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Internationales Jahr des Kindes

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Briefmarke der Deutschen Bundespost (1979): Internationales Jahr des Kindes
Das Unicef Emblem auf der Vorderseite der deutschen Medaille zum Internationalen Jahr des Kindes
Die Rückseite dieser Medaille von 1979

Das Internationale Jahr des Kindes wurde von der UNO-Generalversammlung 1976 für das Jahr 1979 ausgerufen. Den Bedürfnissen der Kinder sollte weltweit mehr Beachtung geschenkt werden. 1979 wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, die auf Initiative Polens bei der UNO-Menschenrechtskommission eine Konvention über die Rechte des Kindes (KRK) ausarbeiteten.[1]

Vorgeschichte und Proklamation

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Die Anregung zu einem Internationalen Jahr des Kindes ging Anfang der 1970er Jahre von nichtstaatlichen Organisationen aus, insbesondere vom International Catholic Child Bureau (ICCB) und der International Union for Child Welfare (IUCW), die 1975 in einem gemeinsamen Memorandum an UNICEF eine „wesentliche und dauerhafte Verbesserung im Wohlergehen der Kinder der Welt“ als Hauptziel eines solchen Jahres forderten; eine aufwendige Weltkonferenz war ausdrücklich nicht beabsichtigt, das Jahr sollte vor allem auf nationaler Ebene begangen werden.[2] Am 21. Dezember 1976 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der ohne Gegenstimme angenommenen Resolution 31/169 das Jahr 1979 – in das der zwanzigste Jahrestag der Erklärung der Rechte des Kindes von 1959 fiel – zum Internationalen Jahr des Kindes. Ziel war es, den besonderen Bedürfnissen der Kinder bei Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit mehr Bewusstsein zu verschaffen und die Einsicht zu fördern, dass Programme für Kinder ein integraler Bestandteil wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungspläne sein sollten.[2]

Organisation und Initiativen

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UNICEF wurde als federführende Organisation (lead agency) des UN-Systems mit der Koordinierung des Jahres betraut.[2] Innerhalb der UNICEF-Verwaltungsstruktur entstand ein eigenes Sekretariat mit Hauptsitz in New York und einem Büro in Genf, das von der philippinischen Psychologin und Diplomatin Estefania Aldaba-Lim als Sonderbeauftragter im Range einer Beigeordneten Generalsekretärin der Vereinten Nationen geleitet wurde.[2] Zur Abstimmung der beteiligten UN-Organisationen – darunter FAO, Internationale Arbeitsorganisation (IAO), UNESCO und WHO – wurde eine interinstitutionelle Beratungsgruppe gebildet; daneben schlossen sich rund hundert internationale Wohlfahrtsverbände in einem Komitee der nichtstaatlichen Organisationen unter Vorsitz von Joseph Moerman zusammen.[2]

Bereits im Februar 1977 hatte UNICEF-Exekutivdirektor Henry R. Labouisse die Regierungen aufgerufen, nationale Kommissionen zur Durchführung des Jahres zu bilden. Anfang 1979 bestanden 121 solcher Kommissionen, und 151 Regierungen hatten ihre Beteiligung zugesagt; die Mehrzahl der Kommissionen entstand in Entwicklungsländern.[2] Die nationalen Programme reichten von Aufklärungs- und Medienkampagnen bis zu Gesetzesvorhaben, etwa zu Kinderrechten, Jugendstrafrecht und Adoption.[2] Auch zahlreiche UN-Organisationen beteiligten sich mit eigenen Vorhaben: Das Flüchtlingshochkommissariat widmete sich besonders Flüchtlingskindern, die IAO plante Studien über Kinderarbeit, und die Weltbank veröffentlichte Ende 1978 einen Weltatlas des Kindes mit Daten zu Kindern in 185 Ländern und Territorien. Das Sekretariat des Jahres gab Arbeitspapiere unter anderem zu behinderten Kindern, Vorschulerziehung, minderjährigen Müttern sowie Kindern von Arbeitsmigranten und Flüchtlingen heraus.[2] Schon im Juli 1978 diskutierten auf Einladung der griechischen Regierung 200 Experten in Athen über das Thema „Das Kind in der Welt von Morgen“; die Generalversammlung beschloss zudem, im Herbst 1979 eine Sonderdebatte über die Lage der Kinder in der Welt abzuhalten.[2]

