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Johann-Günther König

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Johann-Günther König (* 15. August 1952 in Bremen) ist ein deutscher Schriftsteller und Publizist.

Ausbildung und Beruf

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König verbrachte seine Jugend im Realschulinternat Langeoog. Nach dem Fachabitur studierte er in Bremen Sozialpädagogik. Ab Ende der 1970er Jahre arbeitete er an Projekten im Rahmen der internationalen Kinderkulturforschung unter Leitung von Heinz Hengst mit. Zugleich erschienen seine ersten literarischen Arbeiten. Nach der staatlichen Anerkennung als Diplom-Sozialpädagoge im Jahr 1980 wurde er 1985, ohne Nachweis eines achtsemestrigen Studiums, zum Dr. phil. promoviert.

Von 1987 bis 2000 wirkte König als Vertriebsmanager und Geschäftsführer für internationale Unternehmen im Bereich der Telekommunikation/Elektronik. Im Jahr 2000 gründete er mit Hajo König die Firma König und König für Kommunikation und Gestaltung.

Seit 1975 veröffentlicht König Gedichte, Prosa, literarische Reiseführer und Sachbücher – seit den 1980er Jahren widmet er sich überwiegend kulturhistorischen und politökonomischen Themen. Auch verschiedene Rundfunkarbeiten und Übersetzungen aus dem Englischen gehörten zu seinen Tätigkeiten. Er veröffentlicht Beiträge in Fachbüchern sowie Artikel in den Halbjahresblättern für Literatur der Moderne Flandziu, in Zeitungen wie dem Weser-Kurier und anderen Organen mehr, wirkt als Herausgeber und schreibt Beiträge für Sammelbände.

Johann-Günther König heiratete 1979 Joan Elvery. Aus der Ehe gingen die Kinder Georgina und Oliver hervor. In zweiter Ehe ist er verheiratet mit Doris Heitkamp-König. Er lebt und arbeitet in Bremen und in Klein Siemen, einem Ortsteil von Kröpelin.

  • 1983–1986: Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • 1984: Reisestipendium (Verband Deutscher Schriftsteller) des Auswärtigen Amtes
  • 1984: Bremer Förderpreis für Jugendarbeit
  • 1985: Amsterdam-Stipendium der Stichting Culturelle Uitvisseling (Arbeitsstipendium vom Künstlerhaus Amsterdam)

König ist Mitglied von PEN Deutschland und im Verband Deutscher Schriftsteller (in ver.di). Von den 1980er Jahren bis 2010 betätigte er sich in Vorstandsfunktionen, etwa als Vorstandsmitglied und Berufgruppensprecher im Verband Deutscher Schriftsteller (VS), Landesbezirk Niedersachsen/Bremen. Als 2. Vorsitzender gehörte er in Bremen der Projektgruppe für vergleichende Sozialforschung an. Von 2004 bis 2010 war er 1. Vorsitzender des VS-Landesverbandes Niedersachsen/Bremen; er war bis 2011 zudem langjähriges Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des ver.di Landesbezirksfachbereiches Medien, Kunst und Industrie in Niedersachsen-Bremen. Von 2015 bis 2018 wirkte er – nach langjähriger Geschäftsführertätigkeit – als Vorsitzender des Fördererkreises deutscher Schriftsteller in Niedersachsen und Bremen.

Im Jahr 1983 gehörte König zu den Mitbegründern des Bremer Literaturkontors. Bis 2005 nahm er als Beisitzer sowie zuletzt als Vorsitzender an der literaturfördernden Arbeit des Kontors teil. Darüber hinaus arbeitete er von 1984 bis 2007 in der Jury für den Bremer Kinder- und Jugend-Literaturpreis mit. 1985 rief König mit anderen Interessierten die Friedo-Lampe-Gesellschaft e. V. mit Sitz in Bremen ins Leben, und wurde ihr 1. Vorsitzender. Die Gesellschaft wurde 2016 aufgrund der erfüllten Ziele wieder aufgelöst. Seit 2017 ist König Schriftführer des Kulturvereins Klein Siemen; seit 2022 Stellvertretender Vorsitzender vom Freundeskreis der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.

