Herdenesel

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Donkey 04.jpg

Als Herdenesel oder Herdenschutzesel bezeichnet man Hausesel, die gezielt Schaf- oder Ziegenherden beigestellt werden, um diese vor den Angriffen von großen Beutegreifern wie Eurasischer Luchs, Braunbär oder Wolf zu schützen.

Voraussetzungen und Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Esel übernehmen durch ihre Wachsamkeit und ihre Aggressivität vor allem gegenüber Hundeartigen eine ähnliche Funktion wie Herdenschutzhunde. Wie diese wurden Herdenesel vor allem im Rahmen des Managements von Bär, Wolf und Luchs wieder eingeführt.

Die Esel sind günstiger im Unterhalt als Hunde, da sie sich auf der Weide selbst ernähren können. Zu ihren Nachteilen gehört, dass sie nur verhältnismäßig kleine Herden an Schafen oder Ziegen überblicken können und verhältnismäßig hohe Ansprüche an das Klima haben.

Verhältnisse in Deutschland

Esel sind nässe- und regenempfindlich und brauchen daher einen immer zugänglichen Wetterschutz, der auch als Stall dienen kann, wenn er Schutz vor Regen, Wind und Kälte bietet. Auf Grund ihres Verdauungssystems brauchen sie ständig Raufutter wie Stroh, Heu und auch Holz zum Benagen. Auf den meisten Weiden in Deutschland, insbesondere Norddeutschland, wäre das Futter für Esel zu eiweißreich. Das Halten auf zu eiweißreichen Weiden führte zu Stoffwechselkrankheiten bei den Eseln. Zu feuchte Weiden können bei Eseln Strahlfäule an den Hufen verursachen.[1] Eine tierschutzgerechte Haltung erfordert die Beachtung der Grundregeln für das Halten von Eseln. Es gibt Argumente für die Nichteignung von Eseln für den Herdenschutz in Deutschland, die ihre Ursache hauptsächlich in den zu eiweißreichen und häufig zu nassen Weiden haben.[2]

Eine Förderung von Eseln zum Schutz von Weidetieren vor Wolfsangriffen wird in keinem der deutschen Länder gewährt. Diese beschränkt sich auf Zuschüsse zur Errichtung von wolfsabweisenden Elektrozäunen und Zukauf und Haltung von Herdenschutzhunden.[3][4]

In Deutschland sind zumindest in Wolfsgebieten bislang noch keine Erfahrungen mit Herdeneseln gemacht worden.[5] Während sie in Bayern und Baden-Württemberg schon länger als Schutz- und Packtiere in Schafherden eingesetzt werden, läuft seit Januar 2015 im niedersächsischen Kreis Diepholz ein erster privater Versuch, Esel als Schutztiere im Wolfsgebiet einzusetzen.[6]

Obgleich Esel Antiprädatorverhalten zeigen, gehören sie als Huftiere ebenso wie Pferde zum Beutespektrum der Wölfe und können unter Umständen selbst Wolfsangriffen zum Opfer fallen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herdenschutz mit Eseln, Sendung des MDR vom 4. April 2018, Abruf am 20. Februar 2019
  2. Online-Artikel der Märkischen Oder-Zeitung Nur Esel setzen auf Esel vom 27. August 2017, Abruf am 20. Februar 2019
  3. Übersicht der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf vom 14. Februar 2019, Übersicht über die Fördervoraussetzungen der Länder nicht direkt abrufbar, Bericht ist als PDF-Datei herunterladbar, Abruf am 20. Februar 2019
  4. Förderung in Niedersachsen als Beispiel, Abruf am 20. Februar 2019
  5. Vorbeugender Schutz von Nutztieren vor Wölfen. (PDF) Informationsbroschüre des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V., abgerufen am 19. Februar 2015.
  6. Stur, aber auch laut: Esel soll Wolf verjagen. NDR.de, 11. Januar 2015, abgerufen am 19. Februar 2015.
  7. A punto: Defender de los lobos con burros? (Memento des Originals vom 15. November 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.apuntomichelcoya.es