Jabiru (Vogel)

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Dieser Artikel behandelt den amerikanischen Storchenvogel Jabiru mycteria. Für den australischen Riesenstorch (Ephippiorhynchus asiaticus) siehe Riesenstorch.
Jabiru
Jabiru mycteria

Jabiru mycteria

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Störche (Ciconiidae)
Gattung: Jabiruse (Jabiru)
Art: Jabiru
Wissenschaftlicher Name
Jabiru mycteria
(Lichtenstein, 1819)

Der Jabiru (Jabiru mycteria) ist ein monotypischer Storchenvogel Amerikas, der von Mexiko bis Argentinien vorkommt. Als Irrgast ist er gelegentlich auch im US-amerikanischen Bundesstaat Texas zu beobachten. Der Jabiru ist der einzige Vertreter seiner Gattung Jabiru (Hellmayr, 1906). Er ist nach dem Andenkondor und dem fast ausgestorbenem kalifornischem Condor die zweitgrößte fliegende Vogelart Süd- und Mittelamerikas.[1]

Die Bestandssituation des Jabiru wurde 2016 in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „Least Concern (LC)“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.[2]

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jabiru ist bis zu 1,40 Meter groß, seine Flügelspannweite beträgt etwa 2,60 m, der Schnabel ist bis zu 30 Zentimeter lang und leicht nach oben gebogen. Es besteht kein auffälliger Geschlechtsdimorphismus. Er hat ein überwiegend weißes Gefieder, Hals, Kopf und Schnabel sind schwarz. Auffallend sind die beim weiblichen Storch gelben Augen, während die des männlichen Vogels dunkel sind.

Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit dem Waldstorch, der jedoch deutlich kleiner ist, einen nach unten gebogenen Schnabel und an seinem Hals keine roten Abzeichen hat.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jabiru lebt in großen Gruppen an Flüssen und Teichen. Er ernährt sich von Fisch, Weichtieren und Amphibien, gelegentlich auch von Reptilien und kleinen Säugetieren.

Er baut sein Nest auf hohen Bäumen und bevorzugt dabei vor allem Palmen.[3] Anders als viele andere Störche ist er kein Kolonienbrüter. Brutzeit ist August–September. Das Gelege besteht aus 2 bis 4 Eiern. Beide Elternvögel wechseln sich im Brutgeschäft ab. Die Nestlingsdauer beträgt bis 95 Tage. Anschließend werden die Jungvögel noch etwa zwei Monate von den Elternvögeln gefüttert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jonathan Alderfer (Hrsg.): Complete Birds of North America, National Geographic, Washington D.C. 2006, ISBN 0-7922-4175-4.
  • W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-8171-1636-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jonathan Alderfer (Hrsg.): Complete Birds of North America, S. 125
  2. Jabiru mycteria in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: BirdLife International, 2016. Abgerufen am 9. Oktober 2017
  3. W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-8171-1636-2. S. 100