Hohenseelbachskopf

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Hohenseelbachskopf
Höhe 517,5 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Daaden und Neunkirchen; Landkreis Altenkirchen und Kreis Siegen-Wittgenstein; Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Gebirge Südliches Hellerbergland, Siegerland bzw. Westerwald
Koordinaten 50° 45′ 33″ N, 7° 59′ 12″ OKoordinaten: 50° 45′ 33″ N, 7° 59′ 12″ O
Hohenseelbachskopf (Nordrhein-Westfalen)
Hohenseelbachskopf
Typ erloschener Vulkan
Gestein Basalt
Alter des Gesteins ca. 7 Mio. Jahre/Miozän

Der Hohenseelbachskopf ist ein 517,5 m ü. NHN[1] hoher Berg und Lavadom im Südlichen Hellerbergland (Siegerland). Er liegt zwischen Daaden im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz (RP) und Neunkirchen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen (NW) und ist der höchste Berg auf dem Gebiet der Gemeinde Neunkirchen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hohenseelbachskopf liegt im Grenzgebiet der Gemeinden Daaden (RP) im Südwesten und Neunkirchen (NW) im Norden sowie der Stadt Herdorf (RP) im Nordwesten; sein (heutiger) Gipfel gehört zu Daaden. Nördlich fließt die Heller vorbei, westlich verlaufen die Heller-Zuflüsse Sotterbach und (jenseits davon) Daade. Etwa 220 m nördlich des Berggipfels steht die Waldgaststätte Hohenseelbachskopf (NW; 495,1 m) und 1 km nordwestlich liegt auf der Landesgrenze die Mahlscheid.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hohenseelbachskopf gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Süderbergland (Bergisch-Sauerländisches Gebirge; Nr. 33), in der Haupteinheit Siegerland (331) und in der Untereinheit Hellerbergland (331.3) zum Naturraum Südliches Hellerbergland (331.32). Seine Landschaft fällt nach Nordnordosten in den Naturraum Mittleres Hellertal (331.31) ab; sie leitet nach Nordwesten über die Mahlscheid in den Naturraum Nördliches Hellerbergland (331.30) über.[2]

Geologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hohenseelbachskopf trug einst eine große Basaltkuppe, die hier vor rund 7 Millionen Jahren durch vulkanische Tätigkeiten entstanden war. Diese Basaltkuppe überragte den Berg um 20 bis 30 m Höhe. Sie war etwa 60 m breit und über 150 m lang. Entstanden durch zähflüssiges Magma, welches blockförmig nach oben gedrückt wurde, bildete der schmelzflüssige Basalt 30 bis 40 m hohe Säulen mit hexagonaler (sechs-) oder oktogonaler (achteckiger) Kristallstruktur. Reste dieser Säulen umgeben noch heute einen tiefen Krater. Dieser ist jedoch nicht durch eruptiven Vulkanismus entstanden, sondern durch den Basaltabbau. Am nordöstlichen Kraterboden ist ein hoher Block aus zahllosen Basaltsäulen stehen geblieben. Der Basaltabbau für den Straßen-, den Gruben- und Wasserbau führte zwischen 1900 und 1925 zum Abtragen der Kuppe, wodurch auch die Spuren der keltischen Ringwallanlage sowie die letzten Reste der mittelalterlichen Burg der Ritter von Seelbach getilgt wurden.

Der Hohenseelbachskopf, die Mahlscheid und der in nur rund 5 km Entfernung befindliche Druidenstein waren vermutlich bedeutende keltische Siedlungs- und/oder Kultstätten.

Während der keltischen Besiedlung des Siegerlandes – also zwischen 500 und 300 vor Christus und dem Jahre Null – war auf dem Berg eine keltische Ringwallanlage und eine Urnengrabstätte entstanden. Das Adelsgeschlecht von Seelbach, erstmals 1288 urkundlich erwähnt, legte 1350 auf der Basaltkuppe des Hohenseelbachskopfes eine Burg an, die schon zwei Jahre später durch den Erzbischof von Trier wieder zerstört wurde, weil ihre Besitzer angeblich Raubritter waren. Vor dem Basaltabbau wurden von Heimatforschern Reste von (keltischen) Urnengräbern und mittelalterliche Gebrauchsgegenstände geborgen. Auch konnte man noch Skizzen der (keltischen) Ringwallanlage und des Burggrundrisses kartografieren.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf die gipfelnahen Hochlagen des Hohenseelbachskopfs reicht auf nordrhein-westfälischer Seite das Naturschutzgebiet Mahlscheid (CDDA-Nr. 164544; 1990 ausgewiesen; 1,0769 km² groß). Auf rheinland-pfälzischer Seite befinden sich Teile des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Wälder am Hohenseelbachkopf (FFH-Nr. 5213-301; 10,25 km²). Außerdem liegen auf dem Berg Teile der Vogelschutzgebiete (VSG) Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen (VSG-Nr. 5214-401; 46,5456 km²) auf nordrhein-westfälischem Gebiet und Westerwald (VSG-Nr. 5312-401; 289,48 km²) auf rheinland-pfälzischer Seite.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. Heinz Fischer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 124 Siegen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1972. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Hoffmann: Hohenseelbach. Wahrzeichen der Heimat in 2500jähriger Geschichte und heute. Selbstverlag Jos. Hoffmann, Herdorf (Sieg) 1954.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]