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International Planned Parenthood Federation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
International Planned Parenthood Federation
(IPPF)
Logo
Rechtsform Internationale Nichtregierungsorganisation
Gründung 1952[1]
Sitz London, Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Zweck sexuelle Aufklärung, sexuelle Gesundheit, reproduktive Gesundheit, Familienplanung, Gleichstellung der Geschlechter
Umsatz 11.573.644 US-Dollar (2023)
Website ippf.org
Gruppenfoto auf der 3. Internationalen Konferenz für Familienplanung im Jahr 1952 mit Gründerin Margaret Sanger.

Die International Planned Parenthood Federation (IPPF) ist eine globale Nichtregierungsorganisation mit dem übergeordneten Ziel, die sexuelle und reproduktive Gesundheit zu fördern und das Recht des Einzelnen auf freie Entscheidung in Fragen der Familienplanung zu verteidigen.[2] Sie wurde 1952 in Bombay (dem heutigen Mumbai) in Indien von Margaret Sanger und Lady Rama Rau auf der Dritten Internationalen Konferenz für Familienplanung gegründet, unterstützt durch eine wachsende Bevölkerung mit begrenzten Ressourcen. Der Sitz der Organisation befindet sich in London, England.

Derzeit besteht sie aus mehr als 150 Mitgliedsverbänden, die in über 146 Ländern tätig sind.[2] Zu den Mitgliedern gehören bspw. Pro familia (Deutschland) und Planned Parenthood.

Die Mitgliedsverbände bieten gemeinnützige Familienplanungsdienste, Schulungen und Aufklärung zu sexueller Gesundheit und Missbrauchsprävention an. Zu ihren Zielen gehören die Bereitstellung der notwendigen Informationen für ihre Klienten, damit diese fundierte Entscheidungen in Bezug auf ihre sexuelle Gesundheit treffen können, die Förderung einer dauerhaften sexuellen Gesundheit, die Bereitstellung hochwertiger Dienstleistungen im Bereich der sexuellen Gesundheit, die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit von Menschen mit niedrigem Einkommen sowie die Nutzung einer demokratischen Organisation und der Führungsqualitäten von Freiwilligen, um diese Ziele zu fördern. Ein Großteil der Ressourcen der IPPF sind auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet, da laut IPPF Personen unter 25 Jahren (insbesondere Frauen) einem viel höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren.[3][4][2]

Die IPPF knüpft Kontakte zu armen und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Im Laufe des Jahres 2016 versorgte die IPPF über 45 Millionen Menschen, von denen viele in einer humanitären Krise leben. Zu diesen Dienstleistungen gehören der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten sowie die Schulung von Einheimischen, damit diese andere über Gesundheitsfragen aufklären können.[5] Die IPPF unterstützt über 46.000 Kliniken und Einrichtungen durch die Bereitstellung von Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen. Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf der Verbesserung der sexuellen Gesundheitsversorgung, daher versorgt sie auch über 14.000 Anbieter, von denen viele in ländlichen Gebieten tätig sind, mit Verhütungsmitteln.[6] Die IPPF unterstützt Länder, vor allem in Subsahara-Afrika, bei der Bekämpfung der HIV-Epidemie durch HIV-Tests und Beratung. Im Jahr 2016 erbrachte die IPPF mit dem Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids über 40 Millionen HIV-Dienstleistungen, davon 59 % in Afrika. In Afrika wurden Verbesserungen bei den Tests und der Beratung zu HIV und sexuell übertragbaren Infektionen erzielt.[7]

Die IPPF wird finanziell von Regierungen, Stiftungen und Fonds unterstützt, darunter die Europäische Kommission und der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen für Sonderprojekte. Die Hälfte ihrer Mittel stammt aus offiziellen Entwicklungshilfeprogrammen der Regierungen. Um ihre Ziele als Organisation zu erreichen, arbeitet die IPPF häufig mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) – beispielsweise im Rahmen des Sonderprogramms zur menschlichen Fortpflanzung – und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammen.[8][9]

Die IPPF setzt sich für den Zugang zu umfassenden Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein. Dazu gehören Verhütungsmittel und sichere Abtreibungsdienste. An seinem ersten Tag im Amt führte US-Präsident George W. Bush die sogenannte Mexico City policy wieder ein. Diese Politik verlangte von Nichtregierungsorganisationen, die US-Gelder erhielten, sich der Bereitstellung oder Befürwortung von Abtreibungsdiensten zu enthalten. Die IPPF entschied sich gegen die Unterzeichnung der Global Gag Rule und verlor während der Geltungsdauer der Mexico City policy 20 % ihrer Finanzmittel.[10][11] Im Januar 2009 wurde die Mexico City policy von Präsident Barack Obama aufgehoben,[12] im Januar 2017 jedoch von Präsident Donald Trump wieder eingeführt, bevor sie im Januar 2021 von Präsident Joe Biden erneut aufgehoben[13] und im Januar 2025 von Donald Trump wiederum erneut eingeführt wurde.[14]

Einzelnachweise

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  1. About Us | IPPF. 8. September 2021, abgerufen am 2. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b c About Us. In: ippf.org. 8. September 2021, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  3. Internationale Föderation geplanter Elternschaft (IPPF). In: bmz.de. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), abgerufen am 3. Dezember 2025.
  4. The International Planned Parenthood Federation - IPPF. In: frauengesundheitsportal.de. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), abgerufen am 3. Dezember 2025.
  5. Studies |  BIÖG WHO-CC. In: whocc.bioeg.de. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), 2016, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  6. Developing an evidence-based approach to family planning. In: who.int. Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2022, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  7. IPPF Annual Performance Report 2016 | IPPF. In: ippf.org. 9. Juni 2017, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  8. IPPF in 2024: Financial Statements. In: ippf.org. International Planned Parenthood Federation, 18. Juli 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  9. Bodily autonomy and reproductive health. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  10. Why we will not sign the Global Gag Rule. IPPF, 23. Januar 2017, archiviert vom Original am 26. September 2021; abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  11. The Global Gag Rule. IPPF, 22. Januar 2019, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  12. Obama Overturns Mexico City Policy Implemented by Reagan. ABC News, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  13. Abigail Abrams: Biden Begins Revoking Restrictions on Abortions Abroad. TIME (englisch, time.com [abgerufen am 13. Dezember 2025]).
  14. How a rule imposed by Trump shapes abortion access around the world. The Washington Post, 25. Januar 2025 (washingtonpost.com [abgerufen am 13. Dezember 2025]).