Veyon

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Veyon

Veyon-logo.svg
Veyon-screenshot.jpg
Master-Oberfläche von Veyon
Basisdaten

Aktuelle Version 4.1.4
(09. Oktober 2018)
Betriebssystem Linux, Windows
Programmiersprache C++
Kategorie Software
Lizenz GPL
deutschsprachig ja
veyon.io

Veyon (Virtual Eye On Networks, vormals iTALC) ist eine freie Open Source Software zur Bildschirmsteuerung und Klassenraummanagement für Linux und Windows, die vor allem auf den schulischen Bereich abzielt. Mit Hilfe von Veyon können Lehrer Schüler-Computer einsehen, fernsteuern, sperren, den eigenen Bildschirm übertragen und die Geräte ein-/ausschalten. Veyon kann transparent in heterogenen Umgebungen eingesetzt werden, d. h. ein Linux-basierter Lehrer-Computer kann problemlos auf Windows-Schüler-Computer zugreifen und umgekehrt. Das Programm wurde als freie Alternative zu kommerziellen Klassenraum-Management-Lösungen entwickelt. Veyon ist neben Deutsch und Englisch mittlerweile in einer Vielzahl Sprachen verfügbar[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vorgängerprojekt iTALC entstand 2004 und war zunächst nur für Linux verfügbar. In den Jahren 2006 und 2007 erfolgte die Portierung auf Windows im Rahmen des SyS-C-Projekts der Stadt Chemnitz[2]. Die Weiterentwicklung wurde u. a. durch die Integration in den Univention Corporate Server @ school im Jahr 2010 vorangetrieben.

Im Zuge der Komplettüberarbeitung von iTALC wurde die Software im Jahr 2017 unter dem neuen Namen Veyon veröffentlicht[3]. Gegenüber dem Vorgängerprojekt zeichnet sich Veyon durch eine modulare Architektur sowie eine Reihe neuer Funktionen aus. Dazu zählen u. a. die Zugriffsteuerung auf Basis von Zugriffsregeln, die Unterstützung und Anbindung von LDAP-Servern sowie ein neues Kommandozeilenwerkzeug. Neu sind ebenfalls die umfangreichen Administrations- und Benutzerhandbücher auf Englisch und Deutsch[4].

Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Grundlage für alle Funktionen dient ein erweitertes RFB-Protokoll, d. h. Veyon arbeitet vollständig mit TCP/IP-Verbindungen, was den Vorteil hat, dass auch Demo und Fernsteuerung über lokale Netzgrenzen hinweg möglich sind. Dank schneller und effizienter Kompressionsverfahren ist die Anbindung privater Schüler-Computer von zu Hause möglich. In diesem Fall läuft auch der Demo-Modus mit akzeptabler Geschwindigkeit.

Der auf Schüler-Computern installierte Veyon-Dienst kann von den Schülern, die über keine ausreichenden Benutzerrechte verfügen, nicht beendet oder deinstalliert werden. Auf diesen Dienst greift der Lehrer-Computer über das LAN der Klasse zu. Die Authentifizierung gegenüber den Schüler-Computern erfolgt durch einen RSA-Schlüssel. So ist sichergestellt, dass nur autorisierte Benutzer auf Schüler-Computer zugreifen können.

Ausstattungsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Übersichtsmodus (kleine Vorschaufenster für alle Schüler-Computer)
  • Fernsteuerung oder bestimmten Computer im Vollbild überwachen
  • eine Demo zeigen (entweder Vollbild oder in einem Fenster) – der Bildschirm des Lehrer-PCs wird auf alle Schüler-Computer in Echtzeit übertragen
  • Sperren der Schüler-Computer
  • Textchat zwischen Schüler und Lehrer
  • Starten von Programmen oder Öffnen von Websites
  • Ein- und Ausschalten sowie Neustarten einzelner oder aller Computer über das Netzwerk (Wake on LAN)
  • Benutzerabmeldung auf den Schüler-Computer per Remote
  • Überwachung und Steuerung mehrerer Klassen gleichzeitig
  • Schnappschüsse der Bildschirmansicht zur Beweismaterialsicherung, z. B. bei Übertretung einer etwaigen Benutzerordnung

Kompatibilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veyon basiert auf dem Qt-Framework und ist in C++ geschrieben und ist daher sowohl für Windows als auch für GNU/Linux-Systeme verfügbar. Die Unterstützung weiterer Plattformen und Betriebssysteme befindet sich in Arbeit[5]. Die Nutzung von Veyon in Verbindung mit Edubuntu oder Skolelinux (Debian Edu) ermöglicht Schulen aus aller Welt den Betrieb eines freien Schulnetzwerks.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersetzungsportal von Veyon (de) Abgerufen am 1. März 2018.
  2. Pressemitteilung der Stadt Chemnitz (de) Abgerufen am 1. März 2018.
  3. Bekanntgabe von Veyon auf der iTALC-Mailingliste (en) Abgerufen am 1. März 2018.
  4. Veyon Dokumentation (en) Abgerufen am 1. März 2018.
  5. Tobias Junghans: Improved multi-platform support in Veyon 4.1. In: Veyon Blog. 20. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018 (englisch).