Werke (Auswahl)

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  • Verlieren ist kein Schicksal. Gedichte in Prosa. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1976.
  • Norderney. Porträt einer Insel. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1977.
  • Stellungswechsel. Gedichte und Prosa. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1978.
  • Das Bremer Blockland. Brockkamp, Bremen 1980.
  • Die streitbaren Bremerinnen. Sechs Biographien. Brockkamp, Bremen 1981.
  • Die feine Bremer Art. Anmerkungen zur bremischen Sittengeschichte. Brockkamp, Bremen 1982.
  • Fischerhude. Die Geschichte eines Dorfes. Brockkamp, Bremen 1983.
  • mit Günter Busch, Gerhard Gerkens und Jürgen Schultze: Künstler in Fischerhude. Brockkamp, Bremen 1983.
  • Kein Gott nirgends. 1985.
  • Institutionen für fiktive Adressaten. Zur Funktion der Kinder- und Jugendbibliotheken im Kommunikationsprozeß. Bock + Herchen, Bad Honnef 1986.
  • Das große Buch des bremischen Humors. Schünemann Verlag, Bremen 1987; 2. Auflage ebenda 1989.
  • Kinner mit’n Willen kriegt wat vör de Billen. Bremer Kindheiten. Schünemann Verlag, Bremen 1989
  • mit Bernhard Gleim: Goethe und die Heringe aus Bremen. Neue Geschichten aus einer alten Hansestadt. Schünemann Verlag, Bremen 1989; 2. Auflage ebenda 1991, ISBN 3-7961-1800-3.
  • Heini Holtenbeen, Fisch-Luzie und andere Bremer Originale. Ein Wiederbelebungsversuch. Brockkamp, Bremen 1990.
  • Bremen im Spiegel der Literatur. Ein Hand- und Lesebuch. Schünemann Verlag, Bremen 1991.
  • Bremen von A‑Z. Compact, München 1992.
  • Wem nutzt Europa? Kellner Verlag, Bremen 1994, ISBN 978-3-927155-22-0.
  • Peanuts für die Hai-Society. Roman. Kellner Verlag, Bremen 1996, ISBN 978-3-927155-26-8.
  • Alle Macht den Konzernen. Das neue Europa im Griff der Lobbyisten. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 978-3-499-22486-7.
  • Bremen in aller Welt. Kellner Verlag, Bremen 1999, ISBN 978-3-927155-79-4.
  • Bremen – Literarische Spaziergänge. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-458-34321-0.
  • Mit Manfred Peters: Börse. Aktien und Akteure. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 978-3-518-12215-0.
  • als Hrsg.: Friedo Lampe, Von Tür zu Tür. Phantasien und Capriccios. Wallstein Verlag, Göttingen 2002 (dtv, München 2005), ISBN 978-3-89244-504-3.
  • Finanzkriminalität. Geldwäsche, Insidergeschäfte, Spekulation. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-518-12273-0.
  • Von Pub zu Pub in London und Südengland. Eine literarische Kneipentour. Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2003, ISBN 3-458-34588-4-
  • Irish Pubs. Ein Reisebegleiter durch Irland. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3-458-34720-0.
  • Die Lobbyisten – Wer regiert uns wirklich. Patmos, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-491-36005-1.
  • Friedrich Engels – Die Bremer Jahre 1838–1841. Kellner, Bremen 2007, ISBN 978-3-927155-91-6.
  • Was hat das große Geld mit uns vor. Patmos, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-36015-0.
  • Die Autokrise. zu Klampen, Springe 2009, ISBN 978-3-86674-046-4.
  • Der Bremer Freimarkt. Die Schausteller und ihr Publikum. Kellner Verlag, Bremen 2010, ISBN 978-3-939928-44-7.
  • Die Geschichte des Automobils. Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-020214-2.
  • Bremen. Hoffmann und Campe, Hamburg 2012, ISBN 978-3-455-50233-6.
  • Zu Fuß. Eine Geschichte des Gehens. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-020297-5.
  • mit Rudolf Hickel: Euro stabilisieren, EU demokratisieren. Kellner, Bremen 2014, ISBN 978-3-95651-025-0.
  • Pubs in London. Eine literarische Kneipentour. E-Book (iBookstore; Googleplay), strombuch, Bremen 2014.
  • Das große Geschäft. Eine kleine Geschichte der menschlichen Notdurft. zu Klampen, Springe 2015, ISBN 978-3-86674-515-5.
  • Die spinnen, die Briten. Das Buch zum Brexit. Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-499-63267-9.
  • Der Osterdeich. Geschichte und Geschichten. Kellner Verlag, Bremen 2016, ISBN 978-3-956-51109-7.
  • mit Martin Stöver: Bremen Highlights. Schünemann Verlag, Bremen 2016, ISBN 978-3796110573.
  • Fahrradfahren. Von der Draisine bis zum E-Bike. Reclam, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-150-11098-0.
  • Josef Kastein: Pik Adam. Kriminalroman. Mit einem Nachwort hrsg. von Johann-Günther König. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-166-0.
  • Pünktlich wie die Deutsche Bahn? Eine kulturgeschichtliche Reise bis in die Gegenwart. zu Klampen, Springe 2018, ISBN 978-3-86674-576-6.
  • Friedo Lampe. Eine Biographie. Wallstein Verlag, Göttingen 2020, ISBN 978-3-8353-3754-1.
  • mit Rudolf Hickel und Hermannus Pfeiffer: Gewinn ist nicht genug! 21 Mythen über die Wirtschaft, die uns teuer zu stehen kommen. Rowohlt Hamburg 2021, ISBN 978-3-499-00533-6.
  • Klein Siemen – Eine slawische Siedlung macht Geschichte. Mit erhellenden Berichten des Bremer Gutsherrn Johann Gildemeister (1784–1844). Edition Temmen, Bremen 2022, ISBN 978-3-8378-4067-4.
  • Diese Stadt ist echt, und echt ist selten. Bremen und Bremerhaven in der Literatur. Wallstein Verlag, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5344-2.
  • mit Hajo König: Lost & Dark Places Bremen & Bremerhaven. 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Bruckmann Verlag, München 2023, ISBN 978-3-7343-2546-5.
  • mit Heiko Postma: BLOOMSDAY. Stockbesoffen vom Porter oder: Dubliner Pubs, wie sie im Ulysses stehen. JMB Verlag, Hannover 2024, ISBN 978-3-95945-250-2.
  • Bremer Denkwürdigkeiten. Ein illustriertes Stadtbuch. Kellner Verlag, Bremen 2024, ISBN 978-3-95651-448-7.
  • Anschluss verpasst! Die Krise der deutschen Bahn. zu Klampen, Springe 2024; 3. Auflage ebenda, ISBN 978-3-98737-022-9.
  • als Hrsg.: Berichte des Mecklenburger Gutsherrn Johann Gildemeister aus dem frühen 19. Jahrhundert. CW Nordwest Media, Grevesmühlen 2024, ISBN 978-3-946324-83-6.
  • Anschluss verpasst! Die Krise der deutschen Bahn. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2025, ISBN 978-3-7425-1255-0.
  • Weird England: 55 (auch) unverschämte Fragen an das Land der Royals und Pubs. Bruckmann Verlag, München 2025, ISBN 978-3-7343-3252-4.
  • Mr Pye. Aus dem Alltag eines Sofahelden. Mit Zeichnungen von Hajo König. Edition Temmen, Bremen 2026, ISBN 978-3-8378-7074-9.

