Igor Dmitrijewitsch Sergun

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Igor Sergun (2015)

Igor Dmitrijewitsch Sergun (russisch Игорь Дмитриевич Сергун, * 28. März 1957 in Podolsk, Oblast Moskau;[1]3. Januar 2016 ebenda[2][3]) war ein russischer Soldat, Offizier. Von 2011 bis zu seinem Tod war Sergun Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie stellvertretender Chef des Generalstabs der Russischen Streitkräfte.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sechzehnjähriger trat Sergun 1973 in die Sowjetarmee ein und besuchte in Moskau zunächst die SuworowKadettenanstalt und darauf die Offizierhochschule[5] (heutiges Militärinstitut). Danach hatte er, zuletzt im Rang eines Oberst, Kommandos u. a. im Fernen Osten und in Omsk.[4] Seit 1984 arbeitete Sergun, der mehrere Fremdsprachen gelernt hatte,[4] für den militärischen Geheimdienst.[6] Nach dem Besuch der Militärakademie, wo er als Diplomat und als Nachrichtendienstler ausgebildet wurde, arbeitete er ab 1987 in der Hauptverwaltung des Generalstabes der Streitkräfte, wo er in der Folge verschiedene Dienstposten im russischen militärischen Nachrichtendienst Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije (GRU) innehatte.[4]

Sergun 2013 mit dem russischen Verteidigungsminister Schoigu und dem Generalstabschef Gerassimow

Nach der Auflösung der Sowjetunion absolvierte Sergun 1997 die Militärakademie des Generalstabes der Russischen Streitkräfte[6] und wurde 1998 Militärattaché in Albanien.[7] Im Dezember 2011 wurde Sergun im Rang des Generalmajors als Nachfolger Alexander Schljachturows Direktor des russischen Geheimdienstes Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije.[4] Im August 2012 wurde Sergun zum Generalleutnant befördert[4] und am 21. Februar 2015 folgte die Ernennung zum Generaloberst.[8]

Als Befehlshaber der Speznas gehörte Sergun seines Beitrags zur Krise in der Ukraine 2014 wegen[7] zu dem Personenkreis, der seit dem 29. April 2014 von der Europäischen Union sanktioniert wird.[9][10]

Igor Sergun war verheiratet und Vater zweier Töchter.[6] Er verstarb überraschend Anfang Januar 2016 im Alter von 58 Jahren in einem Erholungsheim in Podolsk an den Folgen eines Myokardinfarkts.[2] Zu Ort und Zeit seines Todes gibt es unterschiedliche Angaben.[3]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Igor Sergun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Офицеры России прощаются с главным военным разведчиком Игорем Сергуном. In: kp.ru. 4. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (russisch).
  2. a b Установлена причина смерти главы ГРУ России Игоря Сергуна. In: lifenews.ru. 6. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (russisch).
  3. a b Während zunächst Moskau als Sterbeort genannt wurde (z. B. auf Путин выразил соболезнования в связи с кончиной главы ГРУ Сергуна. In: lifenews.ru. 4. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (russisch).), meldete der amerikanische Informationsdienst STRATFOR später, über Quellen zu verfügen, wonach Sergun schon am 1. Januar 2016 im Libanon ums Leben gekommen sei (A Mysterious Death Raises Questions in Russia. In: stratfor.com. 6. Januar 2016, archiviert vom Original am 9. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (englisch).; s.a.: Начальник ГРУ России погиб в Ливане, а не в РФ, – источник. In: 112.ua. 7. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (russisch).).
  4. a b c d e f Iwan Jegorow: Шойгу выразил соболезнования родным начальника ГРУ Сергуна. In: rg.ru. 4. Januar 2016, abgerufen am 10. Januar 2016 (russisch).
  5. Путин соболезнует в связи со смертью начальника ГРУ Игоря Сергуна. In: ria.ru. 4. Januar 2016, abgerufen am 4. Januar 2016 (russisch).
  6. a b c Сергун Игорь Дмитриевич. In: encyclopedia.mil.ru. 4. Oktober 2015, archiviert vom Original am 4. Oktober 2015, abgerufen am 9. Januar 2016 (russisch).
  7. a b Russian GRU military spy chief Igor Sergun dies. In: bbc.com. 5. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016 (englisch).
  8. Defender’s Day Promotions. In: Russian Defense Policy. Abgerufen am 20. Oktober 2015 (englisch, Blogeintrag basierend auf diesem Russischen Dokument).
  9. EU-Sanktionen: Wer steht auf der Liste? In: tagesschau.de. ARD, 30. April 2014, archiviert vom Original am 24. April 2015, abgerufen am 4. Januar 2016.
  10. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 433/2014 des Rates vom 28. April 2014, Amtsblatt der Europäischen Union L126/48.