Jedermannfunk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jedermannfunk ist ein Sammelbegriff für Funkanwendungen, die ohne Bedarfsnachweis oder Prüfung genutzt werden können. Diese Funkanwendungen sind auch nicht, wie beispielsweise der Betriebsfunk, auf geschlossene Benutzergruppen beschränkt. Die zur Verfügung gestellten Frequenzen sind als Allgemeinzuteilungen für die Nutzung durch die Allgemeinheit zugeteilt.[1]

Im Gegensatz zum Amateurfunkdienst ist hier jedoch nur der Betrieb von Geräten mit einer bestimmten Zulassung erlaubt, die vom Benutzer nicht verändert werden dürfen. Außerdem sind die Leistung der Funkgeräte sowie die Art der Frequenznutzung (Kanalabstand und Bandbreite, Modulationsarten) strengen Einschränkungen unterworfen.

In Deutschland sind derzeit folgende fünf Sprechfunkanwendungen für die Allgemeinheit freigegeben:

Im CB-Funk ist zusätzlich auf bestimmten Kanälen die Übertragung digitaler Daten erlaubt.

Auch andere Frequenzbereiche können für die Übertragung von Daten oder Steuerinformationen genutzt werden, wie zum Beispiel bei Funkthermometern, drahtlosen Kopfhörern, Bluetooth oder auch bei der Funkfernsteuerung von Modellen, Zentralverriegelungen usw. Sie werden üblicherweise aber nicht dem Jedermannfunk zugeordnet (vergleiche ISM-Band – Industrial, Scientific and Medical Band).

Beim internationalen Amateurfunkdienst darf jeder mit einem zugelassenen Empfangsgerät (wie zum Beispiel Radio, Weltempfänger oder Scanner) als Kurzwellenhörer (sogenannter Short Wave Listener, SWL) zuhören. Sendebetrieb darf nur von staatlich geprüften Funkamateuren mit einem international einmaligen Rufzeichen betrieben werden. Funkamateure dürfen ihre Geräte und Antennen selber bauen.

Funk in Kraftfahrzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

In Deutschland ist das Betreiben einer Sendeempfangsanlage (Betriebsfunk, BOS-Funk, Amateurfunk, Jedermannfunk, Mobilfunk/Handy/Autotelefon) in Kraftfahrzeugen (ab Baujahr 1995) nur gestattet, wenn eine nach den Herstellerrichtlinien montierte Außenantenne mit E-Prüfzeichen vorhanden ist, ansonsten kann durch Beeinflussung der Kraftfahrzeug-Elektronik die allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) erlöschen.

Das sogenannte Handyverbot (§ 23 Abs. 1a StVO) gilt auch für die Verwendung von Funkgeräten. Wegen § 52 Abs. 4 StVO gilt das Verbot erst ab dem 1. Juli 2020. Nach § 52 Abs. 9 StVO sind berechtigte Nutzer von BOS-Funk (zum Beispiel Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) von dem Verbot ausgenommen.

Jedermannfunk im Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenzbereiche für Jedermann-Funkanwendungen sind oft nur national oder europaweit einheitlich vergeben. Wer seine Geräte im Ausland nutzen möchte, sollte sich vorher informieren, ob man die Geräte und Frequenzen dort auch für Jedermann-Funkanwendungen benutzen darf. Umgekehrt gilt das gleiche für im Ausland (zum Beispiel im Urlaub oder im Internet) gekaufte Geräte, die in Deutschland zum Teil nicht zugelassen sind und nicht betrieben werden dürfen. Informationen über die in Deutschland erlaubten Frequenzbereiche erhält man bei der Bundesnetzagentur (BNetzA).[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frequenzplan der Bundesnetzagentur[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BNetzA: Allgemeinzuteilungen. Online auf Bundesnetzagentur.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  2. BNetzA: Frequenzen. Online auf Bundesnetzagentur.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  3. BNetzA: Frequenzplan gemäß § 54 TKG. (PDF; 8,0 MB), abgerufen am 17. Dezember 2016.
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!