Jörg Gollasch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jörg Gollasch (* 1967 in Peine) ist ein deutscher Theater-, Hörspiel- und Filmkomponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim (Hauptfächer Musik und Kunst) ging Jörg Gollasch 1997 nach Berlin an die Baracke am Deutschen Theater. Dort (und später an der Schaubühne) arbeitete er als Komponist und musikalischer Leiter mit Thomas Ostermeier bei diversen Inszenierungen zusammen, so an der Baracke bei Messer in Hennen, Shoppen und Ficken, Disco Pigs sowie unter anderem bei Gier und Personenkreis 3.1 an der Schaubühne am Lehniner Platz.

Seit 2002 arbeitet er als freier Komponist, Arrangeur und Produzent an diversen Theatern im In- und Ausland (darunter Burgtheater Wien, Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Hamburg, Berliner Ensemble, Deutsches Theater Berlin, Kammerspiele München, Residenztheater München, Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Köln, Kretakör Theater Budapest, Maxim Gorki Theater) und mit Regisseuren wie zum Beispiel Claus Peymann, Karin Henkel, Dieter Giesing, Matthias Hartman, Tom Kühnel, Árpád Schilling, Thomas Langhoff, Haken Savas Mican, Oliver Reese und Robert Schuster zusammen.[1] Von 2013 bis 2017 war er auch als Komponist für die Inszenierungen von Dieter Wedel bei den Wormser und Bad Hersfelder Festspielen tätig.[2]

Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn seit 2004 mit der Regisseurin und Intendantin Karin Beier. In gemeinsamer Arbeit entstanden unter anderem die Inszenierungen Das Werk – Im Bus – Ein Sturz (Elfriede Jelinek), Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen (nach einem Film von Ettore Scola), beide am Schauspiel Köln, und Die Rasenden (unter Mitwirkung des Ensemble Resonanz) am Hamburger Schauspielhaus.[3]

Seit einigen Jahren arbeitet Gollasch auch als Komponist für Hörspiele und wirkte an Produktionen für Sender wie SWR, SWF, RBB und Deutschlandradio mit.[4] Außerdem ist er als Dozent auf Workshops und als Lehrender an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch tätig.[5] Darüber hinaus arbeitet er als Filmkomponist, unter anderem mit den Regisseuren Hank Levine, Hanno Olderdissen (Familie verpflichtet, 2015)[6] und Charly Hübner (Wildes Herz, 2017)

