Internationale Kurzfilmtage Winterthur

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Logo des Festivals

Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur sind ein jährlich stattfindendes Kurzfilmfestival, das vom gleichnamigen Verein in der Stadt Winterthur organisiert wird. Das Festival dauert sechs Tage und gilt als bedeutendstes Kurzfilmfestival der Schweiz. Es widmet sich dem nationalen und internationalen Kurzfilm.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 starteten Mitglieder des Filmfoyers Winterthur und des Kinos Nische ein Pilotprojekt und organisierten einen zweitägigen Anlass unter dem Titel: «1. Winterthurer Kurzfilmtage», bei dem ausschliesslich Kurzfilme vorgeführt wurden. Der Schwerpunkt lag auf Schweizer Filmen und Werken aus den deutschsprachigen Nachbarländern, ergänzt durch Filme aus dem Gastland Polen. Zu den 1. Winterthurer Kurzfilmtage kamen etwa 1.000 Besucher in die Alte Kaserne. Das Interesse beim Publikum veranlasste die Organisatoren, den Verein «Kurzfilmtage Winterthur» zu gründen, um die Weiterführung zu ermöglichen. Nach zwei Jahren kam neben der Kaserne das Kino Loge als zweite Spielstätte hinzu.

Seit 2002 bildet das Casinotheater Winterthur das Festivalzentrum, im Jahr 2009 kam mit dem Theater Winterthur eine neue grosse Spielstätte hinzu. Das Festival zeigt jährlich über 200 Kurzfilme, wovon rund 70 in den Wettbewerben (Schweizer und Internationaler Wettbewerb sowie Wettbewerb des Schweizer Filmschulentags) und rund 150 im Rahmen der kuratierten Programme gezeigt werden. Über die sechs Festival-Tage verbuchte das Festival 2016 18'500 Eintritte.[2]

Die Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzstück der Kurzfilmtage sind der Internationale Wettbewerb und der Schweizer Wettbewerb, welche die Besucher an den Puls des aktuellen, weltweiten Filmschaffens bringen. Im Wettbewerb werden folgende Preise verliehen:

  • Hauptpreis CHF 12'000.–
  • Förderpreis CHF 10'000.–
  • Preis für den besten Schweizer Film CHF 10'000.–
  • Schweizer Kamerapreis CHF 11'500.– (Sachpreis)
  • Publikumspreis CHF 10'000.–

Ausserhalb des Wettbewerbs werden zudem folgende Preise vergeben:

  • Preis für den Besten Schweizer Schulfilm CHF 5'000.–
  • Postproduktions-Preis (ehem. Shortrun-Preis) CHF 20'000.– (Sachpreis)
  • Jugendfilmpreis CHF 500.–

