Isthmus von Panama

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Isthmus von Panama

Der Isthmus von Panama (historisch auch Isthmus von Darién)[1] ist eine Landenge (Isthmus) im mittelamerikanischen Staat Panama, die im Norden von der Karibischen See und im Süden vom Pazifischen Ozean begrenzt wird. Er stellt die Landbrücke zwischen Nordamerika und Südamerika dar, und bildet die Südgrenze von Zentralamerika.

Die Landenge umfasst im ursprünglichen Sinne den Ostteil des Landes, die heutigen Provinzen Darién und Panamá (die ehemals Kolumbischen Landesteile), in etwas weiterem Sinne Panamá Oeste, Colón und Coclé. Sie erstreckt sich zwischen dem Golf von Darién der Karibik und dem Golf von Panamá des Pazifik. Im weitestem, heute verbreiteteren Sinne kann man auch das ganze Gebiet zwischen Costa Rica und Kolumbien, also ganz Panama, als den Isthmus ansehen, dessen Westteil liegt zwischen Golfo de los Mosquitos und Golfo de Chiriqui.[1]

Allgemein galt es in der Wissenschaft als gesichert, dass sich der Wasseraustausch zwischen den beiden Weltmeeren vor mehr als 3 Millionen Jahren erstmals signifikant verringerte und vor 2,76 Millionen Jahren mit der vollständigen Schließung der Landbrücke endgültig zum Erliegen kam. Auslöser dieses geologischen Prozesses war die Kollision zweier Erdplatten, wobei sich die Pazifische Platte allmählich unter die Karibische Platte schob, was letztlich zur Bildung des Panama-Bogens und dessen Zusammenschluss mit der Südamerikanischen Platte führte.[2] Eine Studie aus dem Jahr 2015 kam zu dem Schluss, dass sich der Isthmus bereits im Miozän vor rund 15 bis 13 Millionen Jahren gebildet haben könnte.[3] Eine im August 2016 veröffentlichte Untersuchung, die sich auf eine breite Basis geologischer, paläontologischer und molekularbiologischer Befunde stützte, bestätigte jedoch die bisherigen Annahmen.[2] Die endgültige Schließung der Landbrücke am Beginn des Quartärs führte unmittelbar zur Bildung des Golfstroms, der fortan Meerwasser aus tropischen Breiten nach Norden transportierte, wodurch sich in der Arktis die Luftfeuchtigkeit und damit das Niederschlagspotenzial erhöhte.

Nach der Entstehung einer festen Landverbindung fand der erste Austausch von terrestrischen Säugetieren zwischen den beiden Kontinenten statt.

Aufgrund seiner geeigneten geografischen Eigenschaften gab es seit dem 16. Jahrhundert Pläne, an der Stelle des Isthmus einen Kanal anzulegen, der den Atlantik mit dem Pazifik verbinden sollte. Realisiert wurde dies jedoch erst durch den von 1906 bis 1914 erbauten Panamakanal, der den Seeweg von der nordamerikanischen Ostküste zur Westküste halbiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Isthmus of Darien. Eintrag in: Collins English Dictionary (2012, Digital Edition);
    Vergl. historisch auch Francis Borland: The History of Darien 1700. o.n.A. 1779, S. 7 (Digitalisat, Google, vollständige Ansicht);
    Darien, or Terra Firma Proper. Eintrag in: Richard Brookes: Brookes's General Gazetteer Improved. Verlag Johnson and Warner, 1812 (o. S.) (Digitalisat, Google, vollständige Ansicht in der Google-Buchsuche);
    der Name Isthmus von Darien findet sich dann mit dem Bau des Panamakanals aber auch auf die östlich anschliessende Senke des Atrato übergehend (weshalb die Abgrenzung Südamerika zu Zentralamerika verschieden gegeben wird), und der Begriff Isthmus von Panama weitet sich gegen Westen aus (der Ausdruck Isthmus von Nicaragua am Nicaragua-See geht damit mit ein); vergl. The Nautical Magazine and Naval Chronicle for 1869. Cambridge Library Collection, o.n.A., S. 265 (Neuauflage Cambridge University Press, 2013, ISBN 9781108054874; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b Aaron O’Dea, et. al: Formation of the Isthmus of Panama. (html) In: Science Advances. 2, Nr. 8, August 2016. doi:10.1126/sciadv.1600883.
  3. C. Montes, et. al: Middle Miocene closure of the Central American Seaway. (PDF) In: Science. 348, Nr. 6231, April 2015, S. 226–229. doi:10.1126/science.aaa2815.

Koordinaten: 9° N, 79° W