Intranet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Intranet (lat. intra ‚innerhalb‘ und engl. net ‚Netz‘) ist ein Rechnernetz, das im Gegensatz zum Internet entweder

  • kein öffentliches Netz benutzt
  • nicht öffentlich ist,
  • eingeschränkte Funktionen (Protokolle) bietet

usw.

Ziele[Bearbeiten]

Anders als beim Internet definiert der Netzbetreiber die Ziele des Benutzens, beispielsweise:

  • innerbetriebliche Informationsströme beschleunigen
  • Datenbank, die innerbetriebliche Informationen bündelt
  • schneller Zugriff und Erreichbarkeit aller Mitarbeiter
  • beschränkte Nutzung des Internets
  • Arbeit vereinfachen, indem alle Abteilungen auf die gemeinsame Datenbank zugreifen können
  • systematisches Suchen nach Schlüsselbegriffen oder Abläufen
  • bestimmte Abläufe organisieren
  • eine Fülle von Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen
  • unternehmerische Datensicherheit und gesetzlicher Datenschutz

Netzaufbau[Bearbeiten]

Räumlich getrennte Netzwerksegmente von Intranets wurden herkömmlich durch Standleitungen verbunden. Da in allen modernen privaten oder öffentlichen Telekommunikationsnetzen von allen Anbietern die "Standleitungen" nur noch virtuell bereitgestellt werden, gleicht sich das Intranet dem virtuellen privaten Netzwerk (VPN) an. Ein Intranet nutzt tatsächlich die allgemein und öffentlich zugänglichen Übertragungsnetzwerke, bei denen alle virtuellen Leitungsverbindungen paketvermittelt durch ein Vermittlungssystem oder einen öffentlichen Carrier bereitgestellt werden, ohne dass ein ungeregelter Übergang in öffentliche Zweige möglich gemacht wird.

Benutzerkreis[Bearbeiten]

Im Unterschied zu Begriffen wie Local Area Network und Global Area Network bezeichnet dieser Begriff nicht die räumliche Ausdehnung eines Rechnernetzes, sondern die (begrenzte) Ausdehnung seines Benutzerkreises. Für die IT-Infrastruktur bedeutet das den Einsatz von TCP/IP als Netzwerkprotokoll, Internetdiensten als Anwendungsbasis und Webbrowsern als universelle Benutzerschnittstelle.

Soziale Intranets[Bearbeiten]

Im Kontext von Web 2.0 und Enterprise 2.0 spricht man von "sozialen Intranets", wenn ein Intranet Soziale-Software-Elemente wie z. B. Soziale Netzwerke, Wikis oder Weblogs enthält.

Verbreitung[Bearbeiten]

Intranets sind überall dort verbreitet, wo sich Mitarbeiter über neueste Meldungen sowie Regeln und Absprachen informieren können. Außerdem finden sie im Intranet wichtige Dokumente und Formulare, die sie sich für ihre Arbeit herunterladen, ausdrucken oder bearbeiten können. Neben den Intranets in Unternehmen werden sie auch in vielen Behörden eingesetzt. Besonders große Firmen, wie Banken oder Fluggesellschaften setzen dabei speziell modifizierte Browservarianten als Benutzerschnittstelle ein.

Auch manche Staaten verfügen über ein eigenes Intranet, ein extremes Beispiel ist Nordkorea. Dort haben die meisten Menschen keinen Zugang zum Internet, sondern können nur im landeseigenen Intranet (welches zensiert ist) surfen.

Mit einem Intranet verfolgen Unternehmen das Ziel, die Informationsversorgung für die Mitarbeiter zu sichern und zu verbessern. Hierzu wird der komplette Prozess, von der qualitätsgesicherten Bereitstellung von Informationen, der zielgruppenorientierten (personalisierten) Verteilung von Informationen und dem schnellen Finden und der einfachen Nutzung von Informationen im Rahmen von Geschäftsprozessen optimiert. Ein weiterer Nebeneffekt der vereinheitlichten Benutzeroberflächen ist ein stärkeres betriebsinternes Zugehörigkeitsgefühl bei den Anwendern (Corporate Design, Corporate Identity).

