Sprint (Bahnradsport)

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Der Sprint (ursprüngliche historische Bezeichnung Malfahren, später Fliegerrennen) ist ein Bahnrennen zwischen zwei und vier Fahrern über drei (bei Bahnen unter 333,33 Meter Länge) oder zwei (bei größeren Bahnen) Bahnrunden.

Ein Sprintwettbewerb bei Meisterschaften und vergleichbaren Veranstaltungen wird im Turniermodus ausgetragen. Der Sprint ist die älteste noch heute ausgetragene Meisterschaftsdisziplin im Radsport.

Rennverlauf[Bearbeiten]

Sieger eines Sprintlaufs ist, wer als erster die Ziellinie überquert, wobei die Zeit unerheblich ist.

Die Startaufstellung wird ausgelost. Der Fahrer, der als Führender ausgelost wird, muss beim Start die Führung übernehmen und die erste halbe Runde mit mindestens Schritttempo fahren. Beim zweiten Lauf wird die Aufstellung umgekehrt. In der Regel fahren die Kontrahenten während der ersten beiden Runden extrem langsam und belauern sich, teilweise werden Stehversuche (zwei pro Lauf à höchstens 30 Sekunden sind zulässig) gemacht, um in die aus verschiedenen Gründen günstigere hintere Position zu gelangen (Windschatten des Gegners, bessere Überschaubarkeit, mehr Lageenergie durch Fahren auf einem höheren Bahnniveau).

Nach einer Phase der allmählichen Beschleunigung auf etwa 50 km/h mit Scheinantritten und anderen taktischen Manövern ist dann der Antritt und die Endgeschwindigkeit (70 bis 75 km/h) entscheidend. Dabei hat der Fahrer, der vor dem Antritt hinten liegt, einen Vorteil, weil er mit einer höheren Geschwindigkeit als sein Gegner aus dem Windschatten herauskommen und ihn überholen kann. Den optimalen Abstand für solche Aktionen (je nach Rennsituation etwa zwei Meter bis, vor allem in den ersten Runden, zehn Meter hinter dem Kontrahenten sowie seitlich etwa ein bis zwei Meter nach rechts – d. h. nach oben – versetzt) nennt man „Sprinterloch“ beziehungsweise „Sprinterabstand“.

Die letzten 200 Meter eines Rennens werden gestoppt, die weltbesten Zeiten liegen bei ca. 10 Sekunden.[1] Der Weltrekord − der auch in einer Zeitfahrqualifikation (vgl. Turniermodus) oder einem speziellen Rekordversuch erzielt werden kann[2] − wird mit 9,572 s von Kévin Sireau gehalten,[3] was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75,219 km/h entspricht. Sireau erzielte den Rekord am 30. Mai 2009 auf der Radrennbahn in Moskau-Krylatskoje im Rahmen des Europa-Cups in der Zeitqualifikation.[4][5]

Turniermodus[Bearbeiten]

Ein Sprintturnier beginnt mit einer 200m-Zeitfahrqualifikation, bei welcher nach Vorbereitungsrunden nur die Zeit der letzten 200 m gemessen wird (sogenannter „fliegender Start“), die mit einem Glockenzeichen eingeläutet werden. Die Paarungen für die erste Runde ergeben sich aus der Platzierung in der Qualifikation (Erster gegen den Letzten, der sich noch qualifiziert hat, Zweiter gegen Vorletzten etc.). Die Paarungen der nächsten Runden ergeben sich nach einem festen von den Wettkampf-Bestimmungen vorgegebenen Schema; Rennfahrer können sich auch nach einer Niederlage noch über Hoffnungsläufe für den Verbleib im Turnier qualifizieren.[6]

Die Hauptform des Wettkampfes ist der Zweierlauf, bei Wettkämpfen, die nicht zu nationalen oder internationalen Meisterschaften zählen, in Hoffnungsläufen und im Lauf um den fünften bis achten Platz können bis zu vier Fahrer in einem Lauf gegeneinander fahren.

Mindestens ab dem Halbfinale, bei Weltmeisterschaften ab dem Viertelfinale werden jeweils zwei Läufe, bei Gleichstand nach diesen beiden Läufen zusätzlich ein Entscheidungslauf zur Ermittlung des Siegers ausgetragen (der sogenannte Modus „Best-of-Three“). Ein eventuell notwendiger dritter und entscheidender Lauf wird „Belle“ genannt.

Einzelheiten der Laufeinteilung differieren danach, ob es sich um Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, sonstige Meisterschaften, Weltcups oder kleinere Rennen handelt.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Christian Smolik/Stefan Etzel: Das große Fahrradlexikon, Bielefeld 1997, S. 539
  2. UCI-Reglement 3.5.005 "World Records"
  3. UCI-Rekordliste
  4. netzathleten.de: "Kevin Sireau: 200m-Weltrekord auf dem Rad in 9.572 sec" vom 3. Juni 2009
  5. Kévin Sireaus Rekord auf youtube.com
  6. Wettkampfbestimmungen für den Bahnradsport des Bundes Deutscher Radfahrer (PDF; 567 kB)
  7. UCI-Reglement für den Bahnradsport (englisch/französisch) dort: 3.2.029 "§ 3 Sprint"