James Moore (Radsportler)

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James Moore (rechts) und der zweitplatzierte Jean-Eugène-André Castera bei Paris-Rouen am 7. November 1869.

James Moore (* 14. Januar 1849; † 17. Juli 1935) war ein britischer Radsportler. Er war der erste Radrennfahrer, der durch anhaltenden Erfolg auffiel. Er gewann am 31. Mai 1868 das dritte Radrennen überhaupt im Parc de Saint-Cloud, einem westlichen Vorort von Paris. Während er dieses Rennen noch mit einem Serien-Michaux-Veloziped bestritt, fuhr er später mit einem für seine Zeit hochmodernen Suriray-Veloziped, welches bereits Kugellager, Vollgummireifen auf Metallfelgen und ein 1,15 m großes Vorderrad besaß. Das Hinterrad war halb so groß.

Am Zaun des Parks von Saint-Cloud befindet sich eine Tafel, auf der zu lesen ist, dass Moore Gewinner des ersten „Geschwindkeitsrennens für Velocipede, das in Frankreich veranstaltet wurde“ gewesen sei. Das ist allerdings unzutreffend, da es am 31. Mai 1868 zwei Rennen gab, und das erste gewann ein Fahrer namens Polocini, der allerdings in Vergessenheit geriet, wohl deshalb, weil Moore anschließend weitere Erfolge feiern konnte.[1]

Am 7. November 1869 gewann Moore das erste Langstreckenrennen der Geschichte, Paris-Rouen über 123 Kilometer. Von über 400 gestarteten Fahrern kamen etwa ein Drittel im Ziel an, 32 Fahrer schafften die Distanz innerhalb von 24 Stunden. Moore brauchte 10:45 Stunden, was einem Stundenmittel von 11,3 km/h bedeutet.

Im Jahr 1869 organisierten französische Städte mehr als 155 Veloziped-Rennen, bei denen Moore oft dominierte. Erstmals legten Veranstalter Regularien für die Größe des Vorderrades fest, was die wenigen überhaupt vorhandenen Listen über Rennergebnisse relativiert.

1870 gewann er das erste Rennen mit einem Zugspeichen-Veloziped von Eugène Meyer, die Pariser Meisterschaft.

Während in England und den USA Hochräder in Mode kamen, entwickelten sich diese in Frankreich erst Ende der 1870er Jahre, bis dahin dominierte Moore mit seinen Velocipeden als schnellster Rennfahrer Europas. Er verdiente als Radsportler so hohe Summen, dass er nach Ende seiner Radsportkarriere ein Gestüt in der Normandie und einen Pferderennstall in Chantilly erwerben konnte.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dodge, Pryor: Faszination Fahrrad: Geschichte - Technik - Entwicklung, 2. Auflage 2001, Moby Dick Verlag, ISBN 3-89595-118-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benjo Maso: Der Schweiß der Götter. Die Geschichte des Radsports. Covadonga Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-936973-60-0, S. 5 f.
  2. Benjo Maso: Der Schweiß der Götter. Die Geschichte des Radsports. Covadonga Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-936973-60-0, S. 6.