homo homini lupus

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Die lateinische Sentenz homo homini lupus ist ein abgewandeltes Zitat des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.). Das Zitat findet sich in der siebten Szene seiner Komödie Asinaria (Eseleien).[1]

Im Originaltext von Plautus steht lupus jedoch vorn. Wörtlich sagt dort der Kaufmann zu Leonida[2]:

lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.

Übersetzung:

Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.[3]

Bekannt wurde der Ausspruch durch den englischen Staatstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes. Immer wieder wird fälschlicherweise behauptet, dieser Ausspruch stamme aus seinem Hauptwerk Leviathan. Stattdessen stammt die Passage aber aus der Widmung des Werkes De Cive[4], die Hobbes an William Cavendish, den Grafen von Devonshire, richtet. Er gebraucht Homo homini lupus als Beschreibung für das Verhältnis zwischen den einzelnen von Menschenhand geschaffenen Staaten[5][6] Weniger bekannt, aber für das Verständnis zentral ist Hobbes’ Relativierung des Satzes: Er schreibt, es seien „beide Sätze wahr: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht.“[7]

Heute bekannt ist hauptsächlich die aus dem Zusammenhang genommene Bedeutung „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, also frei übersetzt: „Der Mensch verhält sich gegenüber seinen Mitmenschen unmenschlich.“

Stilistisch enthält die Sentenz ein Polyptoton sowie eine Alliteration.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maccus Titus Plautus Asinaria oder Eseleien bei gutenberg.spiegel.de.
  2.  Titus Maccius Plautus: Asinaria, 495. In: http://www.thelatinlibrary.com.
  3. Oder alternativ in der Übersetzung von Artur Brückmann: "Kaufmann: Mag sein. Und doch bringst du mich heute nicht dazu, daß ich dir, der du mir unbekannt bist, das Geld anvertraue. Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch. Das gilt zum mindesten solange, als man sich nicht kennt." Auszug aus: Maccus Titus Plautus Asinaria oder Eseleien, bei gutenberg.spiegel.de.
  4.  Thomas Hobbes: Vom Menschen, Vom Bürger. In: Philosophische Bibliothek Band 158. Hamburg 1994, ISBN 3-7873-1166-1, S. 69.
  5. Auszug aus der deutschen Übersetzung der Widmung: "Nun sind sicher beide Sätze war: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht. Dort nähert man sich durch Gerechtigkeit, Liebe und alle Tugenden des Friedens der Ähnlichkeit mit Gott; hier müssen selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d.h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen. " Widmung an Se. Exz.den Grafen Wilhelm von Devonshire,meinen hochzuverehrenden Herrn aus Thomas Hobbes Lehre vom Bürger
  6. Thomas Hobbes schreibt in seiner Widmung an den Grafen von Devonshire: "Profecto utrumque vere dictum est, Homo homini Deus, & Homo homini Lupus. (" Nun sind sicher beide Sätze wahr: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen.''), aus Elementa philosophica de cive, Amsterdam 1657 (Latein), google.books
  7.  Thomas Hobbes: Vom Menschen. In: Vom Menschen – Vom Bürger. Eingeleitet und herausgegeben von Günter Gawlick. Hamburg 1966, S. 59.