Iodwasserstoffsäure

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Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Name Iodwasserstoffsäure
Andere Namen

Jodwasserstoffsäure

Summenformel HI(aq)
CAS-Nummer 10034-85-2 (für Iodwasserstoff)
Kurzbeschreibung

farblose, wässrige, saure Lösung von Iodwasserstoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 127,91 g·mol−1
Aggregatzustand

wässrige Lösung

pKs-Wert

−10 (bei 25 °C) [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
04 – Gasflasche 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 261​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Ätzend
Ätzend
(C)
für Zubereitungen ≥ 10 % HI [1]
R- und S-Sätze R: 35
S: (1/2)​‐​9​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Iodwasserstoffsäure ist eine Lösung von Iodwasserstoff (HI) in Wasser. Ihre Salze heißen Iodide. Sie ist nach Flusssäure, Salzsäure und Bromwasserstoffsäure das letzte Glied in der Reihe der Halogenwasserstoffsäuren. Die Säurestärke nimmt innerhalb der Hauptgruppe zu. Allerdings ist Iodwasserstoffsäure nicht nur die stärkste Halogenwasserstoffsäure, sondern auch die stärkste bekannte sauerstofffreie Säure überhaupt (vgl.: Säurestärke).

In den Handel kommt Iodwasserstoffsäure meist als 57-prozentige Säure.

Synthese[Bearbeiten]

Iodwasserstoffsäure kann wie folgt hergestellt werden:

Ein Syntheseweg erfolgt mittels Verdrängungsreaktion. Hierbei wird die Iodwasserstoffsäure mittels einer starken Säure (Phosphorsäure) aus ihrem Salz (Kaliumiodid) freigesetzt und anschließend abdestilliert. Es entsteht Iodwasserstoff und ein Phosphorsalz des Kaliums, Kaliumphosphat.

\mathrm{3 \ KI + H_3PO_4 \longrightarrow 3 \ HI + K_3PO_4}
Kaliumiodid und Phosphorsäure reagieren zu Iodwasserstoff und Kaliumphosphat.

Eine weitere Synthese ist durch Oxidation von Schwefelwasserstoff mit Iod möglich. Dabei flockt elementarer Schwefel aus, während der Iodwasserstoff gelöst bleibt. Der Schwefel kann anschließend abfiltriert werden.[6]

\mathrm{I_2 + H_2S_{aq} \longrightarrow 2 \ HI_{aq} + S \downarrow}
Iod und Schwefelwasserstoff reagieren in wässriger Lösung zur Iodwasserstoffsäure und Schwefel, der in wässriger Lösung ausflockt.

Eine weitere Synthese von Iodwasserstoff erfolgt mittels eines Zweischritt-Prozesses: Zuerst wird Iod mit Phosphor in einer sauerstoffarmen Umgebung verbrannt. Anschließend wird das entstandene Phosphortriiodid langsam in Wasser gegeben.

\mathrm{2 \ P + 3 \ I_2 \longrightarrow 2 \ PI_3}
Phosphor und Iod reagieren zu Phosphortriiodid.
\mathrm{2 \ PI_3 + 6 \ H_2O \longrightarrow 6 \ HI + 2 \ H_3PO_3}
Phosphortriiodid und Wasser reagieren stark exotherm unter der Bildung von Iodwasserstoffsäure und Phosphonsäure.

Nachweis[Bearbeiten]

Der Nachweis der Iodidionen kann mit Silbernitrat-Lösung vorgenommen werden. Hierbei wird ein gelber, äußerst schwerlöslicher Niederschlag von Silberiodid beobachtet. Dieser ist um Zehnerpotenzen schwerer löslich als jener der anderen Silberhalogenide. Deshalb wird bei Zugabe von gesättigter Silberchlorid-Lösung zu einer iodidhaltigen Lösung ein Niederschlag beobachtet.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Iodwasserstoffsäure wirkt auf Haut, Atemwege und Schleimhäute stark reizend. Sie ist als starke Säure in der Lage lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Schwere, schlecht oder gar nicht heilende Verletzungen können die Folge einer Iodwasserstoffsäureverätzung sein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu CAS-Nr. 10034-85-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13. Januar 2008 (JavaScript erforderlich).
  2. pKa Data Compiled by R. Williams (PDF; 77 kB).
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10034-85-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Datenblatt Hydriodic acid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. April 2011 (PDF).
  5. Iodwasserstoffsäure kann gemäß GHS als Gemisch eingestuft werden und darf dann noch bis zum 1. Juni 2015 mit der EU-Gefahrstoffkennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Anschließend ist nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig; die EU-Kennzeichnung hat dann nur noch historischen Charakter.
  6. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 286-9.