Ehemalige Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Hauptpreis des Int. Wettbewerbs Förderpreis des Int. Wettbewerbs Preis für den besten Schweizer Kurzfilm Schweizer Kamerapreis Publikumspreis Postproduktions-Preis (ehem. Shortrun-Preis) Preis für den besten Schweizer Schulfilm Jugendfilmpreis 12+ Jugendfilmpreis 16+
1999 Desserts und Blush[Anm 1]
2000 Ampiaispaini Tout est bien Summertime
2001 Michelle Tous à Table Das Engadiner Wunder und So oder so Viaje en Taxi
2002[Anm 2] Meska Sprawa Ich muss gehen und Dortoka Uhartea Swapped[Anm 3] Der Komplex
2003 Lift Spin und 15’ Camkiller Lift (Kurzfilm)
2004 C’est l’histoire d’un belge Nie solo seiN und Allerleirauh Tiger erdolchen Meine Eltern
2005 Spezialized Technicians Required: Being Luis Porcar Ele & Jagger und Stalk Frohe Ostern und Wir sind dir treu Sidasti Baerinn
2006 Aldrig som första gången! A bras le corps Federer et moi West Bank Story
2007 René Hoy no estoy Twist Il neige à Marrakech
2008 Puppetboy Love you more Polar Second Me
2009 Please Say Something Believe Ich bin’s. Helmut Lorenz Merz für Schonzeit Wagah Sahar Suliman
2010 The External World Glukhota Stick Climbing Pascal Walder für Yuri Lennon’s Landing on Alpha46 Heimatland Baggern
2011 Brûleurs Threesome Bon Voyage Gabriel Lobos für Le début de la fin Las Palmas Kurt und der Sessellift
2012 Isla Alta Death to The Camera Os Vivos Tembem Choram Natalie Ducrey für Sunburn Kurt und der Sessellift From Ganga to Bollywood
2013 La lampe au beurre de yak Quelqu’un d’extraordinaire Kod Ćoška Quetzalli Malagón für IDYLLIUM La lampe au beurre de yak Between 205 la terre s’ouvre Yardbird
2014 A Million Miles Away Kuhani Tišina mujo Aurelio Buchwalder für Wandelzeit – Eine Gletscherperformance Abseits der Autobahn Doug & Walter L'offre Tastes Like Chicken?
2015 The Living Need Light, the Dead Need Music Totem Nuestro Mar Maxime Kathari für O som da casa Hausarrest Rakjiada Seemannsgarn If Mama Ain't Happy, Nobody's Happy
2016[2] A Man Returned NO'I E.B.C. 5300m Laurence Bonvin für Avant l'envol Digital Immigrants Soy tu Papá Millimeterle Mother Knows Best
2017 Ligne noire Flores Valet noir Florian Berutti für Premier amour Facing Mecca The Cruise Kinder der Nacht How Long, Not Long How Long, Not Long
2018 Bigger Than Life A Room with a Coconut View The Flood Is Coming Brotherhood Onaniegramm Hamama & Caluna All These Creatures Guaxuma
  1. «Desserts» erhielt den internationalen Publikumspreis, «Blush» den national Publikumspreis.
  2. 2002 wurde zusätzlich der Kinopreis für den Film «Aria» vergeben.
  3. Vergeben als «Förderpreis für ein herausragendes Regietalent». Regisseur von «Ich muss gehen» ist Florian Mischa Boeder, bei «Dortoka Uhartea» führte Maru Solores Regie.

Die kuratierten Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Wettbewerben verfügen die Kurzfilmtage über Sektionen, die kuratierte Programme umfassen. Hier steht die Kontextualisierung von Themen in einen grösseren kulturellen Zusammenhang im Vordergrund. Der Einbezug der Filmgeschichte spielt genauso eine Rolle wie zeitgenössische Filme, Gesellschaftliches, Einblicke in Institutionen oder Gesamtwerke von Filmemachern und Künstlern. Seit 2013 heissen die Sektionen der kuratierten Programme «Grosser Fokus», «Land im Fokus» sowie «Person im Fokus». Außerdem finden Podiumsgespräche, Live-Performance, Workshops und Veranstaltungen für Filmschaffende und fürs Publikum statt.

Jahr Grosser Fokus Land im Fokus Person im Fokus
2013 Independent Cinema USA Kuba Armando Capó Ramos
2014 Framing Europe – Die europäische Idee Indigenes Kino – Through Our Own Lenses Yann Gonzalez
2015 Arab Encounters – Visions and Realities Bhutan/Nepal Christoph Girardet & Matthias Müller
2016 Nordische Länder Kolumbien Salomé Lamas
2017 Tropical Views – Das Kino Südostasiens Griechenland Pimpaka Towira
2018 This Is Britain Georgien Mike Hoolboom

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurzfilmtage werden von ca. 50 Personen organisiert, die einem Verein angehören. Hinzu kommen freiwillige Helfer während der Woche des Festivals. Ziel des Vereins ist die Förderung und Verbreitung des Kurzfilms. Neben der Festival-Veranstaltung legen die Kurzfilmtage grossen Wert auf die nachhaltige Förderung des Kurzfilms und unterhalten mitunter das grösste Kurzfilmarchiv der Schweiz mit rund 35'000 Kurzfilmen. Das Archiv steht dem Fachpublikum während des ganzen Jahres für Recherchezwecke zur Verfügung. Dank dem umfangreichen Wissen und der grossen Kompetenz, welche sich die Kurzfilmtage über die letzten 20 Jahre im Bereich des Kurzfilms angeeignet haben, kuratieren sie heute Kurzfilmprogramme für renommierte Festivals und Institutionen weltweit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Internationale Kurzfilmtage Winterthur. In: Cineman. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  2. a b Der Hauptpreis geht an einen palästinensischen, der Preis für den besten Schweizer Film an einen Dokumentarfilm aus Neuenburg. (PDF; 96 kB) Internationale Kurzfilmtage Winterthur, 16. November 2016, abgerufen am 29. Dezember 2016 (Medienmitteilung).