Immendorf (Köln)

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Wappen von Köln
Immendorf
Stadtteil 212 von Köln
Lage des Stadtteils Immendorf im Stadtbezirk 2
Koordinaten 50° 51′ 37″ N, 6° 57′ 33″ OKoordinaten: 50° 51′ 37″ N, 6° 57′ 33″ O
Fläche 5,225 km²
Einwohner 2032 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 389 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 50997
Vorwahl 02236
Stadtbezirk Rodenkirchen (2)
Verkehrsanbindung
Buslinie 135
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015

Immendorf ist ein Stadtteil am äußersten Südrand der Stadt Köln und gehört innerhalb dieser zum Stadtbezirk Rodenkirchen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immendorf grenzt im Osten an den Kölner Stadtteil Godorf, im Süden an die Stadt Wesseling mit ihrem Stadtteil Berzdorf, im Westen an den Kölner Stadtteil Meschenich und im Norden an den Stadtteil Rondorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Spuren in Immendorf weisen bereits römische und fränkische Bebauungen nach. Immendorf wurde schon im Jahr 948 in einer Schrift des Kölner Erzbischofs Wichfrid als Iminethorp erwähnt, in der er das zehntpflichtige Dorf mitsamt seiner Kirche dem Kölner Stift Sankt Severin überschrieb. 1794 wurde der Ort von französischen Revolutionstruppen besetzt. Unter französischer Herrschaft gehörte Immendorf zur Mairie Rondorf und mit dieser zum Kanton Brühl. Seit 1815 gehörte es zur Bürgermeisterei dann Gemeinde Rondorf beziehungsweise nach Umbenennung 1961 zur Gemeinde Rodenkirchen im Landkreis Köln. Seit 1975 ist Immendorf infolge des Köln-Gesetzes ein Teil der Stadt Köln.

Sankt-Servatius-Kirche und katholischer Friedhof

Die Immendorfer Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon zu fränkischer Zeit soll in Immendorf eine Kirche existiert haben. Als die Normannen den Ort 881 brandschatzten, wurde auch die Kirche zerstört. Später folgte der Bau einer frühromanischen Kirche, die 1841 erweitert wurde und 1873 dem jetzigen Bau weichen musste. Die neoromanische Kirche wurde in den Jahren 1873 und 1874 nach Plänen von August Carl Lange errichtet. Diese katholische Kirche Sankt Servatius wurde 1966 und 1967 umfangreich renoviert. Wie auch ihre Vorgängerbauten liegt die Kirche auf einem Hügel inmitten des Dorfes, der kurioserweise den Flurnamen Heidenberg trägt. Der Immendorfer Heimatforscher Wolfgang Gerard nimmt an, dass auf diesem Hügel vielleicht eine heidnische, dem Gott Irmin geweihte Kultstätte bestanden habe, die auch der Ansiedlung ihren Namen gegeben haben könnte.[1] Irmin ist aber auch Bestandteil germanischer Namen mit der Bedeutung groß.

Die Ausdehnung der Pfarrgemeinde reichte im 19. und teilweise noch im 20. Jahrhundert bis an den Bischofsweg südlich des Severinstores an der Stadtgrenze von Köln und umfasste auch das benachbarte Godorf.

Weitere historische Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Goldschmidts- und Zaunhof: Seit dem 16. Jahrhundert ritterliches Gut, damals im Besitz des Burgherren von Efferen
  • Giesdorfer Höfe: Der Gillessenhof gehörte bis zur Säkularisation 1802 der Abtei Groß Sankt Martin in Köln
  • Friedrichshof: Er gehörte seit der Säkularisation der Armenverwaltung der Stadt Köln

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immendorf liegt in der Nähe des Raffineriezentrums Köln-Godorf (Werk Nord der Rheinland-Raffinerie der Shell Deutschland Oil GmbH), bei dem viele Einwohner beschäftigt sind oder waren. Das Ortsbild ist weiterhin von alten Bauernhöfen geprägt, die aber nur noch vereinzelt landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Nach 1945 entstanden Neubaugebiete in östlicher Richtung und südlich der Godorfer Straße. Außer einem Tabakwarengeschäft (im Gebäude der früheren Dorfbäckerei), einem Holzhandel und einem großen Blumengeschäft gibt es im Ort keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. An der Hauptstraße gegenüber der Kirche befand sich bis zur Schließung am 31. Juli 2013 das bekannte Restaurant Bitzerhof von 1821. Das größte am Ort ansässige Unternehmen ist ein Busunternehmen.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bedeutung genießt der Ort im Straßenradsport. Der 1981 von Cornelius Fohrn mitgegründete Radtouristik-Club Condor Immendorf veranstaltet jedes Jahr eine renommierte Radtourenfahrt innerhalb des offiziellen Kalenders des Bundes Deutscher Radfahrer. Weitere Freizeitangebote sind:

  • Teichanlagen um die alte Kiesgrube westlich des Ortes
  • Tennishalle mit fünf Spielplätzen an der Berzdorfer Straße

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Männer-Quartett Frohsinn 1925
  • Immendorfer Karnevalsgesellschaft "Blau-Weiß" von 1968 e.V.
  • Immendorf 2000 e. V. (Verein der Freunde Immendorfs)
  • Angelsportverein ASV Immendorf e.V. 1972
  • Turn- und Sport-Verein Immendorf 1968 e. V.
  • Radtouristik-Club Condor Immendorf

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Bd.4, Der Landkreis Köln, Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0, S.150

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Stadtanzeiger vom 11./12. Juni 2011, S. 39