mitwirkung des befreundeten Architekten Georg Rieve aus Backstein errichtet. Die Farbigkeit im Innern des Wohnhauses korrespondiert mit den kräftigen Farben der Gartenpflanzen.[9]

Neben dem Haus legten Ada und Emil Nolde einen Garten an, dessen Wege in Form der Initialen E und A verlaufen.[10] Zum Garten gehören zwei Gebäude: ein 1935/1936 errichtetes, reetgedecktes Gartenhaus, das sogenannte „Seebüllchen“, sowie die Begräbnisstätte von Ada und Emil Nolde. Diese befindet sich in einem ehemaligen Erdschutzbunker, der 1946, als Ada starb, in eine Gruft umgewandelt wurde. An der Stirnwand schuf Nolde das Mosaik Madonna mit Kind.[11] Der Garten Noldes ist ein individuelles Gartenkunstwerk, das die zeitgenössische Reformbewegung aufnimmt, die sich gegen industrielle und genormte Kunstformen richtet. So entstand in der weiten Marschlandschaft in Bepflanzung und Ausstattung ein recht geschlossener, heimatbezogener Bauerngarten, auch wenn dieser keine für diese Gärten typische auf das Haus bezogene Mittelachse aufweist und Haus und Garten getrennte Einheiten bilden.[12]

Zu seinem 60. Geburtstag wurde ihm 1927 eine Jubiläumsausstellung in Dresden gewidmet.

Im Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Goebbels in der Ausstellung „Entartete Kunst“, 1938 Berlin. Links zwei Gemälde von Emil Nolde: Christus und die Sünderin und Die klugen und die törichten Jungfrauen, rechts eine Skulptur von Gerhard Marcks: Heiliger Georg

Nationalsozialistisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nolde war früh der Überzeugung, die „germanische Kunst“ sei allen anderen weit überlegen. Im August 1934 bezeugte er mit seiner Unterschrift unter den Aufruf der Kulturschaffenden, dass er zu des Führers Gefolgschaft gehöre. Er wurde 1934 Mitglied einer der verschiedenen nationalsozialistischen Parteien in Nordschleswig, der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig (NSAN). Die konkurrierenden nationalsozialistischen Parteien wurden 1935 aufgrund von Bemühungen des Gauleiters Hinrich Lohse in Schleswig-Holstein zur NSDAP-Nordschleswig (NSDAP-N) zusammengefasst.

Während seiner Teilnahme an der Deutsch-Neuguinea-Expedition von 1913/1914 ließ er erkennen, dass er die dortigen Kulturen der „Wilden“ für minderwertig hielt. Nolde war auch antisemitisch eingestellt, wie aus vielen Dokumenten hervorgeht – so aus den ersten beiden Teilbänden seiner Autobiografie: „Das eigene Leben“ (1930) und „Jahre der Kämpfe“ (1934), welche die Jahre von 1867 bis 1914 umfassen. In den Originalausgaben der beiden Bände lassen sich viele nationalistische, rassistische und antisemitische Äußerungen des Noldes finden.[13][14] Er polemisierte gegen jüdische Kunsthändler wie Paul Cassirer und Maler wie Max Liebermann. Im Mai 1933 denunzierte Nolde seinen Konkurrenten Max Pechstein allein wegen dessen Namen bei einem Beamten des Propagandaministeriums als vermeintlichen "Juden". Obwohl von Pechstein darauf aufmerksam gemacht, dass diese Behauptung nicht zutreffe, ihm und seiner Familie aber sehr gefährlich werden könne, verweigerte Nolde eine Richtigstellung gegenüber dem Ministerium.[15] Eine andere Äußerung galt Rosa Schapire, einer Kunsthistorikerin, die den noch unbekannten Künstler durch Vorträge und Ausstellungsberichte gefördert hatte:

„‚Eine hiesige junge Dame interessiert sich sehr für Ihre Kunst‘ erzählte Frau Rauert. Es war Fräulein Dr. Schapiere [sic], und als wir nach Alsen kamen, wurden uns ihre frisch geschriebenen Artikel zugesandt. Auch kamen Briefe geflogen. – Die schnell auflodernde Freundschaft zwischen ihr und uns brach bald wieder in sich zusammen. Nur Asche blieb. Vom Wind verweht. In der Kunst war es meine erste bewußte Begegnung mit einem Menschen, anderer Art als ich es war. Mit 18 Jahren hatte ich in Flensburg den ersten Juden gesehen […] Juden haben viel Intelligenz und Geistigkeit, doch wenig Schöpfergabe. Ein junger forscher Jude, als ich nach Berlin gekommen war, sagte mir dass: ‚Jedes junge Mädchen, mit dem ich zum dritten Mal allein zusammen bin, muß fallen.‘ – […] Mir waren wund alle zarten edlen Innigkeiten. Juden sind andere Menschen, als wir es sind. […]“

Emil Nolde: Jahre der Kämpfe. Berlin 1934, S. 101, 102.[16]

Zugleich sprach er sich dagegen aus, moderne französische Malerei der Stilrichtungen Impressionismus, Kubismus, Surrealismus, Fauvismus und Primitivismus im deutschen Kunsthandel anzubieten.

