Johann Friedrich Zöllner

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Johann Friedrich Zöllner (* 24. April 1753 in Neudamm, Neumark; † 12. September 1804 in Berlin) war ein Berliner Pfarrer. Seine kritische Frage „Was ist Aufklärung?“ vom Dezember 1783 in der Berlinischen Monatsschrift provozierte die berühmte Schrift Immanuel Kants Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?.

Leben und Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zöllner studierte Theologie in Frankfurt an der Oder und war ab 1779 Prediger an der Charité. Im Jahr 1781 wurde er Prediger an der Berliner Marienkirche, 1788 wurde er Propst an der Nikolaikirche. Zöllner war aktiver Freimaurer und wurde 1798 zum Nationalgroßmeister der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gewählt.

Als aufgeklärter Zeitgenosse war er Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft, seit 1791 der Akademie der Wissenschaften zu Berlin sowie der Berliner Mittwochsgesellschaft, einer geheimen Vereinigung, die sich den Ideen der Spätaufklärung verschrieben hatte.

Zu Zöllners Frage „Was ist Aufklärung?“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In derselben Ausgabe der Berlinischen Monatsschrift in der I. Kant seine Antwort auf die Frage Zöllners veröffentlichte, ist das Gedicht Zöllners Der Affe. Ein Fabelchen (eine Seite vorher, Seite 480) abgedruckt, das die skeptische Haltung Zöllners gegenüber dem Wunsch der Aufklärer verdeutlicht, dass das breite Publikum deren Schriften so rezipieren soll, wie die Aufklärer es sich erhofften:

Ein Affe stekt' einst einen Hain/Von Zedern Nachts in Brand,/Und freute sich dann ungemein,/Als er's so helle fand./„Kommt Brüder, seht, was ich vermag;/Ich, - ich verwandle Nacht in Tag!“

Die Brüder kamen groß und klein,/Bewunderten den Glanz/Und alle fingen an zu schrein:/Hoch lebe Bruder Hans!/„Hans Affe ist des Nachruhms werth,/Er hat die Gegend aufgeklärt.“

Johann Friedrich Zöllner, 1784

Dieses Gedicht in der Form einer Fabel verwendet ein ureigenes Mittel der Aufklärer, die Fabel, gegen die Aufklärer. Zöllner schlägt die Aufklärer also mit ihren eigenen Waffen. Heute könnten wir sagen, dass es ironisch und sarkastisch zugleich wirkt - Gegenaufklärung eben.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lesebuch für alle Stände. Zur Beförderung edler Grundsätze, ächten Geschmacks und nützlicher Kenntnisse, 10 Bde., 1781–1804.
  • Wöchentliche Unterhaltungen über die Erde und ihre Bewohner, 9 Bde., 1784–1788; neunter Bd. bei Friedrich Maurer, Berlin 1788
  • Wöchentliche Unterhaltungen über die Charakteristik der Menschheit, 6 Bde., 1789–1791.
  • Zöllner's Reise durch Pommern nach Rügen und einem Teile des Herzogtums Mecklenburg, in 23 Briefen, 1795.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wienecke: Zöllner, Johann Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 55, Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 423–425.
  • Meusel: Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller, Fünfte Ausgabe. Band 8 (1800) S. 711–714 (GBS). Nachtrag in Band 10 (1803) S. 858 (GBS)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]