Jimmy Morales

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Jimmy Morales (2017)

Jimmy Morales (* 18. März 1969 in Guatemala-Stadt als James Ernesto Morales Cabrera) ist ein guatemaltekischer Komiker und Politiker der Frente de Convergencia Nacional (FCN). Seit Januar 2016 ist er Staatspräsident seines Landes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morales stammt aus einer armen Familie[1] und ist evangelikaler Christ.[2] Er studierte an der Universidad de San Carlos de Guatemala und erreichte einen Bachelor of Business Administration. Morales ist mit Hilda Patricia Morales verheiratet.

Bekanntheit erreichte er als Komiker in Guatemala in der Fernsehserie Moralejas, in der er neben seinem Bruder Sammy spielte. Im Jahr 2011 bewarb er sich als Kandidat der kleinen rechtsgerichteten Partei Acción de Desarrollo Nacional für das Bürgermeisteramt in Mixco.[3] 2013 trat er der Frente de Convergencia Nacional bei und wurde bald darauf ihr Generalsekretär. Diese rechtskonservative Partei wurde von pensionierten Offizieren gegründet, die im guatemaltekischen Bürgerkrieg gekämpft hatten, und steht der Veteranenorganisation AVEMILGUA nahe.[4]

Bei der guatemaltekischen Präsidentschaftswahl 2015 galt er zunächst als Außenseiter, erreichte aber überraschenderweise im ersten Wahlgang den ersten Platz und qualifizierte sich damit für die Stichwahl. Seine Wahlkampagne betonte konservative Werte[2] und den Kampf gegen Korruption. Sein Slogan war Ni corrupto, ni ladrón („Weder korrupt noch ein Dieb“).[2] Er bezeichnet sich selbst als Nationalisten,[5] befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung ab. Außerdem leugnet er, dass in den 1980er-Jahren ein Genozid gegen die Ixil-Maya stattgefunden hat.[6] Der Spitzenkandidat der FCN bei der zugleich stattfindenden Parlamentswahl, Édgar Justino Ovalle Maldonado, der als Morales’ „rechte Hand“ gilt, war in dieser Phase selbst Kommandeur von Aufstandsbekämpfungseinsätzen im Siedlungsgebiet der Ixil gewesen.[7] Am 25. Oktober 2015 setzte er sich dann mit über 68 % gegen die ehemalige First Lady Sandra Torres durch.[8] Die Wahl erfolgte vor dem Hintergrund eines weitreichenden Korruptionsskandals (genannt La Línea), infolgedessen sowohl der Präsident Otto Pérez Molina und die Vizepräsidentin Roxana Baldetti zurücktraten und wegen Betrugs und Korruption verhaftet und angeklagt worden waren.[1] Morales’ Wahl wurde von Beobachtern mit dem verbreiteten Misstrauen der Guatemalteken gegen die traditionelle politische Elite erklärt.[1][2]

Er trat das Präsidentenamt am 14. Januar 2016 an.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Juan Montes: Comedian Jimmy Morales Leads Guatemalan Election. In: The Wall Street Journal, 7. September 2015
  2. a b c d José Elías: Jimmy Morales, el candidato sorpresa. In: El País, 7. September 2015.
  3. Henry Morales: Jimmy Morales, el comediante que quiere ser un presidente serio In: Prensa Libre, 4. September 2015.
  4. Steven Dudley: Guatemala Votes for Military-backed Candidate. In: InSightCrime, 7. September 2015.
  5. Jimmy Morales, Comedian Candidate to Guatemalan Presidency In: Prensa Latina English, 2. September 2015.
  6. Louisa Reynolds: In Guatemala, anti-establishment presidential candidate benefits from corruption scandals. In: The Tico Times 10. Juni 2015.
  7. La mano derecha de Jimmy: un oficial de operaciones contrainsurgentes. Centro de Medios Independientes (CMI), 4. September 2015.
  8. Spiegel.de: Präsidentenwahl in Guatemala, Jimmy Morales erklärt sich zum Sieger
  9. Peter Gaupp: Amtsantritt von Präsident Morales in Guatemala. Ein Komiker vor einer ernsten Aufgabe. In: NZZ. 15. Januar 2016, abgerufen am 23. Januar 2016.
VorgängerAmtNachfolger
Alejandro Maldonado Aguirre
(interimistisch)
Präsident von Guatemala
seit 14. Januar 2016