Verfemung und Erfolge im Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar schätzten zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus noch einige Vertreter des Regimes Noldes Kunst und seine kunstpolitische Einstellung. So gehörten Joseph Goebbels, Albert Speer, Bernhard Rust und Baldur von Schirach anfangs zu seinen Förderern. Otto Andreas Schreiber, Führer des NS-Studentenbundes und Absolvent der Berliner Kunsthochschule, orientierte sich künstlerisch an Nolde und Erich Heckel. Er warb für deren Expressivität als der eigentlichen nationalsozialistischen Kunst der Zukunft, und 1933 veranstaltete der NS-Studentenbund eine Ausstellung mit Noldes Werken. Nolde wurde sogar im Mai desselben Jahres von NS-Funktionären der jungen Generation gefragt, ob er nicht neuer Direktor der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst werden wolle.[17] Noch im November 1933 war er Ehrengast des Reichsführers SS Heinrich Himmler an einem Abendessens zum zehnten Jahrestag des Hitler-Putsches im November 1923 im Münchner Löwenbräukeller. Danach berichtete Nolde: „Die Feier war sehr bewegend. Wir sahen u. hörten den Führer zum ersten Mal. [...] Der Führer ist groß u. edel in seinen Bestrebungen u. ein genialer Tatenmensch.[...]“.[15] Das modernistische Verständnis dieser Nationalsozialisten von „deutscher Kunst“ wurde aber von der kulturkonservativen Mehrheit um Alfred Rosenberg zurückgedrängt.[18] Dieser größere Teil der NS-Führung versuchte, Nolde künstlerisch und wirtschaftlich zu diskriminieren – dazu gehörte auch Adolf Hitler selbst. So wurden mehrere seiner Gemälde wie etwa das Leben Christi in der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937 als negative Beispiele gebrandmarkt. Weitere Gemälde wurden in folgenden Aktionen beschlagnahmt und zwangsverkauft. Nolde wollte dies offenbar zunächst nicht wahrhaben und schien überrascht, als seine Werke als „Entartete Kunst“ diffamiert wurden. Er fühlte sich missverstanden und glaubte an Fehler untergeordneter Personen und Dienststellen. Nolde versuchte, die Nationalsozialisten zu überzeugen, dass er doch selber schon immer den Thesen der Bewegung entsprechend gedacht und gelebt habe[19] und schrieb 1938:

„Wenn ich im Leben, so lange ich Künstler bin, gegen Ueberfremdung der deutschen Kunst, gegen den unsauberen Kunsthandel und gegen die übergrosse jüdische Vorherrschaft in allem Künstlerischen in offenem Kampf gestanden bin und nun seit Jahren von der Seite, für die ich mit und vorgekämpft habe, angegriffen und verfolgt werde – dann müssen Missverständnisse vorliegen, die eine [sic] Klärung bedürfen.[15]

Am 2. Juli desselben Jahres wandte er sich schriftlich an Goebbels und bat um die Rückgabe beschlagnahmter Werke und das Ende der Diffamierungen. Dabei machte er geltend, dass er sich „als fast einziger deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst“ sähe, und wies darauf hin, dass er sofort nach der Gründung der NSDAP-Nordschleswig deren Mitglied geworden sei.[20] Ende desselben Jahres ergänzte Nolde:[15]

„Den Nationalsozialismus verehre ich als die besondere und jüngste Staatsform, die Arbeit ist zur Ehre erhoben. Und ich habe den Glauben, dass unser großer deutscher Führer Adolf Hitler nur für das Recht und Wohl des deutschen Volkes lebt und wirkt und auch dass er in ernsten Sachen von Grund auf die Wahrheit wissen will, [...] und trotz allem, was in jüngster Zeit gegen mich unternommen worden ist, bin ich stets und immer im In- und Ausland für die große deutsche nationalsozialistische Sache mit vollster Ueberzeugung eingetreten. Ich habe den Eindruck, dass meine um 1910 geführten Kulturkämpfe gegen die herrschende Ueberfremdung in allem Künstlerischen und gegen die alles beherrschende jüdische Macht, jetzt nur noch wenigen bekannt sein möge.“

