Jagdflieger

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US-Pilot der Nationalgarde mit Nachtsichtausrüstung in einem Jagdflugzeug des Typs F-16, 2006

Jagdflieger ist die Bezeichnung von Kampfpiloten, deren Aufgaben im Luftkrieg die Überwachung des Luftraums und der Luftkampf sind. Sie sind Piloten von Jagdflugzeugen.

Anforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anforderungen an Jagdflieger sind im Vergleich zu denen an Piloten anderer Militärflugzeuge immer etwas höher gewesen. Das Beherrschen der Luftkampfmanöver erfordert großes fliegerisches Geschick. Die hohe Manövrierfähigkeit von Jagdflugzeugen lässt im Einsatz deutlich höhere G-Kräfte auftreten als in anderen Maschinen, was wiederum höhere körperliche Belastungen bei den Insassen hervorruft. Jagdflieger sind speziell für diese Bedingungen beim Flug leistungsfähiger Militärflugzeuge trainiert. Zum Schutz vor dem auftretenden Blutverlust im Kopf – durch die starke Kurvenbelastung von bis zur neunfachen Erdbeschleunigung – tragen die Piloten spezielle Druckanzüge, Anti-G-Anzüge genannt. Diese bauen um Beine und Unterleib des Piloten einen Gegendruck auf um ein Absacken des Bluts und die folgende Bewusstlosigkeit zu verhindern. Unterstützt wird dies in modernen Jagdflugzeugen durch eine flache Sitzposition mit 20 bis 37 Grad nach hinten geneigten Sitzen und hoch liegenden Beinen.

Godwin Brumowski (links), erfolgreichster k.u.k.-Jagdflieger
Der polnische Jagdflieger Stanisław Skalski im Zweiten Weltkrieg in einer Maschine der RAF mit aufgemalten Markierungen für die von ihm abgeschossenen deutschen Flugzeuge

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele der frühen Flugpioniere, die vor dem Ersten Weltkrieg zur Entwicklung der Luftfahrt beigetragen hatten, wie zum Beispiel Adolphe Pégoud oder Roland Garros, wurden im Ersten Weltkrieg zu Jagdfliegern. Im Luftkampf besonders erfolgreiche Piloten wurden zu Fliegerassen hochstilisiert.

Die Ausbildung eines Militärpiloten erforderte im Zweiten Weltkrieg 250–400 Flugstunden. Bei der deutschen Luftwaffe fiel diese Zahl bedingt durch einen Mangel an Piloten, durch die alliierte Luftüberlegenheit und gegen Ende des Krieges auch durch den Mangel an Flugbenzin auf rund 120 Stunden. Die Ausbildung der Jagdflieger litt dabei z. B. durch den Wegfall der Blindflugausbildung.

Erst in den 1960ern kam aufgrund der steigenden Komplexität von Bordradar und Raketenbewaffnung häufig ein zweiter Mann hinzu. Ältere schwere Jagdflugzeuge mit mehr als einem Mann Besatzung wie die Messerschmitt Bf 110 hatten sich in der Tagjagd als wenig erfolgreich erwiesen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flying Aces (dt. Jagdflieger) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Jagdflieger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen