Johann Heinrich Wittmaack

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Johann Heinrich Wittmaack, auch Jean Wittmaack (* 24. Juli 1822 in Kiel; † nach 1878[1]) war ein deutscher Maler, wissenschaftlicher Illustrator und Lithograph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Gastwirts ging 1838 mit 16 Jahren an die Kunstakademie nach Kopenhagen, wo er Schüler von Johann Ludwig Lund war. 1843 erwarb der Kopenhagener Kunstverein sein Gemälde „Ein Bauernmädchen aus der Probstei“. Im Mai 1845 hatte er von der Akademie die kleine Silbermedaille und ein Stipendium erhalten, das ihm eine Reise nach St. Petersburg ermöglichte, wo er an einer privaten Kunstschule unterrichtete. Da er nicht bereit war, die russische Sprache zu erlernen, musste er diese Tätigkeit nach zwei Jahren aufgeben. Seine Ersparnisse ermöglichten ihm eine Reise durch Europa. Längere Zeit hielt er sich in London und Paris auf, danach in München, Dresden und Düsseldorf. Seit 1851 war er in Christiania (Oslo) als Zeichenlehrer tätig.

Dreiecktuch gestaltet von Wittmaack

1853 wurde er in seiner Heimatstadt Kiel ansässig, wo er seine Dienste als Porträtmaler anbot. Nachdem er 1856 geheiratet hatte, sah er sich genötigt, eine Zeichenschule einzurichten. Hier entdeckte der Chirurg Friedrich von Esmarch sein Talent und beschäftigte ihn als medizinischen Zeichner der Universität. Proben dieser Tätigkeit waren auf den Weltausstellungen 1867 in Paris und 1873 in Wien zu sehen, darunter das legendäre, von Esmarch erfundene Dreiecktuch, das mit bildlichen Darstellungen Wittmaacks bedruckt war, die 34 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten vor Augen führten.

Anatomische Zeichnung Wittmaacks aus der Straßburger Zeit

1874 wurde Wittmaack als Universitätszeichenlehrer nach Straßburg berufen, wo er nach 1878 verstarb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Johann Heinrich Wittmaack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Winterhalbjahr 1878/79 ist er noch im Verzeichnis des Personals und der Studenten der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg enthalten (S. 8); die Angabe des Sterbejahres in der Stuttgarter Datenbank wissenschaftlicher Illustratoren, 1874, muss daher auf einem Fehler beruhen.