The Economist

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The Economist
The Economist Logo.svg
Beschreibung Nachrichtenmagazin
Fachgebiet Wirtschaft, Politik, Governance, Finanzen, auch Technik und Kultur
Sprache englisch
Verlag The Economist Newspaper Limited (Vereinigtes Königreich)
Hauptsitz London
Erstausgabe 2. September 1843[1]
Gründer James Wilson
Erscheinungsweise wöchentlich freitags
Verkaufte Auflage 1,3 Millionen Exemplare
Verbreitete Auflage 1,4 Millionen Exemplare
Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes
Weblink economist.com
Artikelarchiv Juni 1997 ff.
ISSN (Print)
CODEN ECSTA

The Economist [ðɪ ɪ'kɒnəmɪst] ist eine britische Wochenzeitung mit den Schwerpunkten internationale Politik und Weltwirtschaft. Charakteristisch sind ihre liberale Prägung und die globale Berichterstattung.[2] Verkauft wird der Economist in den meisten Ländern der Welt, vor allem aber in Nordamerika (55 %), in Großbritannien (18 %) und in Kontinentaleuropa (15 %), darunter Deutschland und Frankreich (je 2 %).[3][4]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sechs Regionen Nordamerika, Vereinigtes Königreich, Kontinentaleuropa, Asien/Pazifik, Naher Osten/Afrika und Lateinamerika erscheinen unterschiedliche Ausgaben, die sich durch einzelne Artikel von regionalem Interesse, durch die Reihenfolge der Artikel, durch das Inhaltsverzeichnis und zum Teil durch die Titelseite unterscheiden.[3]

Die weltweite Auflage wurde im zweiten Halbjahr 2017 mit 1,4 Millionen wöchentlich angegeben. Davon wurden 95 % verkauft, der größte Teil (90 %) im Abonnement.[5] Von den 1,3 Millionen verkauften Exemplaren waren 69 % gedruckte und 31 % digitale Ausgaben.[3]

Für Deutschland wurde die wöchentliche Auflage im ersten Halbjahr 2017 mit 28.000 angegeben (einschließlich digitaler Ausgaben).[4]

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Economist wird von The Economist Newspaper Limited herausgegeben, zu der die Economist Group gehört. Haupteigentürmer ist mit 43,4 % die Investmentgesellschaft Exor im Besitz der Agnelli-Familie.[6]

Der Verlag unterhält neben seinem Hauptsitz in London auch Büros in Berlin, Brüssel, Chicago, Kairo, Madrid, Mexiko-Stadt, Moskau, Mumbai, Nairobi, Neu-Delhi, New York, Paris, Peking, San Francisco, São Paulo, Seoul, Shanghai, Singapur, Tokio und Washington DC.[7]

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde der Economist im Jahr 1843 von dem Schotten James Wilson,[6] die erste Ausgabe erschien am 2. September 1843.[1] Ein bedeutender Chefredakteur war von 1861 bis 1877 der Volkswirt und Journalist Walter Bagehot, ein Schwiegersohn des Gründers.[8] Ab dem 23. März 2006 war John Micklethwait Chefredakteur. Er wechselte zum Anfang 2015 zu Bloomberg News. Beim Economist folgte ihm am 2. Februar 2015 Zanny Minton Beddoes.[9]

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte der Berichterstattung im Economist sind Politik, Wirtschaft und Finanzen, aber auch die Themen Wissenschaft, Technik und Kunst werden behandelt.

Der Economist ist das letzte große Printmedium, das seine Artikel ohne Namensnennung der Autoren veröffentlicht.[10] Selbst der Chefredakteur wird nicht namentlich im Heft erwähnt. Der Tradition des Blattes folgend unterzeichnet er nur einen einzigen Artikel namentlich: den seines Abschieds. Die einzige Ausnahme hiervon sind zweiwöchentlich erscheinende Artikelserien zu wechselnden Schwerpunkt-Themen. Diese „Surveys“ werden von einem namentlich genannten Redakteur betreut.

Liberale Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Economist kommt geistesgeschichtlich aus dem Manchesterliberalismus und vertritt heute pluralistische und liberale Positionen. Er unterstützt neben dem Freihandel unter anderem die gleichgeschlechtliche Ehe, den Subventionsabbau, die Legalisierung der Prostitution, die Legalisierung aller Drogen sowie eine liberale Einwanderungspolitik. Er unterstützte auch den Irakkrieg 2003 und ist für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei.

In einer „Geschichte der Zeitung“ beschreibt das Blatt seine Redaktionslinie so: Es sehe sich als vehementen Verteidiger des Freihandels sowie in der Tradition des britischen Radikalismus und sei in der „extremen Mitte“ des politischen Spektrums angesiedelt. Es sei gegen Privilegien, Prunk und Vorhersagbarkeit (privilege, pomposity and predictability). Die Zeitschrift unterstützte Konservative wie Ronald Reagan, Margaret Thatcher oder Bob Dole, Politiker der angloamerikanischen Mitte (Bill Clinton, Tony Blair, Barack Obama) oder Linke wie Harold Wilson oder Ken Livingstone.

Indizes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist der Economist für den von ihm entwickelten und regelmäßig veröffentlichten Big-Mac-Index. Darin werden die Preise eines Big Macs in unterschiedlichen Ländern als Maßstab für die Kaufkraft der Währungen dieser Länder herangezogen.

Seit 2006 erstellt der Economist auch den Demokratieindex, der den Grad der Demokratie in 167 Ländern misst (siehe auch Demokratiemessung). Seit 2007 erstellt ein Internationales Gremium aus Friedensexperten, Friedensinstituten und anderen Expertenkommissionen in Kooperation mit dem „Zentrum für Frieden und Konfliktstudien“ der Universität Sydney und dem Economist den Global Peace Index.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Economist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b economist.com: From the archive – Our first issue – Sep 2nd 1843
  2. John F. Jungclaussen: Liberal bis in die letzte Zeile. In: Die Zeit. Hamburg 26. Februar 2004 (zeit.de [abgerufen am 10. Januar 2018]).
  3. a b c The Economist Worldwide Brand Report. July - December 2017. ABC Ltd., 13. Februar 2018, abgerufen am 27. Juni 2018 (PDF; 4,4 MB, englisch).
  4. a b The Economist Media Centre. 10. August 2017, abgerufen am 27. Juni 2018 (englisch).
  5. The Economist - World Wide Sales Group. ABC, 15. Februar 2018, S. 2, abgerufen am 1. Juli 2018 (PDF; 318 kB, englisch).
  6. a b About The Economist. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  7. The Economist (Hrsg.): Impressum. Band 426, Nr. 9074, 13. Januar 2018, ISSN 0013-0613, S. 5.
  8. Joseph Hamburger: Bagehot, Walter (1826–1877), political commentator, economist, and journalist. In: Oxford Dictionary of National Biography. doi:10.1093/ref:odnb/1029.
  9. Zanny Minton Beddoes appointed new editor of The Economist
  10. Why are The Economist’s writers anonymous? The Economist, 4. September 2013, abgerufen am 17. April 2015.