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Messer  in Hennen / D. Harrower Baracke Dt. Theater, Regie: T. Ostermeier
  • 1997: Mann ist Mann / B. Brecht, Baracke Dt. Theater, Regie: T. Ostermeier
  • 1998: Shoppen und Ficken / M. Ravenhill, Baracke Dt. Theater, Regie: T. Ostermeier
  • 2000: Personenkreis 3.1 / L. Noren, Schaubühne Berlin, Regie: T. Ostermeier
  • 2000: Gier / S. Kane, Schaubühne Berlin, Regie: Th. Ostermeier
  • 2001: Traum im Herbst / J. Fosse, Schaubühne Berlin, Regie: W. Twiehaus
  • 2002: Der starke Stamm / M.-L. Fleißer, Kammerspiele München, Regie: T. Ostermeier
  • 2003: Die Zeit der Plancks / S. Belbel, Burgtheater Wien, Regie: P. Tiedemann
  • 2003: Genua 01 / F. Paravidino, Schaubühne Berlin, Regie: W. Twiehaus
  • 2003: Helden des 20. Jahrhunderts / T. Kühnel, J. Kuttner, Coproduktion Theater Basel und Das .TaT Frankfurt a. M.,  Puppen Suse Wächter, Regie: T. Kühnel
  • 2004: Endstation Sehnsucht / T. Williams, Schauspiel Frankfurt, Regie: B. Kosminski
  • 2004: God save America / B. Srbljanovic, Burgtheater Wien, Regie: K. Beier
  • 2004: Kasimir und Karoline / Ö. v. Horvarth, Krétakör Theater Budapest, Regie: W. Twiehaus
  • 2005: Hamlet / W. Shakespeare, Wien / Kasino des Burgtheaters, Regie: A. Schilling
  • 2005: Wir wollen den Messias jetzt / Franzobel, Akademietheater Wien, Regie: K. Beier
  • 2006: Am Strand der weiten Welt /  S. Stephens, Schauspielhaus Zürich, Regie: K. Beier
  • 2006: Das Telefonbuch - Opera vocis longiqua / P. Tiedemann, Schauspielhaus Hamburg P. Tiedemann
  • 2007: Spuren der Verirrten / P. Handke, Berliner Ensemble, Regie: C. Peymann
  • 2007: Die Nibelungen / F. Hebbel, Schauspiel Köln, Regie: K. Beier
  • 2007: Wallenstein / F. Schiller, Burgtheater Wien, Regie: Th. Langhoff
  • 2008: Motortown / S. Stephens, Schauspielhaus Bochum, Regie D. Giesing
  • 2008: Peer Gynt / H. Ibsen, Schauspiel Köln, Regie: K. Beier
  • 2009: Das Leben ein Traum / Calderon, Burgtheater Wien, Regie: K. Beier
  • 2009: Faust II / J.W.v. Goethe,  Burgtheater Wien, Regie: M. Hartmann
  • 2009: King Lear / W. Shakespeare, Schauspiel Köln, Regie: K. Beier
  • 2010: Die Häßlichen, die Schmutzigen, die Gemeinen / nach einem Film von Ettore Scola, Schauspiel Köln; Regie: K. Beier (Eingeladen zum Theatertreffen 2010, Inszenierung des Jahres 2010)
  • 2011: Das Werk / Im Bus / Ein Sturz / E. Jelinek Schauspiel Köln, Regie: K. Beier. (Eingeladen zum Theatertreffen 2011, Inszenierung des Jahres 2011)
  • 2011: Professor Bernhardi / A. Schnitzler, Burgtheater Wien, Regie: D. Giesing
  • 2011: Demokratie in Abendstunden –Eine Lehrprobe / Diverse Autoren, Schauspiel Köln, Regie: K. Beier
  • 2012: Endstation Sehnsucht / T. Williams, Burgtheater Wien, Regie: D. Giesing
  • 2012: Das Leben ein Traum / Calderon, Theater Bremen, Regie: R. Schuster
  • 2012: Wastwater / S. Stephens, Schauspiel Köln, Regie: D. Giesing
  • 2013: Die Troerinnen / Euripides, Schauspiel Köln, Regie: K. Beier
  • 2013: Wille zur Wahrheit / Th. Bernhardt, Schauspiel Frankfurt, Regie: O. Reese
  • 2014: Die Rasenden / Diverse Autoren, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier, Koproduktion mit dem Ensemble Resonanz
  • 2014: Dogville / L-v. Trier, Schauspiel Frankfurt, Regie: Karin Henkel
  • 2015: Onkel Wanja / A. Tchechov, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2015: Aschenputtel / S. Prokofjew, Ballett Wiesbaden, Additional Music, Choreografie: T. Plegge
  • 2015: Ab Jetzt / A. Ayckbourns, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2015: Die Wiedervereinigung der beiden Koreas, Schauspiel Frankfurt, Regie: O. Reese
  • 2015: Schiff der Träume / nach F. Fellinie, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2016: Kleiner Mann, was nun? / nach H. Fallada, Maxim Gorki Theater, Regie: H.S. Mican
  • 2016: Auslöschung / Th. Bernhard, Th. i. d. Josefstadt, Regie: O. Reese
  • 2016: Unterwerfung / M. Houellebecq /Co Musik mit D. Regenberg, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2016: Hysteria / nach Bunuel, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2017: Eine Familie / T. Letts, Schauspiel Frankfurt, Regie: O. Reese
  • 2017: Hamlet / W. Shakespeare, Theater Weimar, Regie: R. Schuster
  • 2017: Martin Luther der Anschlag / D. Wedel, Bad Hersfelder Festspiele, Regie: D. Wedel
  • 2017: Blechtrommel / G. Grass, Berliner Ensemble, Regie: O. Reese
  • 2017: Das Goldene Vlies / Grillparzer, Theater Lübeck, Regie: L. Bihler
  • 2018: Der Kaufmann von Venedig / W. Shakespeare, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2018: Panikherz / nach Stuckrad-Barre, Berliner Ensemble, Regie: O. Reese
  • 2019 Hedda Gabler / H. Ibsen, Münchner Volkstheater, Regie: L. Bihler
  • 2019 Der Prozeß / F. Kafka, Stiftsruine Bad Hersfeld, Regie: Joern Hinkel
  • 2019 Die Nacht von Lissabon / E. M. Remarque, Gorki Theater Berlin, Regie: H. Mican
  • 2020 Ivanov / A. Tchechov, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2020 Ubu Rex / nach A. Jarry, Berliner Ensemble, Regie: S. Lernous
  • 2020 Berlin Oraneinplatz / H. Mican, Gorki Theater, Regie: H. Mican
  • 2020 Gott / F. Schirach, Berliner Ensemble, Regie: O. Reese
  • 2020 Reich des Todes / R. Goetz, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier. (Eingeladen zum Theatertreffen 2021)
  • 2020 Das Himmelszelt / L. Kirkwood, Burgtheater Wien, Regie: T. Lanik
  • 2021 Die Jagdgesellschaft / T. Bernhardt, Akademietheater Wien, Regie: L: Bihler
  • 2021 Lärm / E. Jelinek, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier
  • 2021 Der Club der toten Dichter / T. Schulman, Stiftsruine Bad Hersfeld, Regie: Joern Hinkel
  • 2021 Kindeswohl / I. McEwan, Schauspielhaus Hamburg, Regie: K. Beier

