Johann Michael Gottlob Böhme

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Johann Michael Gottlob Böhme (* 1772 in Lunzig; † 1850 in Zeitz) war ein deutscher Orgelbauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Johann Michael Gottlob Böhmes Leben und Ausbildung ist wenig bekannt. Er hatte eine Orgelwerkstatt in der Stephansgasse in Zeitz. Sein Arbeitsfeld umfasste das heutige Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit ein- und zweimanualigen Werken bis zu 27 Registern. Aus seiner Schaffenstätigkeit gingen etwa 43 Orgeln hervor. Die letzten 14 davon fertigte er mit seinem Gehilfen Carl Winter. 1849 bis 1850 baute Böhme mit Winter eine neue Orgel im Zeitzer Dom, in der einiges an Pfeifenmaterial der vorhandenen Orgel wiederverwendet wurde. Carl Winter übernahm später die Orgelwerkstatt von Böhme. Von Winter sind noch Orgeln in Flemmingen (1852), Pettstädt (1852), Schelkau (1861) und Gröben erhalten.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Größe der Instrumente wird in der fünften Spalte durch die Anzahl der Manuale und die Anzahl der klingenden Register in der sechsten Spalte angezeigt. Ein großes „P“ steht für ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ für ein angehängtes Pedal. Eine Kursivierung zeigt an, dass die betreffende Orgel nicht mehr bzw. nur noch das Gehäuse erhalten ist.

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen
1801–1808 Burtschütz Dorfkirche I/P 17

[1]

1806 Großpörthen Dorfkirche
1809–1810 Jahnshain Dorfkirche I/P 11 die Baukosten betrugen 350 Taler[2]
1812 Thierbach Dorfkirche II/P 18 1899 abgebaut für neue Orgel
1815 Werschen Dorfkirche I/P 10 unbespielbar, komplett sanierungsbedürftig[1]
1819 Kistritz St. Trinitatis II/P 18 [1]
1820 Leißling St. Marien Bild der Orgel II/P 18 1820 von Zeitz nach Leißling verbracht[3]; eventuell erst 1858 durch Winter in vorhandenes Gehäuse aus 1715 eingebaut[4]
1821 Holleben Dorfkirche
Empore-Orgel.jpg
II/P 18 2009 restauriert[5][6] durch Georg Wünning, spielbar, Orgel
1822 Langendorf Dorfkirche Bild der Orgel II/P 25 1982–1992 restauriert von Orgelbau Gerhard Kühn aus Merseburg[1][7]
1826 Reinsdorf St. Petri und Pauli
Reinsdorf (Thüringen), St. Petri und Pauli, Orgel (2).jpg
II/P 27 nach Dacheinsturz 1990 ausgeräumt, Restaurierung ausstehend → Orgel
1827 Loitzschütz Dorfkirche
1829 Rippicha Dorfkirche II/P [1]
1832 Werben Dorfkirche
1835 Pörsten Dorfkirche
1835–1839 Frohnsdorf Dorfkirche 2000–2002 Generalinstandsetzung der Orgel[8]
1840 Gleina Dorfkirche Bild der Orgel II/P 17 ursprünglich in Schwerzau, 1955 nach Gleina verbracht[1]
1842 Schönburg Dorfkirche Bild der Orgel II/P 20 Restaurierung seit 2018 durch Schuke Orgelbau[9]
1846 Kirchsteitz Dorfkirche [10]
1849–1850 Zeitz Dom 1961 Einbau neuer Orgel durch Orgelbauer Lothar Heinze (Stadtilm)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Orgelverzeichnis des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz auf www.yumpu.com
  2. Fritz Oehme, Wolfram Hackel: Handbuch über die Orgelwerke in der Kreishauptmannschaft Leipzig, 1905 eine Handschrift aus dem Besitz der Universitätsbibliothek Leipzig. Pape 1994, S. 73.
  3. Orgelbauer Poppe in Roda auf www.hermsdorf-regional.de
  4. Die Kirche in Leißling auf www.gemeinde-leissling.de
  5. Die Kirche auf Holleben im Saalekreis
  6. Die Orgel von Holleben auf www.orgel-information.de
  7. Die Geschichte der Böhme-Orgel auf www.krause-langendorf.de
  8. Das Evang-Luth. Kirchspiel Flemmingen auf www.suptur-abg.de
  9. Die Orgel der Kirche Schönburg auf www.mz.de
  10. Die Kirche in Kirchsteitz auf www.wochenspiegel-web.de