Hohes Zypergras

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hohes Zypergras
Hohes Zypergras (Cyperus longus)

Hohes Zypergras (Cyperus longus)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Unterfamilie: Cyperoideae
Gattung: Zypergräser (Cyperus)
Art: Hohes Zypergras
Wissenschaftlicher Name
Cyperus longus
L.

Das Hohe Zypergras (Cyperus longus), auch Langes Zypergras[1] genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Blütenstand
Ährchen
Habitus
Ährchen mit breit geflügelter Rhachis

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hohe Zypergras wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 70 bis 130, selten bis zu 190 Zentimetern. Sie bildet lange, dicke Ausläufer. Der glatte Stängel ist dreikantig mit eingesenkten Seitenflächen. Die einfachen Laubblätter sind bis 4, selten bis zu 5 Millimeter breit und meist kürzer als der Stängel.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb des Blütenstandes sind meist drei bis sechs Hochblätter vorhanden, das unterste Hochblatt ist oft 50 bis 60 Zentimeter lang. Der Blütenstand ist eine sechs- bis zehnstrahlige Spirre. Einzelne Spirrenäste sind bis zu 35 Zentimeter lang. Die Ährchen sind 10 bis 25 Millimeter lang, hellbraun bis braun und 12- bis 30-blütig. Es sind drei Narben vorhanden. Die Spelzen sind dunkelbraun und hell hautrandig, mit grünem Mittelnerv.

Die Frucht ist rotbraun bis schwarz, scharf dreikantig und mit aufgesetzter, etwa 1 Millimeter langer Stachelspitze.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14 oder etwa 120.[2]

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch wichtige Informationen. Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Die Erstveröffentlichung von Cyperus longus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 45.[3]

Von Cyperus longus gibt es zwei Unterarten:[4]

  • Cyperus longus subsp. badius (Desf.) Bonnier & Layens (Syn.: Cyperus badius Desf.): Sie kommt von Makaronesien bis Indien und Madagaskar vor.[4]
  • Cyperus longus subsp. longus: Sie kommt von Europa bis zum indischen Subkontinent und in Afrika vor.[4]

Historische Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Antike bis in die Frühe Neuzeit fand das Zypergras Anwendung als Lokaltherapeutikum bei Wunden und Geschwüren sowie getrunken zur Magenstärkung.[5][6]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Hohe Zypergras bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Europäische Cyperwurzel, Lange Cyperwurzel, Eckiges Zypergras, Wilder Galgan(t) oder Wilde Galgantwurzel.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cyperus longus L. s. l., Langes Zypergras. In: FloraWeb.de.
  2. Cyperus longus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Cyperus longus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  4. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Cyperus - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 19. August 2018.
  5. Constantinus Africanus: De gradibus quos vocant simplicium liber. In: Constantini Africani post Hippocratem et Galenum ... Henricus Petrus, Basel 1536, S. 342–387; hier: S. 362
  6. Barbara Fehringer: Das „Speyerer Kräuterbuch“ mit den Heilpflanzen Hildegards von Bingen. Eine Studie zur mittelhochdeutschen „Physica“-Rezeption mit kritischer Ausgabe des Textes. Würzburg 1994 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, Beiheft 2), S. 91 f.
  7. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 125 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohes Zypergras (Cyperus longus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien