John Crawfurd

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John Crawfurd

John Crawfurd (* 13. August 1783 auf Islay, Schottland; † 11. Mai 1868 in London) war ein schottischer Orientalist und Ethnologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crawfurd studierte in Universität Edinburgh Medizin und lebte zwischen 1803 und 1808 in den Nordwestprovinzen Ostindiens. 1808 ging er nach Penang und 1811 nach Java, wo er sich bis 1817 aufhielt. Anschließend kehrte er nach Großbritannien zurück.

1821 kam er zum zweiten Mal nach Indien, besuchte Siam und Cochinchina. Als er an die Mündung des Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) in den Golf von Thailand bei Pak Nam, Samut Prakan, kam, wurde er zunächst, wie bei allen Schiffen üblich, nach dem Grund seiner Reise befragt. Damit wollte man herausfinden, wie wichtig und mit welchen Ehren die Reisenden in Bangkok empfangen werden sollten. Crawfurd und seine Gesellschaft empfand die Fragerei offenbar als impertinent und antwortete lediglich ausweichend, was wiederum von den Siamesen als bedrohliches Zeichen gewertet wurde. Er wurde auch nach der Natur und dem Wert seiner Geschenke befragt, was er ebenfalls als unpassend und gierig empfand[1]. Für die Siamesen war die Befragung deshalb wichtig, weil sie so berichten konnten, welche Geschenke tatsächlich an den Hof in Bangkok gelangen sollten, und eventuelle Unterschlagungen auf dem Weg dorthin feststellen konnten. Crawfurds Zurückhaltung und mangelnde Offenheit bei diesen Fragen führte letztlich auch zur Erfolglosigkeit seiner Mission in Siam[2].

1823 machte man ihn zum Statthalter von Singapur und 1826 zum Kommissionär in Pegu und zum Gesandten am Hof von Birma. 1827 kehrte er wieder nach Großbritannien zurück.

In Großbritannien vertiefte sich Crawfurd ganz in seine Studien. Er starb am 11. Mai 1868 in London.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • History of the Indian Archipelago. 3 Bde. Edinburgh (1820)
  • Journal of an Embassy to the Court of Ava. London (1829 u.ö.)
  • Journal of an Embassy to the Courts of Siam and Cochin China. 2 Bde. (2. A. London 1830), nach David K. Wyatt eines der wenigen Werke, die als Augenzeugenbericht auch wissenschaftliche Fundiertheit vermitteln
  • Grammar and dictionary of the Malay language. 2 Bde. London (1852)
  • Descriptive dictionary of the Indian islands and adjacent countries. London (1856)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Crawfurd (1830), S. 76
  2. Terwiel (1989), S. 57

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]