Johann Heinrich Cohausen

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Johann Heinrich Cohausen

Johann Heinrich Cohausen (* 1665 in Hildesheim; † 13. Juli 1750 in Vreden) war Leibarzt des Bischofs von Münster und medizin-satirischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Studium in Frankfurt an der Oder, wo er 1699 die Doktorwürde erhielt, kam er nach Münster wo er Leibarzt von Bischof Franz Arnold und seines Nachfolgers Clemens August wurde.

In seinen mehr populär als wissenschaftlichen Schriften setzt er sich mit kuriosen Methoden auseinander. Im Hermippus Redivius mit dem Sunamitismus und der Suche nach lebensverlängernden Elixieren. Im pica nasi mit den Schnupftabak und in Neotheam mit dem Tee und Kaffee trinken. Er selbst war Anhänger der von Paracelsus begründeten Schule der Iatrochemie und war von Johan Baptista van Helmont beeinflusst. Seiner Vorstellung nach konnten (flüchtiger) Salze die Essenz des Lebens transportieren. Das Werk Lumen Novum Phosphoris accensum war sein wissenschaftlicher Beitrag zur Frage, was Phosphoreszenz sein könnte. Seine Schriften waren ein großer Erfolg und sind z. B. 1743 durch John Campbell (1708–1775) auch ins englische Übersetzt worden.

Am Ende seiner Laufbahn zog sich Cohausen in seine private Praxis in Vreden zurück.

Bemerkung[Bearbeiten]

Salentin Ernst Eugen Cohausen (* 21. Dezember 1703; † 21. Mai 1779) kurtrierischer Leibarzt und Professor an der Universität zu Trier, war sein Neffe.

Werke[Bearbeiten]

  • Hermippus Redivius (Digitalisat)
  • Mausoleum Gloriae Politico-Panegyricum XXV. Principalium Virtutum Columnis Erectum (Digitalisat)
  • Lumen Novum Phosphoris accensum (Digitalisat)
  • Helmontius ecstaticus (digitalisat)
  • Dissertatio satyrica physico-medico-moralis de pica nasi, sive tabaci sternutatorii moderno abusi, & noxa (deutsch Sehnsucht der Lüstern Nase)
  • Der wieder lebende Hermippus, oder Curioese physicalisch-medicinische Abhandlung von der seltenen Art sein Leben durch das Anhauchen Junger-Mägdchen bis auf 115. Jahr zu verlängern
  • Neothea; oder, Neu-angerichtete medicinische theetafel, auff welcher fürtreffliche, so einfältig als künstlich zusammen gesetzte, theils aus einheimisch, theils ausländischen kräutern und gewächsen bestehende kräuter-thee denen liebhabern der gesundheit und langen lebens auffgetragen …

Literatur[Bearbeiten]

  • August Hirsch: Cohausen, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 394.
  •  Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Band 2, G. Fleischer, der Jüngere, 1803, S. 160 (Verzeichnis der Veröffentlichungen, Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

  • Anna Marie Roos: Johann Heinrich Cohausen (1665–1750), Salt Iatrochemistry, and Theories of Longevity in his Satire, Hermippus Redivivus (1742). In: Medical History. 51, 2007, S. 181–200, doi:10.1017/S0025727300001186, PMC 1871718 (freier Volltext) (engl.)