Die trotz solcher Ergebenheitsadressen Noldes gegen ihn durch die nationalsozialistische Kunstpolitik erwirkten Einschränkungen bedeuteten jedoch nicht den Abbruch seiner Karriere. Auch die beiden Bände seiner Biographie[13] blieben verfügbar und verkauften sich abgesehen von einem Einbruch 1938 weiterhin gut. Sie enthielten allerdings auch etliche Aussagen Noldes, die dem Regime gefallen mussten: „Juden haben viel Intelligenz und Geistigkeit, doch wenig Seele und wenig Schöpfergabe [...]. Juden sind andere Menschen, als wir es sind. [...] Durch ihre unglückselige Einsiedlung in die Wohnstätten der arischen Völker und ihre starke Teilnahme in deren eigensten Machtbefugnissen und Kulturen ist ein beiderseitig unerträglicher Zustand entstanden.“[15] Beschlagnahmte Leihgaben erhielt Nolde nach Einsprache zurück, wobei er auch die dänische Staatsbürgerschaft seiner Frau als Argument anführte. Seine Werke wurden sogar aus der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ entfernt.[21]:S. 263 Auch finanziell bedeutete das Jahr 1937 keine Zäsur für Nolde. Im Frühjahr 1937 veranstaltete die Galerie Ferdinand Möller in Berlin eine Ausstellung seiner Aquarelle, in der Arbeiten für 20.000 Reichsmark verkauft wurden. Die finanzielle Lage Noldes war zu dieser Zeit so gut, dass der ehemalige Direktor des Museum Folkwang in Essen, Ernst Gosebruch, vermerkte, dass der Künstler seine Hauptwerke im eigenen Besitz behielt, da er nicht zu deren Verkauf gezwungen sei. Auch seine Verfemung von 1937 bedeutete keine Veränderung der Nachfragesituation. Seine Werke blieben vielmehr in vielen deutschen Galerien für moderne Kunst weiterhin Kommissionsware.[21]:S. 265 f. Finanziell gehörte Nolde daher zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern der 1930er und 1940er Jahre. Abgesehen von 1938 hatte er zwischen 1937 und 1941 seine höchsten Jahreseinkommen zu verzeichnen, die mit nach eigener Erklärung bis zu 80.000 Reichsmark um ein Mehrfaches höher lagen als seinerzeit etwa die des Oberbürgermeisters von Kiel.[22] Laut Daten der Reichskammer der bildenden Künste verdienten im Jahr 1939 nur 0,7 % der Künstler im Deutschen Reich mehr als 1000 Reichsmark im Monat. Seine gute wirtschaftliche Lage brachte Nolde Neider aus der Künstlerschaft ein und verdeutlichte den Kulturfunktionären zudem, dass sie ihre Politik auf dem Kunstmarkt nicht hatten durchsetzen können.[21]:S. 267 f.

Unter diesen Vorzeichen setzte die Reichskammer ab Oktober 1940 die Anordnung gegen den „Vertrieb minderwertiger Kunsterzeugnisse“ ein. Diese sollte sich vordergründig gegen billige und massenhaft produzierte Kunstreproduktionen und sogenannten „Kitsch“ richten, um so den Markt für wahre Künstler zu schützen. Daher gingen das Ehepaar Nolde davon aus, dass die Verordnung sie nicht betreffen würde. Die Reichskammer forderte aber Informationen zu Verkäufen und Ausstellungen und Abbildungen von Werken der Jahre 1938 bis 1940 an. In dieser Situation machten sich Noldes ihre Kontakte zu hochrangigen Nationalsozialisten zu nutze. So baten sie Heinrich Hansen, einen der höchstrangigen Offiziellen im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, um Unterstützung.[21]:S. 268 f. Im Februar 1941 fragte die Reichskammer erneut wegen Abbildungen an. Im gleichen Monat ließ Hans Herbert Schweitzer in der Galerie von Alex Vömel in Düsseldorf ein Gemälde und Aquarelle Noldes beschlagnahmen, die zur Begutachtung nach Berlin geschickt wurden.