Zur Finanzierung von Projekten zugunsten von Kindern riefen UNICEF-Komitees, Wohlfahrtsverbände und nationale Kommissionen vielerorts zu Spenden auf; dazu gehörten der Verkauf von UNICEF-Medaillen mit dem Emblem des Jahres sowie die Herausgabe von Sondermarken in mehr als 130 Staaten.[2] Zum Auftakt des Jahres fand am 9. Januar 1979 im Saal der UN-Generalversammlung in New York das Benefizkonzert A Gift of Song – Music for UNICEF statt, bei dem unter anderem ABBA, die Bee Gees, Rod Stewart und Donna Summer auftraten und die Rechte an je einem Lied an UNICEF abtraten.[3] Das Jahr wurde von Zeitgenossen als Erfolg gewertet, der das gesellschaftliche und politische Bewusstsein für die Lage der Kinder schärfte und Themen wie Straßenkinder, Kinder mit Behinderungen und Kinder in bewaffneten Konflikten international sichtbar machte.[4]

Aktivitäten der UNESCO

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1979 plante die UNESCO eine Vielzahl von Publikationen. Diese sollten die Bedürfnisse der Kinder in den Fokus der Weltgemeinschaft rücken und ein jüngeres Publikum auf die Aktivitäten der UNESCO aufmerksam machen:[5]

  • Unter Koordination der UNESCO planten Fernsehsender aus zehn Teilnehmerländern Beiträge zum Thema Kindheit in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten. Diese sollten später untereinander ausgetauscht werden.
  • Die UNESCO bereitete Radiosendungen über Kinderrechte und Zeichentrickfilme über die Arbeit der UNESCO vor.
  • Eine Studie zu den Effekten von Bildungsfernsehen auf die Entwicklung von Kindern sollte vorgestellt werden.
  • Die Broschüre A World for Everybody erläuterte die Ziele der UNESCO in einfacher Sprache. Auch eine Version in Brailleschrift mit Reliefs für blinde Kinder wurde erstellt.
  • Eine Wanderausstellung, die Kinderspiele und Spielzeuge aus aller Welt zeigte, wurde zunächst im Hauptsitz der UNESCO in Paris gezeigt und später im gemeinsamen Pavillon von UNESCO und UNICEF in Montreal, während der Ausstellung „Man and his World“.
  • Ein Zeichenwettbewerb mit dem Thema „Mein Leben im Jahr 2000“, an dem junge Menschen aus 85 Ländern teilnahmen, sollte am 15. Mai 1979 von einer internationalen Jury bewertet werden.

Einzelnachweise

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  1. Archivlink (Memento vom 14. Juni 2012 im Internet Archive)
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Victor Beermann: Das Internationale Jahr des Kindes. Hintergründe – Ziele – Aktivitäten. In: Vereinte Nationen. Band 27, Nr. 3, 1979, S. 77–84 (zeitschrift-vereinte-nationen.de [PDF]).
  3. "Music for UNICEF" Concert Launches International Year of Child. United Nations Photo, abgerufen am 7. Juni 2026.
  4. Linde Lindkvist: 1979: a Year of the Child, but Not of Children’s Human Rights. In: Diplomatica. Band 1, Nr. 2, 2019, S. 202–220, doi:10.1163/25891774-00102004.
  5. UNESCO and the International Year of the Child. In: The Unesco courier. UNESCO, März 1979, ISSN 0041-5278, S. 27 (englisch, unesco.org).