Inge Heym

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Inge Heym, geborene Holm, geschiedene Wüste (* 2. Juni 1933 in Berlin-Pankow) ist eine deutsche Szenaristin, Drehbuchautorin und Herausgeberin.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inge Heym war zunächst als Regieassistentin beim Berliner Rundfunk und beim Deutschlandsender tätig. Danach arbeitete sie ein Jahr in der Montage beim VEB Mechanik Askania Teltow. Seit 1952 studierte sie Pädagogik in Leipzig, danach war sie ab 1954 als Erzieherin im Kinderheim A. S. Makarenko in der Königsheide tätig.

Von 1956 bis 1961 studierte sie Regie an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg. Als Regieassistentin von Werner W. Wallroth war sie in dieser Zeit an zwei Filmen beteiligt (Das Rabauken-Kabarett, 1960; Mord in Gateway, 1962).

In erster Ehe heiratete sie 1955 den Dokumentarfilmregisseur Werner Wüste (* 1931), in zweiter Ehe 1971 den Schriftsteller Stefan Heym (1913–2001). Aus erster Ehe hat sie einen Sohn, der 1958 geboren ist.[2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1962 bis 1982 arbeitete Heym zunächst als Dramaturgin, später nur noch als Szenaristin im DEFA-Studio für Spielfilme nach Protesten gegen die Ausweisung Wolf Biermanns.[3] Dort entwickelte und schrieb sie populäre Kinderfilme wie Egon Schlegels Abenteuer mit Blasius (nach dem Buch Messeabenteuer 1999 von Werner Bender) und Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus (nach dem Märchen der Brüder Grimm) und Filme für Jugendliche wie Rainer Simons Männer ohne Bart (nach Uwe Kants Das Klassenfest) und Herrmann Zschoches Und nächstes Jahr am Balaton (nach Ich bin nun mal kein Yogi von Joachim Walther).

Seit 1982 ist Inge Heym freiberufliche Schriftstellerin, darüber hinaus betätigt sie sich als Herausgeberin ausgewählter Werke ihres verstorbenen Mannes Stefan Heym. Das Paar stand wegen der gemeinsamen kritischen Haltung gegenüber der Staatsführung unter ständiger Beobachtung der Staatssicherheit.[4]

Ihr Archiv befindet sich in der Akademie der Künste in Berlin.[5]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Leute aus meiner Straße. Berliner Geschichten. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-359-00980-0.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Heym. Einmischung. Gespräche, Reden, Essays. Ausgewählt und herausgegeben von Inge Heym und Heinfried Henniger. Mit einem Nachwort von Egon Bahr. C. Bertelsmann Verlag, München 1990, ISBN 978-3-57008217-1.
  • Stefan Heym. Offene Worte in eigener Sache. Gespräche, Reden, Essays 1989–2001. Ausgewählt und herausgegeben von Inge Heym, Heiner Henniger und Ralf Zwengel. btb Verlag, München 2003, ISBN 978-3-44273080-3.
  • Stefan Heym. Ich aber ging über die Grenze: Frühe Gedichte. Ausgewählt und herausgegeben von Inge Heym. C. Bertelsmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-57010160-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autorenlexikon: Inge Heym. In: literaturport.de. Literarisches Colloquium Berlin, abgerufen am 8. Juni 2020.
  2. Regine Sylvester: Der lange Atem. Inge Heym über das Leben mit einem trotzigen Schriftsteller. In: Berliner Zeitung vom 14. Juni 2003.
  3. Ingo Zander: Inge Heym - Dramaturgin und Autorin: An der Seite eines trotzigen Schriftstellers. In: wdr.de. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  4. Holger Kulick: Interview mit Stefan und Inge Heym "Wir wollten ehrlich leben". In: spiegel.de. 18. Dezember 2001, abgerufen am 8. Juni 2020.
  5. Inge-Heym-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.