Die Legende vom Malverbot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1941 beschwerte sich Reinhard Heydrich, Chef des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, bei der Reichskammer für bildende Künste und im Propagandaministerium: „Der berüchtigte Kunstbolschewist und Führer (sic) entarteter Kunst, Emil Nolde, hat in seiner Steuererklärung noch ein Einkommen von 80.000 RM angegeben“.[22] Am 23. August 1941 erhielt Nolde ein Schreiben Adolf Zieglers, dass er wegen „mangelnder Zuverlässigkeit“ aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen worden sei.[21]:S. 270. Die Bezeichnung „Malverbot“ findet sich für die Zeit des Nationalsozialismus nur in einem einzigen Brief von Ada Nolde, erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er weithin kolportiert. Tatsächlich bedeutete der Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste kein Malverbot, sondern lediglich das Verbot von Verkäufen, Ausstellungen und Reproduktionen seiner Werke. Um seine Werke wieder in der Öffentlichkeit verbreiten zu können, hätte Nolde sie nun dem Ausschuss zur Kontrolle der Kunsterzeugnisse vorlegen müssen.[21]:S. 271–273 Privat dagegen konnte Nolde weiterhin malen, von ihm konsultierte Juristen meinten zudem, dass Schenkungen an Freunde wohl keine Umgehung des Berufsverbots bedeutet hätten. Das Ehepaar Nolde vervielfältigte den Brief Zieglers mit dem Ausschluss und ließ ihn unter Unterstützern zirkulieren. Diese reagierten, indem sie Nolde bei der Materialbeschaffung unterstützten. Beispielsweise ließ Otto Andreas Schreiber ihm regelmäßig Farben zukommen.[21]:S. 273 1942 kam zwar ein Treffen mit Baldur von Schirach in Wien nicht zustande, dieser nahm jedoch einige seiner Werke bei sich auf und versprach, sich für den Künstler einzusetzen. Noch 1943 dachte Nolde darüber nach, einen SA-Mann zu malen.[21]:S. 278 Aus der NSDAP trat Nolde nie aus. Dokumente, die zeigen, dass er sein Verhalten im Dritten Reich bereute, sind nicht bekannt.[23]

Verklärung als Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nolde sorgte dafür, dass die krass antisemitischen Passagen seiner Autobiografie in den Auflagen nach 1945 gestrichen wurden,[23] alle vier Bände der Memoiren erschienen in dieser verfälschten Form bis einschließlich 2008.[15] Auch gab er 1946 im Rahmen der Entnazifizierung[1] mit maximal etwa 52.000 RM deutlich geringere Einnahmen während des Dritten Reichs an, als er in seiner Steuererklärung (80.000 RM) selbst erklärt hatte.[22] Entsprechend wurde Nolde als nicht belastet eingestuft.[5] Das Berufsverbot Noldes wurde zum Malverbot hin überformt. Weil Dokumente wie vor allem Noldes Texte mit Hinweisen auf die tatsächlichen Vorgänge im Dritten Reich zunächst nicht verfügbar waren, wurde das Narrativ der Opferrolle Noldes von vielen Autoren Im Rahmen der Rehabilitation des Expressionismus gutgläubig aufgegriffen und weitergetragen.[21]:S. 273–275 In diesem Kontext entstand auch der Begriff der Ungemalten Bilder und deren Rezeptionsgeschichte. Die Opfergeschichte Noldes wurde auch durch Siegfried Lenz in der Figur des Malers Max Ludwig Nansen im Roman Deutschstunde übernommen. Kurz vor seinem Tod stellte Nolde unter Hinweis auf Beschlagnahmungen und Zwangsverkäufe seiner Werke einen - abgelehnten - Antrag auf Entschädigung.[19]

Die späten Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel am Wohnhaus Bayernallee 11 in Berlin-Westend

Am 2. Nov. 1946 starb Noldes erste Frau; zwei Jahre später heiratete er Jolanthe Erdmann (* 9. Oktober 1921 in Berlin; † 13. Juni 2010 in Heidelberg),[24][25] Tochter des Komponisten und Pianisten Eduard Erdmann. Bis 1951 malte Nolde noch über 100 Gemälde und - zunehmend eingeschränkt durch seine Parkinson-Krankheit - bis 1956 viele Aquarelle. Emil Nolde starb am 13. April 1956 in Seebüll, wo er neben seiner ersten Frau Ada in der Gruft im Garten seine letzte Ruhestätte fand.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Nolde war Vorstandsmitglied im Deutschen Künstlerbund.[26]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

posthum

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begräbnisstätte beim Haus Seebüll
Gebäude der ehemaligen Dependance Berlin

Anwesen und künstlerischer Nachlass wurden Ausgangsvermögen der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde,[27] die im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers das Nolde-Museum errichtete. Die Stiftung präsentiert dort in jährlich wechselnden Ausstellungen rund 160 Werke von Nolde. Im ehemaligen Atelier des Malers hat sein bedeutendstes religiöses Werk – das neunteilige Altarwerk Das Leben Christi von 1911/1912 – seinen festen Platz gefunden. Zum 50. Todesjahr Noldes war die Ausstellung 2006 dem Alterswerk gewidmet. Die Ausstellungen hier und im daneben errichteten Dokumentations- und Veranstaltungsgebäude ziehen jedes Jahr rund 80.000 Besucher an.[28]

Von 2007 bis März 2014 gab es eine Dependance der Stiftung in der Jägerstraße 54/55 am Gendarmenmarkt in Berlin. Dort wurden im Rahmen von wechselnden Ausstellungen neben Werken von Nolde auch Exponate anderer Künstler präsentiert.