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Ich bin doch Cheops / U. Ackermann; Deutschlandfunk Kultur, Regie H. Tauch
  • 2009: Parikmacherscha – Die Friseuse / S. Medvedev; DKultur; Regie  H. Tauch
  • 2009: Es wird Fragen geben / H. Tauch; WDR 5; Regie: H. Tauch
  • 2010: Der Russland Megadeal oder Gulag to Go / H. Tauch; WDR 5; Regie: H. Tauch
  • 2010: Tiburn / I. Levison; MDR; Regie: H. Tauch
  • 2012: Gefallene Schönheit / H. Tauch; DKultur; Regie: H. Tauch
  • 2013: Die Sammlung Das Kind / Wurfsendung; Deutschlandradio; Regie: H. Tauch
  • 2014: Zwei nette kleine Damen auf em Weg nach Norden / P. Notte; Deutschlandradio; Regie: B. Ackers
  • 2015: Fatima / A. S. Gupta; WDR; Regie: H. Tauch
  • 2019: Den Spion schnappen / H. Levin, WDR, Regie: N. Brusilovsky
  • 2021: Testo Junkie / P. Preciado, SWR, Regie: N. Brusilovsky (Mitarbeit als Gitarrist).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe: Schauspielhaus Hamburg
  2. Bad Hersfelder Festspiele (abgerufen am 26. September 2018)
  3. Werner Theurich: Klare Sache mit Bach. Bei: Spiegel Online, 13. November 2016 (abgerufen am 26. September 2018)
  4. Deutschlandradio, 2010 (abgerufen am 26. September 2018)
  5. Schauspielschule Ernst Busch, 2013 (abgerufen am 26. September 2018)
  6. Hanno Olderdissen: Familie verpflichtet, 2015 (abgerufen am 26. September 2018)