Bei zielführendem Technikeinsatz (Content-Management, Workflow-Management) lässt sich mit Intranets die Effektivität von Wissensarbeitern und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern.

Sicherung[Bearbeiten]

Einzelne logische Schnittstellen zum Internet werden von Firewalls kontrolliert. Der Betreiber des Intranet bildet sich über diese paketvermittelte Übertragunge eines Providers praktisch sein privates Netz auch mit mehreren Standorten. Mit Protokollen wie IPsec können dazu Tunnel durch das Internet geschaffen werden, die nicht nur Netzwerksegmente mit zahlreichen verkabelten LAN Clients verbinden, sondern auch einzelne mobile Geräte wie Smart Phones drahtlos über WLAN Router anbinden.

Der Zugang zum Intranet wird durch Verriegeln gesichert. In der Regel müssen sich die Teilnehmer eines Intranets über einfache Authentisierungsverfahren wie über eine „Login“-Maske anmelden, die aus einem Benutzernamen und dem dazugehörigen Passwort besteht oder über komplexe Authentisierungsverfahren mit mehreren Faktoren, wie U2F. Somit kann die Vergabe der Zugriffsrechte einzelner Teilnehmer über die Benutzerverwaltung des jeweiligen Betriebssystems zuverlässig und sicher gesteuert werden.

Ein Extranet ist ein Teil eines Intranets, zu dem ein weiterer, privilegierter Benutzerkreis einen gesicherten Zugang von außerhalb der eigenen Standorte liegenden Orten hat.

Protokolle[Bearbeiten]

In einem organisations- und unternehmensinternen Rechnernetz, das auf den gleichen Techniken (TCP/IP, HTTP) und Anwendungen wie das Internet basiert und den Mitarbeitern einer Unternehmung oder Organisation als Informations-, Kommunikations- und Anwendungsplattform zur Verfügung steht, können auch Verzeichnisdienste zur Verfügung gestellt werden.

Anwendungen[Bearbeiten]

Das Unterstützen und Automatisieren von verketteten Prozessabläufen wird nicht durch das Netz besorgt, sondern durch entsprechende Anwendungen, die im Intranet bereitgestelt werden.

Der Begriff Intranet wird oft unabhängig von seiner technischen Definition für die Zusammenfassung der betriebs- oder gemeinschaftsinternen Web-Kommunikation genutzt. Dazu können Dateiserver, Websites, Chats oder Foren gehören. Typische Inhalte sind betriebsinterne öffentliche Informationen wie Regeln, Absprachen, Verfahrens- und Arbeitsablaufanweisungen, Mitarbeiterzeitschriften, Dokumente und Formulare. Der Zugriff der Mitarbeiter erfolgt häufig über ein Intranetportal.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Lux: Intranet Engineering - Einsatzpotenziale und phasenorientierte Gestaltung eines sicheren Intranet in der Unternehmung. Gabler, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8350-0095-0
  • Claus Hoffmann/Beatrix Lang: Das Intranet. Erfolgreiche Mitarbeiterkommunikation. UVK, 2006, ISBN 3-89669-491-X: Claus Hoffmann: Das Intranet. Ein Medium der Mitarbeiterkommunikation. UVK, 2001, ISBN 3-89669-335-2
  • Torsten Horn: Internet, Intranet, Extranet: Potentiale in Unternehmen. Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München, 1999
  • Othmar Kyas: Corporate Intranets. Strategie - Planung - Aufbau. International Thomson Publishing, Bonn 1997, ISBN 3-8266-4007-1
  • Julia Arendt, Nicole Gatz, Theresa Schulz: "Social Intranet 2012 - Studienergebnisse, Fachbeiträge und Experteninterviews", Lars Dörfel, scm/ Lutz Hirsch, hirschtec (Hrsg.), Berlin, 2012 ISBN 978-3-940543-23-3
  • Theresa Schulz (Hrsg.), Lars Dörfel: "Social Media in der Internen Kommunikation", Berlin, 2012 ISBN 978-3-940543-13-4