Johannes-der-Täufer-Kirche (Wiesens)

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Johannes-der-Täufer-Kirche
Innenausstattung

Die evangelisch-lutherische Johannes-der-Täufer-Kirche in Wiesens, einem Stadtteil von Aurich, wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als spätromanische Saalkirche aus Backsteinen erbaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die rundbogigen Arkaden an den Längsseiten wurde die Auffassung vertreten, es handele sich ursprünglich um eine dreischiffige Basilika.[1] Wie bei vergleichbaren Kirchen wie der Eilsumer Kirche oder der Reformierten Kirche in Bunde handelt es sich jedoch um Blendarkaden, die die Wände in zwei Zonen gliedern. Die ursprüngliche Apsis an der Ostseite wurde im 15. Jahrhundert durch einen rechteckigen Chor ersetzt. Im Jahr 1818 wurden vier Meter von der Höhe der Kirchenmauern abgetragen, wodurch auch der obere Fensterabschluss litt.[2] Im mittelalterlichen frei stehenden Glockenturm befindet sich eine der ältesten Glocken Ostfrieslands, die aus der Erbauungszeit der Kirche stammt. 1821 fand man in der Kirche einen vergrabenen Topf mit Silbermünzen aus der Zeit um 1400.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohlfs-Orgel von 1822

Das Kircheninnere ist schlicht gestaltet und wird von einer flachen Holzdecke abgeschlossen. Ursprünglich befand sich ein dreijochiges Gewölbe in der Kirche. Von dem romanischen Taufstein aus dem 13. Jahrhundert ist nur ein Fragment erhalten. Ein weiterer aus dem 14. Jahrhundert hat eine pokalförmige Gestalt. Im 17. Jahrhundert wurde das Kreuzigungsgemälde geschaffen. Das Retabel des Altars datiert von 1715 und stammt vermutlich aus der Cröpelin-Werkstatt, ebenso wie die Kanzel von 1735.[3]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1820 bis 1822 von Johann Gottfried Rohlfs mit zehn Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal gebaut und ist weitgehend erhalten. Eine Erweiterung durch Johann Martin Schmid (1909/10) auf 13 Register und zwei Manualen wurde von der Orgelbaufirma Alfred Führer im Zuge einer umfassenden Restaurierung 1979 bis 1981 rückgängig gemacht.

Das Instrument hat heute wieder 10 Manual-Register (Bordun 16′, Principal 8′, Gedackt 8′, Octave 4′, Rohrflöte 4′, Nasard 223′, Octave 2′, Sexquialter II, Mixtur IV, Trompete 8′). Es handelt sich dabei weitgehend um die originalen Register von Rohlfs. Original erhalten sind zudem die Windladen, die Pedalklaviatur und der 1910 restaurierte Doppelfaltenbalg. Das Instrument ist außerdem mit einem Tremulant und einem Zimbelstern ausgestattet.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes-der-Täufer-Kirche (Wiesens) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogie-Forum: Wiesens, gesehen 9. Oktober 2010.
  2. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 251.
  3. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 252.
  4. Reinhard Ruge (NOMINE e.V.): Wiesens, St. Johannes der Täufer - Orgel von Johann Gottfried Rohlfs (1822). gesehen 9. Oktober 2010.

Koordinaten: 53° 27′ 9″ N, 7° 33′ 21″ O