Nolde in der Literatur und im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben Emil Noldes in der Zeit des „Malverbots“ ab 1941 spiegelt sich in dem Roman und Film Deutschstunde von Siegfried Lenz wider. In dem Buch Nolde und ich. Ein Südseetraum von Hans Christoph Buch wird von Noldes Reise in die Südsee erzählt. Träume am Meer – Der Maler Emil Nolde unter der Regie von Wilfried Hauke wurde 2006 gedreht.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noldes Hohe Sonnenblumen wurde als Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt zur Verfügung gestellt und im Kabinettssaal ausgestellt.

Der Hamburger Richter und Kunstsammler Gustav Schiefler erstellte den ersten zweibändigen Katalog des Graphischen Werkes von Nolde.

  • um 1903: Wassermühlen, Ruttebüllkoog. Privatbesitz
  • 1904: Norburg. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, Galerie Kornfeld, Bern 2011
  • 1905: Piazza San Domenico II. Düsseldorf, Kunstmuseum
  • 1908: Blumengarten. Düsseldorf, Kunstmuseum
  • 1908: Großer Mohn. Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren
  • 1909: Pfingsten. Berlin, Neue Nationalgalerie
  • 1909: Verspottung Christi. Berlin, Brücke-Museum
  • 1910: Joseph erzählt seine Träume. Wien, Belvedere
  • 1910: Tanz um das Goldene Kalb. München, Pinakothek der Moderne
  • 1910: Bauernhof. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1910: Herbstmeer I. Dortmund, Museum am Ostwall
  • 1910: Herbstmeer XI. Zürich, Kunsthaus
  • 1910/1914: Fremde Vögel-Tropenvögel. Aquarell, ganzseitige Abbildung Nr. 13 in: Emil Nolde: Jahre der Kämpfe, 1934
  • 1911: Im Café. Essen, Folkwang-Museum
  • 1912: Heilige Maria von Ägypten. Essen, Folkwang-Museum
  • 1912: Maria Ägyptiaca. (Triptychon). Hamburg, Hamburger Kunsthalle (davor Sammlung Heinrich Kirchhoff)[29]
  • 1913: Soldaten. Nolde Stiftung Seebüll.
  • 1915: Figur und Blumen. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Gm 1859 (Leihgabe aus Privatbesitz)
  • 1915: Die Zinsmünze. Kiel, Kunsthalle Kiel
  • 1915: Herrenbildnis I. (Sammlung Rauert)
  • 1915: Lichte See. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1915: Maria und Simeon im Tempel. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1918: Nasser Tag. Seebüll, Nolde Stiftung
  • 1919: Der Schwärmer. Hannover, Sprengel-Museum
  • 1919: Das rotblonde Mädchen. Öl auf Holz, 46 × 49,5 cm, (am 20. Juni 2006 für 2,7 Millionen Euro versteigert)
  • 1919: Nadja. Öl auf Leinwand, 40 × 25 cm, (Erben Rathenau; am 12. Juni 2007 für 2,15 Millionen Euro versteigert)
  • 1919: Blumengarten (Ringelblumen). Seebüll, Nolde Stiftung
  • um 1920: Knabenkopf. Aquarell u. Tusche, 29,4 × 22,6 cm (eines der wenigen Kinderportraits in Noldes Œuvre)
  • 1922: Landschaft mit Bauernhaus. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Gm 1690 (Leihgabe aus Privatbesitz)
  • 1925: Landschaft mit ruhenden Kühen. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, (Privatsammlung, Deutschland)
  • 1930: Rote Hagebutten mit grünen und gelben Blättern und braungelben Gräsern. Aquarell auf Japan
  • um 1930: Tiefblaues Meer unter gelb-violettem Himmel. Aquarell. Rechts unten signiert. Auf Japan, 32,5 × 46 cm.
  • 1930: Abendfriede. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1930: Kahn im Schilf. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1930: Schwüler Abend. Seebüll, Nolde Stiftung
  • 1932: Hülltoft Hof. Seit 1934 als Geschenk von Margarinefabrikant und Generalkonsul Alfred Voss in der Kunsthalle Hamburg (bis zur Beschlagnahme 1937 als „Entartete Kunst“), dann Privatbesitz, nach einer Auktion 2002 als Geschenk der Alfred Voss Erben wieder in der Kunsthalle Hamburg.[30]
  • 1930/35: Blaue Iris (Feuerlilien, Rudbekia). Aquarell auf Japanpapier, signiert, 33,5 × 45,4 cm
  • 1933: Blumen und Wolken. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, Hannover, Sprengel-Museum[31]
  • 1935/40: Abend in der Marsch. Aquarell, 34,2 × 47,3 cm
  • 1936: Hohe See. Öl auf Leinwand, 73,5 × 99,5 cm
  • 1937: Gelbe und hellrote Dahlien. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1940: Hohe Wogen. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1940: Der große Gärtner. Hannover, Sprengel-Museum
  • 1942: Großer Mohn, rot, rot, rot. Neukirchen, Nolde-Museum
  • 1945/48: Meer mit Dampfer. Aquarell und Tuschfeder auf Japanpapier, 23,8 × 21,3 cm
  • 1946: Abendliches Meer und schwarzer Dampfer. Aquarell, 22,4 × 26,8 cm
  • 1947: Ferne Mädchen. Mannheim, Kunsthalle Mannheim
  • 1947: Meer und Boot mit braunem Segel. Aquarell auf Japan
  • 1948: Bewegtes Meer. Kiel, Kunsthalle Kiel

Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briefe aus den Jahren 1894–1926. Hrsg. von Max Sauerlandt. Furche, Berlin 1927.
  • Das eigene Leben. Bard, Berlin 1931.
  • Jahre der Kämpfe. Rembrandt, Berlin 1934.
  • Emil Nolde: Erinnerungen. DuMont, Köln 2002, ISBN 3-8321-7171-1. (Eine Kassette die folgende vier Teile enthält: Das eigene Leben; Jahre der Kämpfe; Welt und Heimat; Reisen, Ächtung, Befreiung).
  • Mein Leben. DuMont, Köln 1976, ISBN 3-7701-0913-9 (8. Auflage. 2008, ISBN 978-3-7701-0913-5).
  • Emil Nolde: Begegnung mit dem Nordischen. Ausstellungskatalog Kunsthalle Bielefeld. Hrsg. von Jutta Hülsewig-Johnen. Kerber, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-86678-129-0.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 3. Februar–12. Mai 2008: Emil Nolde. Begegnung mit dem Nordischen. Kunsthalle Bielefeld.
  • 20. April–28. Juli 2013: Emil Nolde. Farben heiß und heilig. Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle (Saale).
  • 15. Juni–13. Oktober 2013: Emil Nolde. Die Pracht der Farben. Museum Frieder Burda in Baden-Baden.
  • 25. Oktober 2013–2. Februar 2014: Emil Nolde – In Glut und Farbe. Belvedere, Wien.
  • 5. März–15. Juni 2014: Emil Nolde. Retrospektive. Städel Museum in Frankfurt am Main. Kritik der Ausstellung durch Julia Voss in der FAZ vom 5. März 2014. In der Ausstellung wird Noldes Rolle als Verfolgter des NS stark in Frage gestellt.[32]
  • 28. März–30. August 2015: Nolde – Der ungezähmte Strom der Farbe. Stadtmuseum Lindau.[33]
  • 18. September 2015–10. Februar 2016: Nolde in Hamburg (unter der Schirmherrschaft von Helmut Schmidt, der das Geleitwort im Ausstellungskatalog schrieb).[34] Hamburger Kunsthalle.
  • 5. Juni–9. Oktober 2016: Ein Stück norddeutscher Himmel, Emil Nolde und die Künstler der Brücke im Landesmuseum Mainz (eine Kooperation mit dem Museumsberg Flensburg).
  • 30. April–9. Juli 2017: Emil Nolde. Die Grotesken. Museum Wiesbaden, Wiesbaden; anchließend Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See. Katalog.
  • 7. Mai 2017–7. Januar 2018: Emil Nolde zum 150. Geburtstag. Kunstmuseum Mülheim, Studioausstellung in der Sammlung Ziegler.
  • 17. März–17. Juni 2018: Emil Nolde. Farbenzauber. Eine Retrospektive auf Papier. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingried Brugger u. a. (Hrsg.): Emil Nolde und die Südsee. Mit Beiträgen von Ingried Brugger, Andreas Fluck, Christiane Lange u. a. Hirmer, München 2001, ISBN 3-7774-9220-5 (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Kunstforum Bank Austria, Wien, 13. Dez. 2001–3. März 2002, und in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 23. März–26. Mai 2002).
  • Uwe Danker: „Vorkämpfer des Deutschtums“ oder „Entarteter Künstler“ – Nachdenken über Emil Nolde in der NS-Zeit. In: Demokratische Geschichte. Jahrbuch für Schleswig-Holstein. Hrsg. von der Gesellschaft für Politik und Bildung Schleswig-Holstein e. V. Band 14, 2001, ISSN 0932-1632, S. 149–188 (PDF; 1,7 MB; 1. Juni 2008, Memento im Internet Archive vom 26. September 2017).
  • Bernhard Fulda: „Hinter jedem Busch lauert Verkennung und Neid“. Emil Noldes Reaktion auf den Sieg der Traditionalisten. In: Wolfgang Ruppert (Hrsg.): Künstler im Nationalsozialismus. Die „Deutsche Kunst“. Die Kunstpolitik und die Berliner Kunsthochschule. Böhlau, Köln 2015, ISBN 978-3-412-22429-5, S. 261–286.
  • Florian Illies: Glosse. In: Die Zeit. Nr. 32/2008 (über Noldes Vertuschungen und die des Herausgebers des langjährigen Direktors der Noldestiftung in Seebüll, Martin Urban).