Rundunkarbeiten (Radio Bremen, Auswahl)

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  • Gleichheit und Gerechtigkeit für einen jeden: Marie Mindermann, 1979
  • Frauenrechte – Volksrechte: Auguste Kirchhoff, 1979
  • Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral: Sara Agnes Heineken, 1979
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Rita Bardenheuer, 1980
  • Vision der neuen Frau: Sophie Dorothea Gallwitz, 1980
  • Stellt mich hin, wo es brennt: Anna Stiegler, 1981
  • Das Bremer Blockland, 1981
  • Nichts als Ärger mit der Schule (mit Heinz Hengst), 1981
  • Norderney – Insel der Fischer und Urlauber, 1981
  • Vorabend. Das Jahr 1932 in Bremen, 1982
  • Erinnerung an Cato Bontjes van Beek, 1983
  • Trotz dicker Luft, wir fahren. Die letzte Fahrt der ‚Bremen’, 1983
  • Bis es Bomben hagelte, 1984
  • Als die alten Zöpfe noch ganz neu waren, 1983
  • Prachtvolle Mordgeschichten haben ausgedient, 1984
  • Zum 40. Todestag des Bremer Schriftstellers Friedo Lampe (mit J. Dierking), 1985
  • Gewiß, eine schöne Stadt …, 1986
  • Die erste und letzte Fahrt des Handels U Bootes ‚Deutschland’, 1986
  • Wo Englands stolze Flagge wehte: Helgoland, 1988
  • Mit Spießern habe ich nie gekonnt: Ernst Rowohlt (mit J. Dierking) 1988
  • Für Menschen mit Kinderherzen: Anni Diederichsen, 1989
  • Für Hobbyköche und Gartenfreunde: Otto Nebelthau, 1990
  • An der trüben gelben Weser: Albert Hermann Post, 1990
  • Melchior in Haifa: Josef Kastein (mit J. Dierking), 1990
  • Sohn seiner Firma: Friedrich Lindemann, 1991
  • Von Schwabing nach Bremen: Ken Kaska, 1991
  • Das Schreien der Waisen: Georg Joachim Göschen, 1992
  • Den kennen wir nicht nur, den lieben wir alle: H. Fromme 1993
  • Von märchenhaftem Ruhme? 1994
  • In großer Zeit ganz klein: Friedo Lampe (mit J. Dierking), 1995
  • Der Heini von Bremen: Heinrich Binder, 1997
  • Fahrt ins Leben: Wilhelm Scharrelmann, 2000
  • Auf der Tintenspur, 2000
  • König, Johann-Günther. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2024/2025. 74. Jahrgang in 2 Teilen, 1. Teil. De Gruyter, Berlin 2025, ISBN 978-3-11-138202-9.
  • König, Johann-Günther. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 670.