Italienzug

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Als Italienzug, auch Romfahrt oder Romzug, werden in der historischen Forschung die Heerfahrten der fränkischen und römisch-deutschen Könige und Kaiser nach Italien bezeichnet. Diese konnten zu einem mehrjährigen Aufenthalt in Reichsitalien führen. Der erste Zug eines Herrschers hatte in der Regel die Kaiserkrönung durch den Papst in Rom (daher oft die Bezeichnung Romfahrt oder Romzug) zum Ziel. Dieser ging teilweise die Krönung zum König von Italien mit der Eisernen Krone der Langobarden voraus.

Daneben dienten die Italienzüge der Sicherung der Reichsherrschaft bzw. von Reichsrechten, der Durchführung von Reichsversammlungen oder der Nutzung finanzieller Ressourcen. Die persönliche Anwesenheit des Herrschers führte zu einer erhöhten Anzahl von Beurkundungen für italienische Empfänger. Für deren Ausstellung war eine eigene „italienische“ Abteilung der Reichskanzlei zuständig; die politische Verantwortung trug der Erzkanzler für Italien, dessen Amt vom Erzbischof von Köln ausgeübt wurde.

Bisweilen dienten die Italienzüge auch dem Versuch, weitere Territorien der Oberhoheit des Reiches zu unterstellen und die Reichsansprüche zu realisieren. Oft waren die Züge von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem König bzw. Kaiser einerseits und italienischen Städten oder Fürsten andererseits geprägt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Berg: Der Italienzug Ludwigs des Bayern. Das Itinerar der Jahre 1327–1330. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. 67, 1987, S. 142–197.
  • William M. Bowsky: Henry VII in Italy. The Conflict of Empire and City-State. Lincoln, Nebraska 1960.
  • Marie-Luise Favreau-Lilie: Vom Kriegsgeschrei zur Tanzmusik. Anmerkungen zu den Italienzügen des späteren Mittelalters. In: Benjamin Zeev Kedar, Jonathan Simon Christopher Riley-Smith, Rudolf Hiestand (Hrsg.): Montjoie. Studies in crusade history in honour of Hans Eberhard Mayer. Aldershot [u.a.] 1997, S. 213–233.
  • Christian Jörg: Italienerfahrung, Romzug und Karriereweg. Zum Wechsel des Trierer Notars Rudolf Rule von Friedberg (ca. 1320-1367) in den Dienst Karls IV. In: Sigrid Hirbodian u.a. (Hrsg.): Pro multis beneficiis. Festschrift für Friedhelm Burgard. Forschungen zur Geschichte der Juden und des Trierer Raums, Trier 2012, S. 369-385.
  • Christian Jörg, Christoph Dartmann (Hrsg.): Der "Zug über Berge" während des Mittelalters. Neue Perspektiven der Erforschung mittelalterlicher Romzüge, Wiesbaden 2014.
  • Michel Margue, Michel Pauly, Wolfgang Schmid (Hrsg.): Der Weg zur Kaiserkrone. Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier. Kliomedia, Trier 2009, ISBN 978-3-89890-129-1.
  • Ferdinand Opll: YTALICA EXPEDITIO. Die Italienzüge und die Bedeutung Oberitaliens für das Reich zur Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas (1152–1190). In: Deutschland und Italien zur Stauferzeit. Göppingen 2002, S. 93–135.
  • Roland Pauler: Die deutschen Könige und Italien im 14. Jahrhundert. Von Heinrich VII. bis Karl IV. Darmstadt 1997, ISBN 3-534-13148-7.
  • Kurt Postel: Die Seuchenverluste der Italienzüge der deutschen Kaiserzeit bis zum Ende der Staufen. Ein Beitrag zur Bewertung der deutschen Kaiserpolitik. Dissertation. Universität Jena 1942.
  • Ellen Widder: Itinerar und Politik. Studien zur Reiseherrschaft Karls IV. südlich der Alpen. Köln/Weimar/Wien 1993.

Weblinks[Bearbeiten]