Jan Kollwitz

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Jan Kollwitz (* 4. Juli 1960 in Berlin) ist ein deutscher Keramiker und ein Urenkel von Käthe Kollwitz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kollwitz wuchs in Berlin auf. Bereits in jungen Jahren stand er als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera, unter anderem in Peter Beauvais Film Sechs Wochen im Leben der Brüder G.[1] Im Alter von 23 Jahren wechselte er zur Töpferkunst. Nach seiner Ausbildung bei Horst Kerstan in Kandern war er in Japan Schüler von Yutaka Nakamura (Echizen, Japan). 1988 wurde auf Vermittlung des Teekeramikers Kazu Yamada durch den japanischen Ofenbaumeister Tatsuo Watanabe, der unter anderem Öfen für Tokuro Kato gebaut hatte, ein traditioneller Anagamaofen auf seinem Werkstattgelände in Cismar (Ostholstein) errichtet[2]. Seitdem brennt Jan Kollwitz dort seine Keramiken, hauptsächlich in der Shigaraki- und Iga-Tradition. Seit 1990 wurden seine Gefäße auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Sein Werk ist tief verwurzelt im Zen-Buddhismus und der Japanischen Teezeremonie. Der Watanabe-Ofen in Cismar war das Vorbild für den historischen Anagama-Ofen in Christoph Peters Roman Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln[3] In Zusammenarbeit mit Peters und dem Fotografen Götz Wrage entstand 2010 das Buch Japan beginnt an der Ostsee - Die Keramik des Jan Kollwitz.

Werke des Künstlers befinden sich im Boston Museum of Fine Arts, Museum für Asiatische Kunst (Berlin), Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Kunstsammlung der Veste Coburg, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, Stiftung Keramion Frechen, Grassi-Museum Leipzig, Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Peter Siemssen Stiftung[4] und Sammlung Gisela Freudenberg, Weinheim.[5]

Jan Wagner widmete ihm 2014 sein Gedicht die tassen.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Kollwitz erstellt in seiner Werkstatt Keramiken in traditionell japanischer Holzbrand-Technik abseits aller künstlerischer Moden. Seine Keramiken werden nicht glasiert. Während des vier Tage dauernden Brandes entstehen bei Temperaturen über 1250 Grad Celsius Farben und Glanz ausschließlich dadurch, dass die Flugasche auf den Gefäßen zu einer natürlichen Glasur verschmilzt. Rauch, Flammen und Glutkohle hinterlassen graue, rote und tiefblaue Färbungen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012 Pucker Gallery, Boston[9]; Galerie André Kirbach, Düsseldorf [10]
  • 2011 Galerie Kleefisch Köln;
  • 2010 Museum für Asiatische Kunst, Berlin[11]; Käthe Kollwitz Museum Köln
  • 2009 Künstlermuseum Heikendorf
  • 2008 Ostholstein-Museum Eutin, Museum Kellinghusen
  • 2007 Käthe Kollwitz Haus Moritzburg, Goethe-Institut Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • 2006 Phillipps Art-Forum Bochum, Studio Pels-Leusden Berlin
  • 2005 Ostasiatisches Museum Berlin, Galerie Handwerk München, Kunstraum-B Kiel
  • 2003 Rosenthal Studio Galerie, Hamburg; Studio Pels-Leusden, Berlin
  • 2002 Museum im Schloß Bad Pyrmont
  • 2001 Ostholstein Museum, Eutin; Eko-Haus, Düsseldorf; Zen-Art Galerie Hennig, Hamburg
  • 1999 Galerie Faita, Hameln; Emslandmuseum Clemenswerth
  • 1998 Rosenthal Studio Galerie, Hamburg; Studio Pels-Leusden, Berlin; Galerie Objekta, Kreuzlingen (S)
  • 1997 Schlossgalerie Weiher, Bayreuth
  • 1996 Galerie Lommel, Leverkusen
  • 1995 Zen-Art Galerie Hennig, Hamburg
  • 1993 Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Kloster Cismar, zusammen mit Sebastian Scheid und Gerhard Tattko
  • 1991 Galerie Theis, Berlin

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Peters; Wrage, Götz (Fotos), Japan beginnt an der Ostsee - Die Keramik des Jan Kollwitz, Wachholtz-Verlag 2010, ISBN 978-3-529-02763-5.
  • Maske L. Andrew/ Pucker Gallery, Focusing the flame, Ceramics by Jan Kollwitz, Katalog, Pucker Gallery, Boston 2012 [12]
  • Schmidt-Esters, Gudrun (Hrsg.), Momoyama Keramik und ihr Einfluß auf die Gegenwart, Stiftung Keramion 2011, ISBN 978-3-941005-06-8
  • Keramik Leben, Collection Peter Siemssen Stiftung, Arnoldsche 2007, ISBN 978-3-89790-255-8
  • Jan Kollwitz, Sebastian Scheid, Gerhard Tattko - Keramik; Katalog, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Kloster Cismar 1993

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.imdb.com/title/tt0282143/
  2. http://www.jankollwitz.de/deutsch/f_presse/f_2.html
  3. Christoph Peters: Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln. München 2014, ISBN 978-3-630-87411-1.
  4. Keramik Leben, Collection Peter Siemssen Stiftung, Arnoldsche 2007, ISBN 978-3-89790-255-8
  5. Gudrun Schmidt-Esters (Hrsg.): Momoyama Keramik und ihr Einfluß auf die Gegenwart. Stiftung Keramion 2011
  6. Jan Wagner: Regentonnenvariationen. München 2014. S. 82f.
  7. http://www.villamassimo.de/de/vrstltngn/fotogalerie/5003969f6d0eb220e.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.villamassimo.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. http://www.kloster-cismar.info/pdf/kollwitz.pdf
  9. Archivlink (Memento des Originals vom 15. Mai 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.puckergallery.com
  10. http://galerie-kirbach.de/?Jan-Kollwitz
  11. http://www.smb.museum/smb/kalender/details.php?objID=29757@1@2Vorlage:Toter Link/www.smb.museum (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. Archivlink (Memento des Originals vom 15. Mai 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.puckergallery.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]