Jo Ann Endicott

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Josephine Ann Endicott (* 1950 in Sydney) ist eine australische Tänzerin. Sie war eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen und Tänzerinnen im Tanztheater Pina Bausch.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von sieben Jahren besuchte Endicott den Ballett-Unterricht. 1968 wurde sie in die Australian Ballet Company in Melbourne aufgenommen. Nachdem ihr Gewichtsprobleme vorgehalten wurden, zog sie 1972 nach London um. Ein Jahr später begegnete sie bei einer Probe Pina Bausch, die sie als Tänzerin für das Wuppertaler Tanztheater engagierte. In Die sieben Todsünden, dem ersten Stück, das eine neue Form des Tanztheaters erprobte, spielte und tanzte sie 1976 die Hauptrolle der Anna 1. Da sie ihre Gefühle besser und intensiver äußern konnte als Bausch selbst, übertrug diese ihr viele Aufgaben und zentrale Rollen in späteren Stücken, so in Komm tanz mit mir (1977), Arien (1979) und Two cigarettes in the dark (1985).[1]

1987, emotional erschöpft und ausgebrannt, trennte sie sich von Pina Bausch und kehrte nach Australien zurück.[2] Von 1994 an arbeitete sie wieder als Gast für das Ensemble. Doch nach sieben Jahren zog sie sich erneut zurück. Seit 2007 arbeitet sie in Wuppertal für das Tanztheater als Probenleiterin und ab 2009 für die neugegründete Pina Bausch Stiftung auch für das Filmarchivmaterial. Endicott studierte 2009/2010 mit ihrer Kollegin Bénèdicte Billiet 1 ½ Jahre lang jeden Samstagvormittag das Tanzstück „Kontakthof mit Teenagern ab 14“ mit Wuppertaler Schülern ein.

1999 erschien ihr Arbeitsjournal Ich bin eine anständige Frau, 2009 ihr zweites Buch Warten auf Pina über ihre Arbeit mit Pina Bausch als deren Tänzerin, Assistentin und Probenleiterin. 2002 trat sie in ihrem Solo-Stück Gala Abend auf, nach einer Vorlage von Franz Xaver Kroetzens Theaterstück Wunschkonzert.

Jo Ann Endicott lebt heute mit ihrer Familie in Süddeutschland.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Jo Ann Endicott: Ich bin eine anständige Frau. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-39502-5
  • Jo Ann Endicott: Warten auf Pina. Aufzeichnungen einer Tänzerin. Henschel, Berlin 2009, 128 S., ISBN 978-3-89487-631-9

Filme[Bearbeiten]

  • Warten auf Pina. Liebe auf den ersten Blick. Fernseh-Dokumentation, Deutschland, 2010, 25 Min., Buch und Regie: Birgit Adler-Conrad, Erstausstrahlung: 1. April 2010 im ZDFtheaterkanal, Online-Video depubliziert[5], Rezension.
  • Tanzträume – Jugendliche tanzen „Kontakthof“ von Pina Bausch. Tanz-Dokumentation, Deutschland, 2010, 90 Min., Buch: Anne Linsel, Regie: Anne Linsel, Rainer Hoffmann, Produktion: Tag/Traum Filmproduktion, Inhaltsangabe (PDF; 229 kB) der Berlinale 2010, Interview mit der Wuppertaler Filmregisseurin Anne Linsel, WDR, 14. Februar 2010 (archiviert).
  • Pina Bauschs „Tanzträume“ im Kino. Reportage, Deutschland, 2010, 3:25 Min., Skript: Andrea Budke, Kamera: Bruno Trawinski, Produktion: ZDF, Redaktion: sonntags, Erstsendung: 2. Mai 2010.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In: Warten auf Pina, ZDFtheaterkanal, 1. April 2010
  2. Anne Linsel: „Komm tanz mit mir“, Die Zeit, 24. Januar 1986
  3. Ursula Popp: Jo Ann Endicott in Frankreich geehrt. In: Musenblätter, 16. Juni 2008
  4. Seite des französischen Kulturministeriums, abgerufen am 18. Februar 2012.
  5. Video Warten auf Pina in der ZDFmediathek, abgerufen am 30. Januar 2014 (offline)
  6. Video sonntags: Pina Bauschs „Tanzträume“ im Kino (2. Mai 2010, 9:02 Uhr, 3:25 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 30. Januar 2014