Imamzade

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Im Inneren des Imamzade Hamza am Grab von Hamza (dem Sohn von Mūsā' al-Kādhim) in Täbriz

Imamzade oder Imāmzādeh (persisch امامزاده, IPA: [ɛmɑmzɑdɛ]) ist das persische Wort für „Nachkomme eines Imams“, womit die Nachkommen der Zwölf Imame der Schiiten gemeint sind. Dazu zählen sowohl Kinder als auch Kindeskinder und deren Nachfahren. Zuweilen werden auch weibliche Nachkommen als Imamzade geehrt.[1]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Begriff wird auch der Schrein oder das Mausoleum bezeichnet, in dem ein solcher Nachkomme eines Imams begraben liegt. Viele solcher Gebäudekomplexe befinden sich im Iran, auch im Irak und in Afghanistan. Ihre Architektur und Interieurs sind in der Regel sehr aufwendig gestaltet. Es sind meist schiitische Zentren und Pilgerstätten für den ziyarat (Besuch) für die regionale Bevölkerung. Auch das Imam Chomeini Mausoleum in Teheran kann, da er ein Sayyid war, als Imamzade charakterisiert werden. Das Amt für fromme Stiftungen (Sāzmān-e awqāf) bezifferte im Jahr 1973 die Anzahl der Imamzades in Persien auf 1.059.[2]

Allama Madschlisi, einer der bekanntesten schiitischen Gelehrten aus der Zeit der Safawiden, ermutigt die Gläubigen diese Gräber und Gebäude zu besuchen.[3] Er merkt in seinem Pilgerhandbuch Geschenk für die Pilger (Tuhfatul-Za'er)[4] unter anderem an, dass man beim Besuch der Grabstätten die Segnung empfangen werde.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe z. B. die Artikel Fātima bint Mūsā & Schrein der Fatima Masuma
  2. iranicaonline.org (Encyclopædia Iranica)
  3. Moojan Momen, S. 116
  4. vgl. The Gift of Pilgrim
  5. Majlisi, nach Donaldson, S. 258 (in dem den Pilgerreisen zu den Gräbern der Imamzades gewidmeten Kapitel mit den Zwischenüberschriften: Ḳumm, Shah Abdu’l-Azim, Ardabil in Adherbaijan, Graves of other Imamzadehs.)