  • Kirsten Jüngling: Emil Nolde. Die Farben sind meine Noten. Propyläen, Berlin 2013, ISBN 978-3-549-07404-6.
  • Wolfdietrich von KloedenNolde, Emil. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 993–1000..
  • Günter Kunert: Nordfriesland im Licht. Auf Emil Noldes Spuren. Mit einem Essay von Günter Kunert. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0345-0.
  • Ursula Merkel (Hrsg.): Nolde im Dialog 1905–1913. Quellen und Beiträge. Hirmer, München 2002, ISBN 3-7774-9550-6.
  • Emil Nolde – Die Südseereise. DuMont 2008, ISBN 978-3-8321-9083-5 (Ausstellungskatalog).
  • Manfred Reuther (Hrsg.): Emil Nolde. „Ungemalte Bilder“/Emil Nolde. „Unpainted Pictures“. DuMont, Köln 2009, ISBN 978-3-8321-9234-1.
  • Christian Ring (Hrsg.): Emil Nolde. Die Südsee. The South Seas. DuMont, Köln 2017, ISBN 978-3-8321-9920-3 (Mit Fotos und Gemälden von der Südsee-Reise 1913–1914).
  • Christian Saehrendt: „Die Brücke“ zwischen Staatskunst und Verfemung. Expressionistische Kunst als Politikum in der Weimarer Republik, im „Dritten Reich“ und im Kalten Krieg. Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08614-5.
  • Max Sauerlandt: Emil Nolde. Mit 100 Tafeln im Anhang. Verlag Kurt Wolff, München 1921.
  • Katja Schneider (Hrsg.): Emil Nolde. Farben heiß und heilig. Publikation anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt vom 20. April bis 28. Juli 2013. Stiftung Moritzburg, Halle 2013, ISBN 978-3-86105-070-4.
  • Martin Urban: E. Nolde. Landschaften. Aquarelle und Zeichnungen. DuMont, Köln 1969 (3., geänderte und erweiterte Auflage. Ebenda 2005, ISBN 3-8321-3298-8).
  • Martin Urban: Emil Nolde. Werkverzeichnis der Gemälde. 2 Bände. Beck, München 1987 und 1990, ISBN 3-406-32538-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikiquote: Emil Nolde – Zitate
 Commons: Emil Nolde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Emil Noldes Fragebogen vom 3. Juli 1946 zur Entnazifizierung, Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 460.10 Nr. 741, Faksimile durch Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG), pdf (9,3 MB) [1]
  2. Emil Nolde – Infothek – Künstlerbiografien. Galerie Widmer, archiviert vom Original am 29. Oktober 2013; abgerufen am 18. Mai 2010.
  3. Zitiert nach Das eigene Leben – Emil Nolde erzählt von Emil Hansen. In: Der Spiegel. Nr. 8, 1949 (online).
  4. Emil Nolde Biografie. In: art DIRECTORY. Abgerufen am 18. Mai 2010.
  5. a b Kirsten Jüngling: Emil Nolde. Die Farben sind meine Noten. Berlin 2013.
  6. Faltblatt zur Ausstellung Max Liebermann und Emil Nolde. Gartenbilder (22. April bis 20. August 2012). Hrsg. von der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e. V.
  7. Katja Schneider (Hrsg.): Emil Nolde. Farben heiß und heilig. Publikation anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt vom 20. April bis 28. Juli 2013. Stiftung Moritzburg, Halle 2013, ISBN 978-3-86105-070-4.
  8. Annette Meier: Vom Impressionismus zum Kubismus (Memento vom 11. August 2011 im Internet Archive). Museumsportal Berlin, abgerufen am 12. Juli 2011.
  9. Noldegarten Seebüll. Gartentafel des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein.
  10. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 569.
  11. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 570.
  12. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 571.
  13. a b Emil Nolde unzensiert: Auszüge aus der Originalausgabe seiner Autobiografie, online-Publikation von Fachhochschule Kiel, Institute of History and Civilization in DK-5230 Odense, Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG) in Schleswig sowie Institut for Fagsprog, Kommunikation og Informationsvidenskab in DK-6000 Kolding. Zur Darstellung ist Adobe FlashPlayer 9 oder vergleichbares Programm notwendig
  14. Siehe Jahre der Kämpfe. Rembrandt, Berlin 1934, S. 101, und auch in der Glosse. In: Die Zeit. 31. Juli 2008.
  15. a b c d e f Stefan Koldehoff: NS-Vergangenheit des Malers: Noldes Bekenntnis, in Die Zeit 42/2013, editiert 21. Oktober 2013, Abruf 19. Juni 2018
  16. Nach Uwe Danker: „Vorkämpfer des Deutschtums“ oder „Entarteter Künstler“ – Nachdenken über Emil Nolde in der NS-Zeit (= Jahrbuch Demokratische Geschichte. Band 22). Band 14. 2001, S. 151 (Die antisemitischen Sätze nach dem fünften Satz sind in den nach 1945 erschienenen Auflagen der Erinnerungen weggelassen.).
  17. Bernhard Schulz: Viele wollten dazugehören - Künstler im Nationalsozialismus, online 3. August 2015, Abruf 19. Juni 2018
  18. Wolfgang Ruppert: Künstler zwischen Nationalsozialismus und Nachkrieg, online 24. November 2017, Abruf 19. Juni 2018
  19. a b Kirsten Jüngling: Sein Lebenslauf ist voller Brüche, Deutschlandfunk Kultur, online 25. Oktober 2013, Abruf 19. Juni 2018
  20. Ralf Georg Reuth: Goebbels. 2. Auflage. Piper, München/ Zürich 1991, S. 368.
  21. a b c d e f g h i Bernhard Fulda: „Hinter jedem Busch lauert Verkennung und Neid.“ Emil Noldes Reaktion auf den Sieg der Traditionalisten. In: Wolfgang Ruppert (Hrsg.): Künstler im Nationalsozialismus. Die „Deutsche Kunst“, die Kunstpolitik und die Berliner Kunsthochschule. Böhlau, Köln 2015, ISBN 978-3-412-22429-5, S. 261–286.
  22. a b c Rita Bake: Emil Nolde, Beitrag der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, Abruf 20. Juni 2018
  23. a b Harald Keller: „Emil Nolde - Maler und Mythos“ Ihm genügten Himmel und Erde, online 6. August 2017, Abruf 20. Juni 2018
  24. In Memoriam: Die späte Liebe des großen Künstlers. In: B.Z. 22. Juni 2010, S. 10
  25. Emil Noldes späte Liebe: Das Vermächtnis an seine Frau Jolanthe, Christian Ring (Hrsg.), Dumont, 2014, ISBN 978-3832194864
  26. Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Nolde, Emil. In: kuenstlerbund.de. Abgerufen am 19. Juni 2018 („Mitglieder seit 1903“ klicken).
  27. Website des Nolde-Museums, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde.
  28. Bericht bei wirtschaftsland-sh.de (Memento vom 3. Februar 2012 im Internet Archive), abgerufen am 28. Mai 2013.
  29. Ein Flügel „Tod der Maria“ ist zugänglich in: Richard Franz (Text), Norbert Berghof (Red.): Beispiele. Kunst in der Verfolgung: „Entartete Kunst“ – Ausstellung 1937 in München (= Meisterwerke der Kunst. Sondermappe). Hrsg. vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht. Neckar-Verlag, Villingen 1987, DNB 890463778.
  30. Ulrich Luckhardt: Emil Nolde: Hülltoft Hof. Die Geschichte eines Bildes. Hamburg 2002.
  31. Sprengel Museum – Einzelkünstler – Emil Nolde. Abgerufen am 18. Mai 2010.
  32. Julia Voss: Emil Nolde im Frankfurter Städel. Mehr Sympathisant als Widerständler. In: faz.net, 5. März 2014, abgerufen am 25. September 2017 („Der Künstler Emil Nolde sympathisierte mit den Nationalsozialisten und stilisierte sich nach dem Krieg als Widerständler. Dies zeigt eine Ausstellung in Frankfurt. Was bleibt nun von seinem Werk?“).
  33. Ausstellung im Stadtmuseum Lindau (Memento vom 11. April 2015 im Internet Archive). In: kultur-lindau.de, abgerufen am 10. April 2018.
  34. Nolde-Ausstellung (Memento vom 29. Januar 2016 im Internet Archive) in der Hamburger Kunsthalle. In: hamburger-kunsthalle.de, abgerufen am 10. April 2018.