Jörg Asmus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jörg Asmus (* 20. Februar 1966 in Havelberg) ist ein deutscher Experte für Vögel mit dem Schwerpunkt Papageienvögel. In Vorbereitung der von ihm initiierten oder begleiteten Erhaltungszuchtprojekte hat er die phänotypischen Merkmalsvariationen und die Abgrenzbarkeit der jeweiligen Vogelgruppen, vor allem von Papageien, studiert und darüber publiziert. Für seine Arbeiten auf diesem Gebiet wurde Asmus ausgezeichnet.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jugendalter gilt sein Interesse der Ornithologie, dem Naturschutz und der Naturfotografie. Seit 1979 beschäftigt Asmus sich mit der privaten Vogelhaltung, wobei sein Hauptinteresse dem Arterhalt gilt. Von 2006 bis 2014 war er Präsidiumsmitglied der Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vögel e.V., dort verantwortlich für Erhaltungszuchtprojekte und tätig als Artenschutzreferent. 2014 war Asmus aktiv beteiligt an der Gründung der Gesellschaft für Arterhaltende Vogelzucht (GAV) e.V. und ist seitdem dort als Präsidiumsmitglied und Koordinator für Artenschutzprojekte tätig. Er ist Kommissionsmitglied der IUCN SSC Bird Red List Authority.

Asmus ist Mitinitiator und Gründer der Erhaltungszuchtprojekte

  • 1999: Europäisches Erhaltungszuchtprojekt für Vasapapageien (Coracopsis)
  • 2002: Europäisches Erhaltungszuchtprojekt für den Rotachselpapagei (Psittinus cyanurus)
  • 2008: Internationales Zuchtprojekt für den Starweber (Dinemellia dinemelli)
  • 2009: Europäisches Erhaltungszuchtprojekt für Agaporniden (EPPAS)
  • 2014: Monitoringprogramm für den Chinasittich (Psittacula derbiana)
  • 2015: Europäisches Erhaltungszuchtprojekt für den Schwalbensittich (Lathamus discolor)

Enge Zusammenarbeit erfolgt auf den Gebieten Erhaltungszuchten sowie Artenschutz mit zoologischen Einrichtungen und Wissenschaftlern weltweit.

Seine systematisch-taxonomischen Untersuchungen führten Asmus ab dem Jahr 2000 wiederholt in verschiedene ornithologische Sammlungen im In- und Ausland. Seine Auseinandersetzung mit Populationsmerkmalen durch Vergleiche an Präparaten und lebenden Vögeln zeigt, wie fachgebietsübergreifende Recherchen den Vogelschutz befördern und welche Rolle naturhistorische Sammlungen dafür spielen können. Für seine Arbeiten auf diesem Gebiet wurde Asmus 2015 der Maria-Koepcke-Preis der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft verliehen.

2005 erschien sein erstes Vogelbuch in Deutschland, mit dem Titel "Zur Untersuchung einiger Museumspräparate des Kleinen Vasapapageien (Coracopsis nigra) auf deren Unterartzugehörigkeit", das auch in englischer Sprache publiziert wurde. Eine der späteren Buchveröffentlichungen über australische Sittiche wurde in einem tschechischen Verlag veröffentlicht. Viele der über 350 Fachbeiträge wurden zudem in weiteren europäischen Ländern publiziert.

2006 gelang Asmus die VZE-Erstzucht des Braunkopfpapageis (Poicephalus cryptoxanthus). Von 2006 bis 2014 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der VZE.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Buchveröffentlichungen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Untersuchung einiger Museumspräparate des Kleinen Vasapapageien (Coracopsis nigra) auf deren Unterartzugehörigkeit. Leipzig, Eigenverlag 2005
  • The examination of some preparations from museums of the Lesser Vasa parrot (Coracopsis nigra) for their classification to sub-species. Leipzig, Eigenverlag 2005
  • Australische Sittiche. Reutlingen, Oertel + Spörer 2012
  • Malí a střední Australští papoušci, České Budějovice, Dona 2013
  • Langflügelpapageien und andere afrikanische Papageien. Bretten, Arndt-Verlag 2013
  • Agaporniden. Reutlingen, Oertel + Spörer 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verlag Eugen Ulmer: Jörg Asmus erhält den Preis für Tropenornithologie 2006 - NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPLANUNG. Abgerufen am 20. September 2017.
  2. DO-G: Maria-Koepcke-Preis. Abgerufen am 20. September 2017.
  3. Preis für Tropenornithologie | Gesellschaft für Tropenornithologie. Abgerufen am 19. September 2017.
  4. DO-G: Maria-Koepcke-Preis. Abgerufen am 19. September 2017.