Hotel ohne Personal

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Ein Hotel ohne Personal ist eine neue Beherbergungsvariante in der Hotelbranche.

Das Hotel ohne Personal wurde nach mehreren Pilotversuchen vor allem im Jahr 2009 verstärkt eingeführt, als die Wirtschaftskrise starke Auswirkungen auf die Hotelbranche hatte. Ziel war es, hochwertig ausgestattete Zimmer für Geschäfts- und Städte-Reisende preiswerter anzubieten. Einsparpotentiale bot hier vor allem der Bereich der Personalkosten. Hintergrundidee war, dass „niemand die Tür aufhält und die kleine Tasche zum Zimmer bringt“. Der Verzicht auf ein Frühstück oder weitere Verpflegung konnte in Gegenden verwirklicht werden, in denen es ausreichend Restaurants und Cafés in der Nachbarschaft gibt.[1]

Im Januar 2010 startete das Vasano-Hotel in Leipzig am Augustusplatz mit 18 Suiten „mit 5-Sterne-Ausstattung zum 4-Sterne-Preis“. Der Bezug des Hotels erfolgt über einen Automaten am Eingang. Nach der Bezahlung mit Kredit- oder Scheckkarte öffnet sich die Tür. Bei diesem Stadthotel ist ein Restaurant im selben Haus. Brötchen und Tageszeitungen findet der Gast täglich an der Tür, ein Frühstück steht im Kühlschrank bereit. Über Mail können Theaterplätze oder Tische in Lokalen bestellt werden. Für den Notfall gibt es eine Videoleitung mit Notruffunktion. Im April 2011 wurde das Hotel aus Markenschutzgründen in Abito Suites umbenannt.

In Finnland gibt es acht Häuser der finnischen Hotelkette Omena Hotels, unter anderem zwei in der Hauptstadt Helsinki.[2] Die Hotelkette bietet Zimmer für bis zu vier Personen in schlichter Ausstattung. Die Zimmer mit Kochnische und Wasserkocher sowie Kühlschrank und Essecke werden online gebucht und bezahlt, den Zugangscode zum Haus erhält der Gast über SMS oder E-Mail. Die früheren Hotels der Kette in Stockholm und Kopenhagen sind nicht mehr geöffnet. Der Betreiber des Stockholmer Hotels ging im Februar 2015 in Konkurs.[3]

Ein weiteres Haus dieser Art mit 14 Zimmern gibt es seit 2009 in Waldkirch in der Schweiz. Das Haus wird durch einen Automaten betrieben, der gegen Bezahlung den Zugangscode freigibt. Damit lassen sich auch Getränke- und Snack-Automaten im Aufenthaltsraum bedienen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helga Schnehagen: Maschine ersetzt Mensch. In: Preußische Allgemeine Zeitung. 16. Oktober 2010, abgerufen am 31. Januar 2015 (Folge 41).
  2. Liste der Häuser auf der Homepage von Omena Hotels (finnisch), abgerufen am 27. Juli 2016
  3. Artikel der finn. Wirtschaftszeitung Kauppalehti über Konkurs des Stockholmer Hotels (finnisch), abgerufen am 27. Juli 2016