Histoplasmose

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Klassifikation nach ICD-10
B39 Histoplasmose
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Histoplasma capsulatum in einer Silber-Färbung
Geschwür bei Histoplasmose

Die Histoplasmose (auch Retikuloendotheliale Zytomykose oder Darling-Krankheit) ist eine systemische Infektionskrankheit durch Infektion mit Histoplasma-Arten, vor allem dem Pilz Histoplasma capsulatum. In der Mehrzahl der Fälle ist nur oder vorwiegend die Lunge befallen. Dem Vorkommen des Erregers entsprechend ist die Histoplasmose in Süd-, Mittel- und Teilen Nordamerikas, Indonesien und Afrika verbreitet. Fälle in Westeuropa sind die Ausnahme.

Pathologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ansteckung mit dem im Erdboden lebenden dimorphen Pilz erfolgt durch Einatmen der Sporen. In der Lunge werden diese durch Makrophagen phagozytiert. Sie entwickeln sich innerhalb der Makrophagen zur Hefeform, die sich durch Sprossung vermehrt. Es kommt zur Bildung kleiner, zunächst epitheloidzelliger Granulome, die später zum Teil zentral eine „verkäsende“ Nekrose aufweisen. Die Abheilung erfolgt unter Verkalkung. Über den Blutkreislauf können Histoplasmen verschleppt werden und sekundär Lymphknoten, Leber und Milz befallen. Besonders das Retikuloendotheliale System ist in den Befall einbezogen.

Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Infektionen verlaufen stumm, d. h., sie werden von den Erkrankten nicht bemerkt. Ausschlaggebend für etwaige Symptome ist die Infektionsdosis und die Abwehrlage des Wirtes. Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 17 Tagen können sie sich als allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und trockener Husten manifestieren. Bei AIDS-Erkrankten und immunsupprimierten Patienten sind Histoplasmosen häufiger und verlaufen schwerer. Hier können schwere disseminierte (weitverteilte), geschwürige Gewebeschäden auftreten. Auch Todesfälle sind beschrieben.[1]

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krankheit präsentiert sich klinisch auf unterschiedlichste Weise. Der Erreger kann in Blut, Biopsien oder bronchoalveolärer Lavage nachgewiesen werden. Mittels ELISA oder PCR ist es auch möglich Histoplasmose-Antigen in Blut oder Urin nachzuweisen. Auch ein Antikörpertest steht zur Verfügung. Auf Sabouraud-Dextrose-Aga kann der Pilz zum Nachweis kultiviert werden.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei immunkompetenten Personen verläuft die Erkrankung meist selbstlimitierend. Eine Behandlung wird nur bei schweren disseminierten Verläufen für notwendig erachtet und intravenös mit liposomalem Amphotericin B durchgeführt. Anschließend wird in schweren Fällen für ein Jahr oral mit Itraconazol behandelt. Bei pulmonarer Histoplasmose sind 6–12 Wochen Therapie in der Regel ausreichend.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karen M. Frank, D. Kyle Hogarth, Jonathan L. Miller, Saptarshi Mandal, Philip J. Mease, R. Jude Samulski, Glen A. Weisgerber, John Hart: Investigation of the cause of death in a gene-therapy trial. In: The New England Journal of Medicine. Bd. 361, Nr. 2, 2009, S. 161–169, PMID 19587341, doi:10.1056/NEJMoa0801066.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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