Fachhochschulreife

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Die Fachhochschulreife (FHR) ist ein höherer Bildungsabschluss der Sekundarstufe II, der zum Studium aller Studiengänge an Fachhochschulen und zur Aufnahme eines Bachelor-Studiengangs an einigen Universitäten berechtigt. Das Zeugnis der Fachhochschulreife vermittelt die allgemeine Fachhochschulreife, während das Zeugnis der fachgebundenen Fachhochschulreife die Studienberechtigung auf ein bestimmtes Fach oder eine bestimmte Fachrichtung an einer Fachhochschule beschränkt.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachhochschulreife wird umgangssprachlich auch als Fachabitur bezeichnet,[1] ist jedoch nicht zu verwechseln mit der oft ebenso bezeichneten fachgebundenen Hochschulreife. Die FHR bildet nach dem Abitur bzw. der Matura (allgemeine und fachgebundene Hochschulreife) den zweithöchsten Schulabschluss und die dritte Form einer schulischen Hochschulzugangsberechtigung. Die offizielle Bezeichnung in der Schweiz lautet Berufsmaturität.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbildungsgang, der die Fachhochschulreife vermittelt, besteht aus einem schulischen Teil und einem berufsbezogenen Anteil: Den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben Schüler in der Regel nach dem Abschluss der 12. Klasse (G9) bzw. der 11. Klasse (Abitur nach der zwölften Jahrgangsstufe) der gymnasialen Oberstufe oder nach Abschluss von Belegfächern auf Oberstufenniveau an Fachschulen verbunden mit einer Berufsausbildung.[2]

Schulischer Teil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schulische Teil setzt sich aus den beiden Leistungsfächern (2 Halbjahre) in doppelter Wertung und den 11 einzubringenden Grundkursen in einfacher Wertung zusammen. Eingebracht werden müssen dafür die Fächer Deutsch, das Fachschwerpunktfach, eine Fremdsprache, Mathematik, eine Naturwissenschaft und ein gesellschaftswissenschaftliches Fach. Aus anderen Fächern müssen drei weitere Halbjahresergebnisse eingebracht werden. Mit 0 Punkten abgeschlossene Fächer werden nicht angerechnet. Themengleiche oder ähnliche Fächer werden nur einmal angerechnet. Leistungen aus der Einführungsphase (11. Klasse auf beruflichen Gymnasien) werden nicht berücksichtigt. Wird die Fachhochschulreife auf einer Fachoberschule erworben, müssen schriftliche Prüfungen in den Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und einer Naturwissenschaft oder dem Fachschwerpunktfach (etwa Wirtschaft und Verwaltung) abgelegt werden. Des Weiteren findet eine mündliche Prüfung statt, die zum Beispiel in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach erfolgen kann.[3] Die Prüfungen fließen prozentual in die Halbjahresnoten der jeweiligen Fächer mit ein. Der Erwerb der Fachhochschulreife auf Gymnasien ist aufgrund des höheren Leistungsniveaus prüfungsfrei. Im Zeugnis der Fachhochschulreife müssen insgesamt mindestens 95 (Note: 4,0) von maximal 285 (Note: 1,0) Punkten erreicht werden. Am Ende wird eine Durchschnittsnote mit Kommastelle errechnet, die auf dem Zeugnis ausgewiesen wird.[4]

Praktischer Teil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Nachweis für den praktischen Teil zu erbringen, muss entweder eine abgeschlossene, mind. zweijährige Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nachgewiesen werden, oder ein einjähriges / halbjähriges gelenktes Praktikum, oder eine nachgewiesene Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert werden (die Dienstzeit muss mindestens 4 Jahre betragen haben, mit dienstlicher Verwendung mindestens auf der ATN-Stufe 7; es muss mindestens der Dienstgrad des Unteroffiziers erreicht worden sein), oder eine mindestens vierjährige berufliche Tätigkeit innerhalb eines Berufsfeldes erfolgt sein.[5]

Studienberechtigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zeugnis der allgemeinen Fachhochschulreife berechtigt zum Studium aller Studiengänge an Fachhochschulen mit den Ausnahmen einiger Fachhochschulen in den Ländern Bayern und Sachsen-Anhalt. In einigen Bundesländern ist auch ein Studium an Hochschulen und Technischen Hochschulen möglich. Die Studiengänge sind dabei jedoch auf den Fachschwerpunkt des Zeugnisses der Fachhochschulreife beschränkt. So dürfen etwa Absolventen mit dem Zeugnis der Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft und Verwaltung auch nur Studiengänge in diesem Bereich aufnehmen. Ein Psychologiestudium auf einer Hochschule wäre in diesem Fall also nicht möglich, auf einer Fachhochschule hingegen schon.

Studienmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studienangebot von Fachhochschulen erstreckt sich über ingenieur-, natur-, sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche sowie technische und gestalterische Studiengänge sowie Studiengänge aus dem Bereich des Gesundheitswesens. Studiengänge wie Medizin können mit der Fachhochschulreife in Deutschland nur in seltenen Fällen, und unter bestimmten Bedingungen aufgenommen werden. Auf privaten- (ausländischen) Hochschulen, kann die Fachhochschulreife aber durchaus für ein Studium der Human- oder Zahnmedizin ausreichen.

(siehe auch)

→ Hauptartikel: "Studienmöglichkeiten" an Fachhochschulen in Deutschland

Besonderheiten in einzelnen Bundesländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hamburg kann während einer mindestens 3-jährigen dualen Berufsausbildung im Rahmen der „Dual plus Fachhochschulreife“ diese Reife erworben werden.[6] In Bayern ist es möglich, im Rahmen des Programms „Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife“ (DBFH) bei einem teilnehmenden Ausbildungsbetrieb die Fachhochschulreife parallel zur Berufsausbildung abzuschließen.[7]

Literatur und Rechtsnormen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baden-Württemberg:

Bayern:

Nordrhein-Westfalen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden | Fachabitur | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 29. August 2020.
  2. abi.unicum.de: Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und Fachabi
  3. So verläuft die Prüfung zur Fachhochschulreife – wichtige Infos! Abgerufen am 8. Mai 2021.
  4. Fachhochschulreife: Der schulische Teil. Abgerufen am 4. Mai 2021.
  5. Fachhochschulreife: Der praktische Teil. Abgerufen am 4. Mai 2021.
  6. » Dual plus Fachhochschulreife. Abgerufen am 2. Januar 2019 (deutsch).
  7. Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife (DBFH). In: Berufliche Oberschulen Bayern. Abgerufen am 11. Juli 2019.